Francesco und der Papst: Eine Doku über Benedikt und seinen Chor

In dem Titel Francesco und der Papst fehlt etwas zur traditionell christlichen Triade, möchte man meinen. In der Doku wird aber durchaus ein Dritter bedacht, es ist der Chorleiter Monsignore Liberto.

Ko-Produzent Peter Weckert folgte keinem festen Drehbuch, er folgte seinen drei stolzen Protagonisten. Garantiert echt und ohne Schauspiel.

Die Protagonisten: Francesco und der Papst und Monsignore Liberto

Da wäre der junge Francesco, höchstens 12 Jahre alt, der mit seiner Mutter und seinem Bruder in Rom lebt und davon träumt, einmal für den Papst zu singen.

Dann wäre da der Chorleiter Monsignore Liberto, der die 1400-jährige Tradition seines schwindenden Männer- und Knabenchors bewahren möchte. Er setzt sich dafür ein, dass auch die Knaben schon die Soli singen dürfen, welche aus Tradition nur den Erwachsenen vorbehalten sind, und ist auf der Suche nach Verbündeten.

Und dann wäre da noch Papst Benedikt XVI., der Kirchenvater des katholischen Christentums. Er ist ständig auf Reisen und verteilt seinen Segen in der Welt, doch kaum einer, weder die Gläubigen noch die Kritiker, bekommt ihn wirklich zu sehen. Dies bleibt seinem Personalstab vorbehalten. Eine große Hürde war dies auch für den Macher Peter Weckert, der den Papst im Vatikan und auf Reisen, unter anderem nach Afrika, begleitete.

Francesco und der Papst: Doku mit Mission

„Der Film soll ein Geschenk für die Kirche sein und ein authentisches und würdevolles Bild des Papstes zeigen“, sagt Weckert über sein Projekt bei einer Vorabvorstellung bei Mainfrankenpark in Dettelbach. Und: „Wir möchten versuchen, junges Publikum für den Glauben zu begeistern.“ Das Ziel des Films ist also klar. Eine gewisse Unvoreingenommenheit kann man nicht ausschließen.

Da hilft es auch nicht, wenn die Rede davon ist, dass die Dokumentation Szenen mit der Mutter Francescos enthalte, in denen sie die Gottesdienste kritisiere – sie seien oft nicht ansprechend.

In den 100 Minuten soll der Zuschauer einen tiefen Einblick in den Alltag des Vatikans und des Papstes erhalten. Spaziergänge durch Castel Gandolfo, die Privaträume und persönliche Gespräche mit dem Papst. Die regelmäßigen, harten Proben des Chors der Sixtinischen Kapelle und später auch der Einzelunterricht, die langen Messen.

Rund 200 Stunden Material schnitt Weckert zu der Doku zusammen. Ein festes Drehbuch gab es nicht, die Kamera folgte dicht seinen Protagonisten. Das Drehbuch schrieb das Leben.

Kontrastprogramm: Habemus Papam

Zeitgleich macht der italienische Regisseur Nanni Moretti mit dem Spielfilm Habemus Papam Schlagzeilen. Dieser ist zwar nicht dokumentarisch, Protagonist ist aber auch hier Papst Benedikt XVI. Moretti soll einen depressiven Papst zeigen, welcher mit der Verantwortung seiner Rolle als Kirchenvater kämpfe, vor allem während der Affären um den sexuellen Missbrauch an Kindern.

Auch Weckert gibt an, kritische Themen aufzugreifen, etwa Papst Benedikts Aussagen zum Thema AIDS. Ganz unvoreingenommen kann keine Dokumentation sein. Ob der Film aber dem Anspruch einer Dokumentation gerecht wird, wahrheitsgetreu zu sein? Nicht allein die Authentizität des Papstes steht seit Jahren mehr und mehr in Frage, sondern vor allem der Anspruch der Kirche auf Deutungshoheit in gesellschaftlichen Fragen.

Gegenwärtig befindet sich der Film in der Postproduktion.

Francesco und der Papst
Kinostart: 21. April 2011
Regie/Produktion: Peter Weckert
Verleih: Constantin Film

Eine Meinung

  1. Es wird dem Film vorgeworfen, dass er nicht die Problematik der aktuellen Missbrauchsvorfällen der Kirche anspricht. Ich denke aber, dass man den Film anschauen soll, ohne die Gedanken von der Pädophilie im Hintergrund zu haben. Sonst verpasst man die Inhalte, die der Film zu vermitteln versucht.

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