Flagge von Wales: Auf den Spuren des roten Drachens

Die Landesflagge bildet einen roten Drachen (‚The Red Dragon‘ auf Englisch, ‚Y Ddraig Goch‘ auf Walisisch) auf einem weiß-grünen Hintergrund ab, was auf die Farben der Tudor-Dynastie zurückzuführen ist, die 1485-1603 in England herrschte.

Wales, in der Landessprache Cymru genannt, gehört zu dem Vereinigten Königreich Großbritanniens und zählt zu einem von sechs keltischen Nationen. Nach langen Jahrhunderten vorherrschender, englischer Dominanz, genauer gesagt seit 1536, erhielt Wales 1912 beschränkte Autonomie und seit 1999 besitzt es sogar sein eigenes Regionalparlament.

Flagge von Wales – die Geschichte

1807 wurde der rote Drache, dessen Aussehen immer wieder leicht variierte, zum Symbol der Nationalflagge. Seit 1959 existiert die auf heutigen Fahnen zu findende Figur. Der Ursprung des Drachensymbols selbst ist ungeklärt, daher existiert auch eine Legende. Eine glaubwürdige Theorie unterstützt jedoch den Ansatz, dass die Römer das Drachensymbol während der Besatzungszeit nach Wales brachten.

In der Mythologie wird der Drachen oft als Mischwesen betrachtet, das die Eigenschaften von Vögeln, Reptilien und Raubtieren aufweist. Oft hat er Flügel, riesige Pranken und speit Feuer. Im Westen und im Orient steht er für das Sinnbild des Chaos und wird als Ungeheuer betrachtet, das aufgrund seines Erscheinungsbildes bedrohlich und fast unbesiegbar wirkt. In asiatischen Mythen wird er jedoch als Regen- und Glücksbringer angesehen. Er hat somit eine positive Konnotation und gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und der kaiserlichen Macht.

Flagge von Wales – die Legende

Eine mittelalterliche Legende besagt, dass ein roter und ein weißer Drache in einer Berghöhle in Wales gegeneinander kämpften. Dabei ließen sie immer wieder den Turm der Angelsachsen einstürzen, den König Vortigern zu errichten versuchte. Um den Bau zu vollenden, war er sogar gewillt, ein elternloses Kind als Opfergabe darzubieten. Doch der Junge wusste sein Leben zu retten und erzählte dem König von seiner Drachen-Theorie. Ihm zufolge stehen die Tiere für den Kampf zwischen Briten und Angelsachsen, wobei der rote Drachen, der am Ende als Sieger hervortrat, die Kelten symbolisierte.

Bei diesem außergewöhnlichen Kind handelte es sich, laut dem ausführlichen Geschichtswerk Historia Brittonum, das auf das 9.Jahrhundert zurückgeht, um Ambrosius, Sohn eines Konsuls aus dem römischen Geschlecht. Verschiedenen Quellen zufolge identifiziert man den Jungen heutzutage auch mit dem Zauberer Merlin.
Passend dazu ist der Wahlspruch Wales: ‚Y Ddraig Goch ddyry cychwyn‘ (auf Deutsch ‚Der rote Drache geht vor‘).

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