Finalphase der Fußball-EM-Qualifikation: Wer fährt 2012 nach Polen und in die Ukraine?

In den kommenden Tagen fällt die Entscheidung über die meisten Endrundenplätze bei der Fußball-EM-Qualifikation für 2012. Während die automatisch qualifizierten Gastgeber Polen und Ukraine mit der Herausbildung ihrer Stammelf, vor allem mit dem Aufbau von Stadien und Infrastruktur beschäftigt sind, dürfen sich noch insgesamt 25 Mannschaften Hoffnungen auf 9 verbliebene freie Plätze bei dem wichtigsten kontinentalen Fußballturnier machen.

Entspannte Auftritte der Deutschen Mannschaft in der Fußball-EM-Qualifikation

Die deutsche Nationalmannschaft braucht sich darüber gar keine Sorgen mehr machen. Durch eine makellose Bilanz von 8 Siegen in 8 Spielen marschierte das Team von Jogi Löw unangefochten durch die Qualifikationsgruppe A und kann von Platz 1 nicht mehr verdrängt werden. Die noch anstehenden Partien in der Türkei und gegen Belgien haben für Deutschland also nur noch statistischen Wert. Die Türken und Belgier kämpfen allerdings noch erbittert um den zweiten Platz, der zu einer Play-off-Partie um einen EM-Startplatz gegen einen anderen Gruppenzweiten berechtigt. Die DFB-Elf spielt also eine entscheidende Rolle und sollte sich dessen bewusst sein, um nicht durch lustlose Leistungen eins von beiden Teams zu bevorteilen. Da die Türken allerdings nicht nur zwei Punkte Vorsprung vor den Belgiern haben, sondern im Gegensatz zu diesen auch noch Heimrecht gegen Deutschland genießen, sollte sie am Ende ihren zweiten Platz wohl knapp retten können.

Italien schon durch, Serbien folgt

Ähnliche Konstellationen finden sich in vier weiteren Gruppen, in denen sich der Führende bereits sicher für die EM 2012 qualifiziert hat oder nur noch theoretisch von Platz eins zu verdrängen ist. So sind neben Deutschland auch Italien, die Niederlande, England und Spanien bereits qualifiziert. Größter Anwärter auf Platz zwei in der italienischen Gruppe ist Serbien. Die Männer vom Balkan konnten nach einem schwachen Start ihre Konkurrenten nach und nach überholen und rangieren zwei Partien vor Schluss nun schon auf dem begehrten zweiten Gruppenplatz. Mit dem Heimspiel gegen Italien und der Auswärtspartie in Slowenien stehen den Serben zwar noch happige Begegnungen ins Haus, doch den Italienern ist zuzutrauen, dass sie sich nicht mehr voll reinhängen und die Slowenen zeigten sich bislang äußerst heimschwach. Daher werden Serbiens Konkurrenten wohl das Nachsehen haben, weil wie bei Estland und Slowenien nur noch eine Partie ausstehen oder weil sie wie Nordirland zu weit abgeschlagen sind.

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Spannende Positionskämpfe hinter den WM-Finalisten Spanien und Niederlande

Die Niederlande sind wie auch Spanien und die deutsche Mannschaft in ihrer nicht ganz einfachen Gruppe ohne einen einzigen Punktverlust von Sieg zu Sieg geeilt. Hinter den Oranje balgen sich nun noch die punktgleichen Schweden und Ungarn um Platz zwei. Dabei scheinen die Ungarn mit bloß noch einer Partie vor der Brust die nachteilige Ausgangsposition zu haben. Im Heimspiel gegen Finnland sollte allerdings ein Sieg herausspringen. Schweden muss dagegen auswärts gegen die Finnen und daheim gegen die Niederlande ran. Wir wagen daher die Prognose, dass den Tre Kronor dabei nur ein Punkt gelingt und diese hinter Ungran abrutschen.

In der spanischen Gruppe gibt es ebenfalls einen Zweikampf um den Play-off-Platz. Hier haben die Tschechen zwei Punkte Vorsprung vor den Schotten. Beide Teams müssen noch gegen Spanien ran und werden dabei vermutlich nicht punkten. Allerdings blüht den Tschechen noch das schwerere Auswärtsspiel in Litauen, während Schottland „bloß“ nach Liechtenstein fahren muss. Dennoch werden die Tschechen wahrscheinlich von ihrem Punktepolster und dem besseren Torverhältnis zehren.

Auch die Engländer dürfen nach dem blamablen KO vor der letzten EM-Endrunde diesmal gelassen in die letzte Partie in Montenegro gehen. Der Kleinstaat auf dem Balkan steht dagegen vor einer Riesensensation. Sollte den Montenegrinern nämlich zwei Punkte gegen England und im letzten Spiel in der Schweiz gelingen, so erobern sie einen Play-off-Platz. In den jeweiligen Hinspielen überraschten sie durch ein 0:0 auf der Insel und ein 1:0 gegen Ottmar Hitzfelds Schweizer. Dennoch werden die Rückspiele knüppelhart, denn England will sich nicht noch einmal demütigen lassen und die Schweiz ist nach dem 2:2 in Wembley und dem 3:1 daheim gegen Bulgarien doch noch einmal in Fahrt gekommen. So werden die Eidgenossen am Ende vermutlich doch noch an Montenegro vorbeiziehen, weil sie in Wales und im entscheidenden direkten Duell siegreich sind.

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Russland in der Pole Position der Gruppe B

In den vier übrigen Gruppen steht noch überhaupt nichts fest, in ihnen sind die beiden ersten Plätze immer noch heiß umkämpft. In Gruppe B geht Russland (17 Punkte) mit einem leichten Vorsprung vor Irland (15), den überraschend starken Armeniern (14) und der Slowakei (14) in die Schlussrunden. Verlieren die Russen im direkten Duell in der Slowakei nicht, sollte ihnen angesichts eines guten Torverhältnisses und der Abschlusspartie gegen Andorra der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen sein. Über Platz zwei wird offenbar die Partie zwischen Irland und Armenien entscheiden. Da die Iren aber zu Hause ganz schwer zu bezwingen sind, sollte es für die Männer von der grünen Insel reichen.

Packende Zweikämpfe in den Gruppen D und F

Jeweils einen Punkt Vorsprung für den Gruppenersten und das direkte Duell gegen den härtesten Konkurrenten vor der Brust: So sieht die jeweilige Konstellation in den Gruppen D und F aus. In Gruppe D gestaltet sich die  Situation wie folgt: Frankreich und Bosnien-Herzegowina werden gegen Albanien bzw. Luxemburg sichere Siege einfahren und treffen sich dann in Paris-St. Denis zum Showdown. Bosnien konnte nach einem schwachen Start mächtig aufholen, doch es wird fraglich sein, ob die Klasse ausreicht, um den dringend benötigten Sieg in der französischen Hauptstadt gelingt. Wahrscheinlicher ist ein hauchdünnes Vorrücken des Europameisters von 1984 und 2000 in die Endrunde, während Bosnien wie schon vor der letzten WM auf die Play-offs hoffen muss.

Gleiches müssen vermutlich auch die Griechen, wenn ihnen kein Sieg im entscheidenden Heimspiel gegen Tabellenführer Kroatien in Gruppe F gelingt. Die weiterhin auf Minimalistenfußball ausgelegten Hellenen müssen zudem noch das alles andere als leichte Auswärtsspiel in Georgien auf sich nehmen, während Kroatien daheim gegen Lettland leichtes Spiel haben dürfte.

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Die Todesgruppe H

Drei punktgleiche Teams kurz vor Schluss: so spannend wie in Gruppe H geht es nirgendwo zu in der Fußball-EM-Qualifikation. Allerdings muss man einschränkend sagen, dass die Norweger mit nur noch einer ausstehenden Partie einen wohl entscheidenden Nachteil haben. Zwar wird es für die Wikinger gegen Zypern zu einem souveränen Sieg reichen, doch die Konkurrenten Portugal und Dänemark werden gegen Island bzw. Zypern wohl ebenso dreifach punkten, bevor sie schließlich in Kopenhagen aufeinander treffen. Aufgrund der geringeren Launenhaftigkeit und einer guten Bilanz gegen Portugal traue ich den Dänen hier den Sieg zu. Portugal braucht am Ende jedoch auch nicht zu grämen, denn nach derzeitigem Stand dürfte aus dieser Gruppe der glückliche direkt für die EM qualifizierte Zweite kommen. Für die am Ende punktgleichen Norweger ist Platz drei daher doppelt bitter.

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Die 12 direkt qualifizierten Teams werden nach dieser Prognose also sein: Polen, Ukraine, Deutschland, Russland, Italien, Frankreich, Niederlande, Kroatien, England, Portugal, Dänemark und Spanien

Vier weitere Plätze würden außerdem in den Play-offs unter folgenden Teams ausgespielt: Türkei, Irland, Serbien, Bosnien, Ungarn, Griechenland, Schweiz und Tschechien

2 Meinungen

  1. Bis jetzt haben sich die üblichen Teams wie Spanien, Deutschland, England und andere Qualifiziert. Es wird sehr interessant wer sich zu den Favoriten qualifiziert.

  2. In der Todesgruppe H sehe ich nicht Dänemark als Sieger. Diese Mannschaft wird nicht in der Lage sein Portugal aus dem Rennen zu werfen. Cristiano Ronaldo macht schon seine Tore.

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