Erst das Gehirn, dann den Computer einschalten

Klingt logisch? Nicht für alle, offenbar. In den USA hat erst jetzt, nach sieben Jahren eines industriegesponsorten Technologieprojekts, der erste Schulleiter die Reißleine gezogen. Jahrelang hatten die Schüler seiner Einrichtung Laptops im Unterricht zur Verfügung. Über den Sinn hat wohl keiner nachgedacht, denn wozu benötige ich beispielsweise im normalen, alltäglichen Matheunterricht einen Laptop? Das dachten sich die Schülerinnen und Schüler auch und begannen damit, untereinander zu chatten, sich Videos anzusehen oder die Geräte mit MP3s aus dubiosen Quellen vollzupacken. Außerdem neigten sie wohl dazu, die Geräte gern mal zu zerstören oder zu versuchen, sich in die internen Netzwerke der Schule einzuhacken.

Der Erfolg sah offenbar so aus: Die schulischen Leistungen der Kids gingen in den Keller und die technische Ausstattung fraß Finanzmittel ohne Ende. Besonders der erste Punkt muss natürlich beunruhigen, beweist er doch, dass offenbar neue Technologien noch keine moderne und leistungssteigernde Unterrichtsgestaltung ausmachen. (Was im Übrigen jedem denkenden Menschen auch ohne diese Erfahrung hätte klar sein sollen.) Der Rektor der "Liverpool High" jedenfalls hat die Geräte eingesammelt. Keine Laptops mehr während der normalen Unterrichtsstunden.

Stattdessen, und nur das kann doch Sinn machen, hat man jetzt Unterrichtskonzepte entwickelt, für die man die technische Unterstützung tatsächlich benötigt. So zB Kurse in Mediengestaltung oder Architektur. Schade nur, dass man für eine derart simple Erkenntnis sieben Jahre und mehrere Milliarden US-Dollar verbraucht hat.

(Foto: www.pixelio.de / Fotograf: puschelpaulchen)

2 Meinungen

  1. Dieter Petereit

    .In diesem Fall wohl eher der Dollar, der lupenreine Dollar..

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