Fashion Photography: Was muss man dabei beachten?

Wer ein ernst zu nehmender Anwärter in der Fashion Photography werden möchte, der sollte bereits Ahnung vom Fotografieren haben, denn ohne das technische Know-How bringen die besten Tipps nichts. Eine Grundausrüstung sollte man demnach auch sein Eigen nennen, wobei man natürlich auch improvisieren kann, solange man eine gute Kamera hat, lässt sich der Rest meist auch mit Haushaltsgegenständen, Fantasie und einigen hilfreichen Händen erreichen.
Im Folgenden finden Sie ein paar Tipps, die speziell für die Fashion Photography gelten und vor allem die Umstände und das Arrangement der Shoots betreffen.

Fashion Photography: So wirds gemacht!

1

Vorbereitung

Ein Fashion Fotograf bereitet seine Shootings detailliert vor, ein Konzept muss erdacht, zusammen mit dem Kunden ausgearbeitet und realisierbar geplant werden. Neben einem strickten Zeitplan muss das Equipment, die Crew (dafür werden Sie teilweise auch verantwortlich sein), das Model und natürlich ein Ort bereit stehen. Zum Anfang sollte man möglichst simplistisch arbeiten, also einfache Konzepte verwenden, so dass man sich nicht all zu sehr auf dramatische Tricks konzentrieren muss. Wichtig ist, dass bei der Fashion Photography eine Story – so kurz sie auch ist – mit dem Foto vermittelt wird.

2

Hintergrund

Im Studio und zu Hause wird meistens ein neutraler Hintergrund gewählt. Die alte Raufaser Tapete sollte es also nicht sein, sondern eine glatte, einfarbige Oberfläche (eine speziell angefertigte Wand oder straff gespannter Stoff). Achten Sie darauf, dass die Farbe des Hintergrundes sich nicht mit den Kleidungsstücken sticht oder sie sogar ausblendet.

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Licht

Sorgen Sie dafür, dass genügend Licht vorhanden ist, damit die Farben möglichst realistisch auf den Fotos aussehen. Im Studio sollte es natürlich künstliches Licht geben, zu Hause eignet sich auch Sonnenlicht, aber ein Bouncer ist immer notwendig, um das Model und auch die Kleidung so zu beleuchten, dass keine unästhetischen Schatten entstehen (besonders unter den Augen entstehen andernfalls böse aussehende Schattenbereiche). Allerdings werden viele professionelle Fotografen sagen, dass man auch gerne mal mit Licht und Schatten experimentieren sollte, also keine Scheu vor ein paar dunklen Fotos.

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Außenshoots

Wollen Sie draußen Aufnahmen machen, planen Sie die Lichtverhältnisse gut mit ein, denn so ein Fotoshoot kann auch mal etwas länger dauern, so dass die Richtung des Lichteinfalls sich ändern kann. Gehen Sie also schon einen Tag vorher hin und sehen Sie, wann das Licht ideal ist. Damit dem Model nicht die Augen tränen, sollten Sie es nicht mit dem Gesicht zur Sonne fotografieren, ein leicht bewölkter Himmel ist manchmal besser, als strahlende Sonne. Auch wenn so manche Kulisse draußen besser geeignet zu sein scheint, gerade Anfänger haben im Studio durch die Kontrolle über Licht und Setting mehr Chancen, perfekte Fotos hinzukriegen.

5

Location

Wenn Sie eine Location innerhalb eines Gebäudes heraus gesucht haben, fragen Sie vorher nach, ob Sie auch Fotos machen dürfen. Es ist immer gut, die Location vor dem Shoot kennenzulernen, gerne kann man auch schon vorher Fotos machen, um die Licht- und Farbverhältnisse festzuhalten und so den Shoot adäquat vorzubereiten. „Spontan“ zusammen mit dem Model auf Ortsuche zu gehen ist keine gute Idee.

6

Model

Sie sind der Fotograf, weshalb Sie die Models auch dirigieren sollten. Besprechen Sie vor dem Shoot, was Sie für ein Konzept haben, aber scheuen Sie sich nicht davor, das Model auch während der Aufnahmen zu „formen“. Bleiben Sie dabei aber immer freundlich und ruhig, vor allem bei jüngeren Models kann sonst das große Weinen den Shoot ruinieren und außerdem sollte jeder in der Industrie mit Ihnen arbeiten wollen, weil Sie umgänglich sind. Die Zeit der Divas ist wahrlich vorbei.

7

Kamera

Für Shootings ist ein Stativ eigentlich unabdinglich, auch wenn es in Filmen immer so aussieht, als würde jeder Fotograf nur per Hand fotografieren, normalerweise wird die Kamera auch mal fest montiert, so wird auch sicher gestellt, dass das Set und die Beleuchtung ideal sind. Wenn man ein sehr gutes Gefühl für Licht und Proportionen hat, kann man auch mal die Kamera in die Hand nehmen, aber dafür muss der technische Aspekt sitzen. Die besten Kameras für Fashion Photography sind ungemein teuer (das geht auch mal bis in den Zehntausender-Bereich), allerdings kann man bereits mit einer Olympus etwas billiger anfangen, je besser man sich mit der Technik auskennt, desto mehr kann man auch aus einfachem Equipment heraus holen.

8

Stylist und Make Up

In den meisten Fällen reicht es nicht, einfach was Schickes anzuziehen und das Model zu fotografieren, Make-Up und Accessoires können einen großen Einfluss auf das Foto haben. Dabei sollte jedoch immer das Augenmerk auf das Produkt gelegt werden (also die Kleidung), denn das soll ja immerhin verkauft werden. Auch wenn Sie zusammen mit einer Crew arbeiten, die Vision für den Shoot sollte bei Ihnen und eventuell dem Kunden liegen, geben Sie also nicht die Regie an die Stylisten oder Models ab.

9

Editorial

Wenn Sie für ein Magazin einen Editorial Shoot machen, dann liegt der Hauptaugenmerk auf dem Gesamtbild, also kann man auch ganze Geschichten mit den Fotos erzählen (das wird meistens auch gefordert), so dass bestimmte Themen vorgegeben werden, die der Fotograf in Zusammenarbeit mit dem Stylist erarbeitet. Kleidungsstücke und Accessoires müssen dabei nicht immer vollkommen erkenntlich sein. Ein Editorial Shoot braucht meistens mehr Locations, da für Gewöhnlich pro Outfit eine andere Umgebung erwünscht ist.

10

Modeshoot

Sollten Sie für eine Marke arbeiten, steht das Produkt im Vordergrund, ein Schal, der hinter der Frisur verschwindet, ist also am Thema vorbei. Es kommt auch auf die Marke selbst an, ob Hintergrund und Setting eher zurückhaltend sein sollen oder auch ausgeschmückt sein dürfen. Achten Sie genau auf ihr Briefing und die Angaben. Product-Shoots werden oft auch mit wechselnden Outfits an ein und demselben Ort gemacht.

11

Portfolio

Nicht nur Models, auch Fotografen arbeiten mit einem Portfolio, das möglichst aussagekräftig über die technischen Fähigkeiten, aber vor allem die kreativen Ideen ist. Neben dem Portfolio sollte man auch eine Set-Kart und eine Visitenkarte haben, die man aushändigen kann. Vermarktung ist alles, wenn man keine Kontakte knüpft, bringt einem auch die beste Muse nichts.  

Schwierigkeitsgrad:  

2 Meinungen

  1. Lehrreicher Post. Bereichernd, wenn man das Thema auch mal aus einem anderen Blickwinkel ansehen kann.

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