Fahrbericht: Mercedes A-Klasse E-Cell

Ach ja, die Mercedes A-Klasse E-Cell. Das war schon was. Obgleich der Kompaktvan nicht allzu weit über dem smart fortwo electric drive positioniert ist, gibt es im Fahrbericht überhaupt nichts zu kritisieren: Die Federung ist, so wie man das gemeinhin von einem Benz erwartet, komfortabel, ohne dabei schwammig zu sein, die Verarbeitung und Funktion aller Komponenten mustergültig. Über jeden Zweifel erhaben ist der Durchzug: Die permanent erregte Synchronmaschine, wie der Fachjargon den E-Motor bezeichnet, bringt das Familienauto in 5,5 Sekunden von 0 auf 60 Sachen – genug Dampf, um an der Ampel nicht nur nicht als Verkehrshindernis zu gelten, sondern auch den einen oder anderen problemlos abhängen zu können. Das liegt weniger an den 50 Watt Dauer- und 70 Watt Spitzenleistung, sondern an den strammen 290 Nm Drehmoment, die stets zur Verfügung stehen.

Mercedes Fahrbericht: Handling top!

Im Innenraum der Mercedes A-Klasse E-Cell wich der Drehzahlmesser der Ladeanzeige, die einem Ökonometer vergangener Tage ähnelt: Wer voll aufs Gas latscht, bringt den Zeiger in den tiefroten Bereich. Beim Bremsen und beim Loslassen des Gaspedals beim Bergabfahren wird Energie rekuperiert, die in die flüssigkeitsgekühlten Litium-Ionen-Batterie zurückwandert. Wegen letzterer verblieb auch der Kühlergrill am Mercedes Van. Da die Energiespeicher im Fahrzeugboden untergebracht sind, erfreut die elektrische A-Klasse durch sportliches Handling, das durch diesen tiefen Schwerpunkt. Kurven lassen sich mit dem ausschließlich in Polarsilber lackierten Stromer unerwartet flott durcheilen. Ein wenig größenwahnsinnig mutet die Tachoskala bis 240 km/h an: Um über 200 km Reichweite zu gewährleisten, ist das Spitzentempo auf 150 km/h gedrosselt.

Lautlosigkeit in der Mercedes A-Klasse E-Cell

Was in unserem Fahrbericht nicht untergehen soll, ist die angenehme Tatsache, dass im Elektro-Mercedes weiterhin volle 435 bis 1370 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung stehen. Unter dem Ladedeckel befinden sich übrigens die Ladekabel; nach drei Stunden an einer Ladestation mit 400 Volt oder acht Stunden an der heimischen 230 Volt-Steckdose ist wieder für 100 Kilometer elektrische Reichweite gesorgt.

In der Mercedes A-Klasse E-Cell könnte eine der klassischen Tugenden des Herstellers, nämlich Fahrkomfort durch Ruhe im Innenraum, zu einem Problem werden: Fährt man den Elektro-Mercedes allein, ist die durch gute Dämmung und den Elektroantrieb hervorgerufene Geräuscharmut ganz wunderbar. Vor dem anderen Fall warnte schon Familie Simpson. Marge: „In einem Auto, das so leise ist, kann man sich auch weitaus besser unterhalten.“ – Homer: „Ja, aber das bringt noch mehr Probleme mit sich.“ Doch auch dieser speziellen Herausforderung der Zukunft werden wir uns stellen müssen.

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