Gesäht oder gesät? Langer Vokal führt zu Fehler

„Gesät“, also das Partizip II von „säen“, kommt von der „Saat“. Beim Nomen haben wir zwei a, da der Vokal sehr lang ausgesprochen wird. Dieser Vokal verkürzt sich bei „gesät“ nicht wirklich, doch Doppel-ä ist in der deutschen Schrift nicht üblich.

Gesät wird ohne h geschrieben

Nun haben einige aber das Gefühl, den langen Laut in der Mitte des Wortes auch schriftlich ausdrücken zu müssen, wodurch das falsche „gesäht“ herauskommt. Man nimmt wohl an, dass es ansonsten „gesätt“ ausgesprochen werden würde.

Das zusätzlich eingefügte h in „gesäht“ ist einer der Fälle, bei denen ein phonetisches Phänomen schriftlich ausgedrückt werden soll. Dabei ist es völlig unnötig, denn das ä wird durch den folgenden Konsonant t sowieso zu einem langen Umlaut.

Gesäht ist die falsche Schreibweise

Beim ebenfalls falschen „sähen“ wird es noch ein wenig komplexer, denn dieses Wort gibt es wirklich, nur wird es nicht dazu verwendet, auszudrücken, dass man Saatgut verteilt, sondern als Konjunktiv zu „sehen“, also zum Beispiel „wir sähen etwas, wenn wir aus dem Fenster blicken würden“.

Der Fehler in „gesäht“ kann vermutlich auch genau aus dem falschen „sähen“ abgeleitet werden, denn oftmals werden in der Aussprache das ä und e miteinander verbunden, wodurch ein kaum hörbarer h-Laut entsteht. Dieser drückt sich dann auch wieder im fehlerhaften Schriftbild aus und wird quasi in der Vergangenheitsform in falscher Schreibweise übernommen.

6 Meinungen

  1. Ich musste genau das eben nachschlagen, weil ich mir unsicher war. Danke für diese ausführliche und einleuchtende Erklärung. 🙂
    Ich weiß zwar als Laie nicht, warum ein ‚t‘ ein lang gesprochenes ä erfordert, aber ich werd‘ versuchen, mir das generell zu merken 😉

  2. Danke für die Info!

  3. Zitat: „Wir sähen etwas, wenn wir aus dem Fenster blicken würden“.
    Aber nein, Herr Besserwisser: Auf „wenn“ folgt niemals „würde“, außer bei: „Wenn Würde töten könnte.“ Richtig muss es heißen: „Wir sähen etwas, wenn wir aus dem Fenster blickten.“

  4. Ich hätte es auch gerne gelesen, aber die Werbung verdeckt den Inhalt…

  5. Direkt im ersten Satz drei Fehler, aber hier besser wissen wollen:
    – Man fängt Sätze nie klein an.
    – Was soll „Vergangenheit“ für ein Tempus sein?
    – Sofern es sich bei „Vergangenheit“ um das Präteritum handeln soll, ist die Aussage falsch. „Gesät“ ist das Partizip von „säen“.

    Schade.

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