Ford Ranger Raptor Test: on- und offroad

Handwerker und Yacht-Eigner brauchen den Ford Ranger Raptor Test gar nicht erst zu lesen – für sie ist die um 1.000 auf 2500 kg reduzierte Anhängelast sicherlich zu gering. Wer aber mit dem des Ford Pickup ins Gelände will, sollte dranbleiben.

Der Ranger Raptor richtet sich an jene, denen der Ranger Wildtrack als bislang kernigste Ausbaustufe noch zu wenig Offroad-Fähigeiten bietet. Für mehr Komfort und Freude auf Stock und Stein wichen die Blattfedern hinten Spriralfedern und Fox-Dämpfern, was auch die Nutzlast auf 545 kg halbierte. Dass der Ford Geländewagen stets mit zuschaltbarem Allradantrieb samt Untersetzung und Sperrdifferenzial an der Hinterachse auf kräftig profilierten BF-Goodrich All Terrain Pneus anrollt, ist Ehrensache. Ganz besonders ehrenvoll seine Bodenfreiheit von 283 mm und die Wattiefe von satten 850 mm – beides lernten wir beim Ford Ranger Raptor Test zu schätzen.

In der Ranger Doppelkabine reist sich‘s prima

Doch zunächst darf sich der Ford Ranger Raptor im Alltag bewähren. Bordsteine, Grünstreifen, Supermarktparkplätze meistert er ohne Aufhebens zu machen, federt unerwartet kommod und rollt selbst auf der Autobahn bei Tempo 160 leise ab. Kurven erledigt er unter Verzicht auf wildes Rollen, doch ein Vollblut-Dynamiker ist man bei 2,6 t Leergewicht und 53 cm Länge nun mal eher nicht. Hinterradantrieb reicht für diesen Abschnitt vom Ford Ranger Raptor Test völlig aus, wobei auf nassem Asphalt in engen Kehren Mäßigung aufgrund des leicht auskeilenden Hecks angesagt ist. Wer‘s übertreibt, rauscht mit dem Raptor stark untersteuernd ins Straßenbegleitgün.

Lahm ging es beim Ford Ranger Raptor Test nicht zu

Stets für einen Zwischenspurt gut ist der Zwoliter-Diesel mit Biturbo-Aufladung, der den Ranger Raptor mit 213 PS und 500 Nm souverän, aber nicht forsch voranbringt. Nicht ganz so souverän wirkt die alternativlose Automatik, die zwar butterweich und flott schaltet, sich aber selten länger auf eine der zehn Fahrstufen festlegen mag. Nun denn, auf ins Gelände! Unangestrengt kraxelt der Raptor mit zugeschalteter Vorderachse selbst extreme Steigungen hier im steinigen Forst hoch, nur Mut und nicht zu wenig Gas! Abstiege sind nicht minder lustvoll, die Bergabfahrhilfe beanspruchen wir dennoch nur ein mal. Sie arbeitet auf Knopfdruck tadellos, doch noch spaßiger ist es, die Hänge beim Ford Ranger Raptor Test mit dem Fuß auf der beherzt zupackenden Bremse zu verlassen.

Der Ranger Raptor war eher zweckmäßig denn elegant

Sand und Steine lassen sich Ford Ranger Raptor Test genauso beherrschen wie Gras und Matsch bei einer Wasserdurchfahrt. Ob in Antriebsmodi 4low oder 4high oder dem jeweils idealen der sechs Fahrdynamikeinstellungen: Da muss sich die Natur schon was einfallen lassen, um den Ranger Raptor zu stoppen. Der rustikal-zweckmäßig ausstaffierte Ford Pickup gibt sich als Werkszeug fürs Grobe, was auch das Interieur in entsprechendem Nutzfahrzeug-Charme belegt. Zwar an Seitenhalt reiche Sitze vorn, doch auch reichlich wenig ansprechendes Plastik sowie Kunstleder empfangen die Passagiere. Das alles mag für die Matschsause durchaus zu bejahen sein – wäre da nicht das heftige Preisschild.

Der Ranger Raptor Preis ist beachtlich – wie seine Tugenden

Mindestens 66.770 Euro ruft Ford für den Ranger Raptor auf. Das ist für ein nur mäßig elegantes Fahrzeug mit mäßigem Nutzwert ein ganzer Haufen Schotter. Andererseits gibt es auf dem deutschen Markt keinen anderen Pickup als den kleinen Bruder des F-150 Raptor, mit dem sich Schotterhaufen und Co. so ungehemmt, so fidel nehmen lassen. Das Fazit vom Ford Ranger Raptor Test fällt entsprechend zweischneidig aus: Wer volle Zugkraft und Nutzlast für Pferd oder Boot benötigt, wird mit dem Raptor nicht glücklich. Wer ohne Rückenschmerzen nach der Anreise gern im Schlamm spielt und Mopped oder Mountainbike gleich mitbringen will, wird kaum etwas tauglicheres finden.

Bilder: ©Arild Eichbaum, Ford Deutschland

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