Ein Buch schreiben: So wird’s gemacht!

Man könnte meinen, ein Buch zu schreiben, ginge leicht von der Hand und ist für kreative Menschen kein Problem – all die Werke in den Bibliotheken, Buchläden und auf der Buchmesse in Frankfurt und in Leipzig zeigen ja, dass es viele Autorinnen und Autoren gibt, die sich getraut haben, ihre Leidenschaft in die Tat umzusetzen. Allerdings ist neben einer guten Idee und Talent auch eine Menge Disziplin nötig, um den Plan auch wirklich durchzuführen.

Buch schreiben: So wirds gemacht!

1

Lesen

Wer ein Buch schreiben will, muss vor allem eines tun: lesen. Seien es Sachbücher über das zu behandelnde Thema oder genaue Beschäftigung mit den verschiedenen Stilen anderer Autoren, es ist eher unwahrscheinlich, dass man ohne eingängige Lektüre ein inhaltliches und stilistisches Meisterwerk abliefert.

2

Vorbilder

Jede Autorin und jeder Autor hat Vorbilder, denen man nacheifern möchte. Nur sollte man versuchen, seinen eigenen Stil zu finden und nicht blind die gelesenen Werke inhaltlich und stilistisch zu kopieren. Man sollte versuchen, die Lieblingsautoren zu analysieren, kritisch zu hinterfragen, von ihnen zu lernen und dabei herausfinden, warum sie ihre Bücher auf ihre eigene Art schreiben und warum dies funktioniert. Fan-Fiction macht zwar Spaß, ist aber kein besonders guter Ansatz für ein eigenes Buch.

3

Recherche

Recherchieren ist dicht mit dem Lesen anderer Bücher verbunden: Ein historischer Roman, eine Stadtbeschreibung, physiologische und psychologische Phänomene leben davon, dass die Fakten stimmen. Als Autor kann man natürlich davon abweichen, nur sollte ein solches Vorgehen dennoch logisch begründet werden. Schlechte Recherche hilft weder der Geschichte noch der Chance, sie den Lesern zu vermitteln.

4

Üben

Übung macht auch beim Buch schreiben den Meister. Viel und häufig schreiben ist eine Aufgabe, die keinem Autor abgenommen werden kann. Man muss sich an dieser Stelle auch damit abfinden, dass vermutlich achtzig bis neunzig Prozent der Arbeit für den Papierkorb oder zumindest für die Schublade produziert wird.

5

Rechtschreibung

Sicherlich schreiben die meisten Autorinnen und Autoren heute am Computer und die Rechtschreibprüfung der Textverarbeitungsprogramme ist eine enorme Hilfe – dennoch sollte man die Sprache beherrschen, in der man schreibt. Dies gilt sowohl für Satzbau als auch für die Rechtschreibung.

6

Ideen

Wer gerne ein Buch schreiben möchte, aber nicht weiß worüber, hat prinzipiell ein Problem. Denn egal ob man einen Roman verfassen mag oder ein Kochbuch, zuerst benötigt man eine gute Idee, vorzugsweise etwas Originelles (oder zumindest etwas Postmodernes). Eine Idee für eine Geschichte kann aus einem Erlebnis entstehen (biografisch oder autobiografisch), aus einem Satz (J. R. R. Tolkiens „Der kleine Hobbit“ entstand durch seine Faszination mit dem ersten Satz des Buches, den er als Beispiel in einer Unterrichtsstunde aufschrieb), einer Betrachtung (soziale Betrachtungen zum Beispiel oder auch eine Ekphrasis, eine Bildbeschreibung) oder der eingehenden Beschäftigung mit einem Thema.

7

Planung

Einfach drauflos schreiben ist selten eine gute Idee: Zu schnell verstrickt man sich in Nebenhandlungen oder verliert das Ziel aus den Augen. Ebenfalls selten ist es, die Geschichte in chronologischer Reihenfolge zu schreiben. Wenn man sich zu Beginn der Arbeit einen Plan macht, der schon recht genau die Abfolge der Szenen, Kapitel und Handlungsstränge beschreibt, wird sich später daran orientieren können. Auf der anderen Seite wird man sich auch damit arrangieren müssen, des Öfteren den Plan zu ändern und auch die bereits fertigen Kapitel umschreiben zu müssen.

8

Aufteilung

Bücher können alle erdenklichen Aufteilungen haben. Eine typische Gliederung ist dreigeteilt zwischen der Vorstellung der Charaktere und dem Präsentieren des Themas als erstem Punkt, der Verdichtung der Handlung, mögliche Hürden und Einsichten als zweiten Teil und dem Höhepunkt (Klimax), sowie der Auflösung im dritten. Ein Roman kann aber auch ein antiklimaktisches Ende haben oder keine (oder ambivalente) Auflösung. Die Gliederung kann auch nach einer internen Logik erfolgen („A Clockwork Orange“ von Anthony Burgess beispielsweise ist in 21 Kapitel aufgeteilt, um die Bedeutung der Volljährigkeit zu unterstützen und James Joyces „Finnegans Wake“ ist – zumindest in Bezug auf den ersten und letzten Satz des Buches – elliptisch geschrieben).

9

Kritik

Man muss in der Lage sein, sich Kritik stellen zu können. Einzelne Kapitel und auch das fertige Werk sollten einer Person zu lesen gegeben werden, der man einerseits vertraut und auf deren Rat man andererseits auch hört. Zudem muss man sich ein dickes Fell anschaffen, wenn man seine kreative Arbeit anderen gibt, bekommt dafür aber auch oftmals gute Hinweise, die der Verbesserung dienen können.

10

Dranbleiben

Wer ein Buch schreiben will, wird früher oder später einen Moment fehlender Motivation erleben. Ob nun eine ausgewachsene Schreibblockade, ein Hadern mit den eigenen Fähigkeiten oder der Veröffentlichungsmöglichkeiten oder schlicht fehlendes Interesse – ist der Wunsch nach dem eigenen Buch ehrlich und stark, so sollte man versuchen, über diesen Moment hinweg zu kommen. Sich zum Schreiben zwingen bringt allerdings selten etwas.

Tipps und Hinweise

  • http://www.leipziger-buchmesse.de/
  • http://www.buchmesse.de/de/fbm/

2 Meinungen

  1. Ein weiterer Tipp: Kurse für kreatives Schreiben und Schreibwerkstätten. Oder sich mit Gleichgesinnten zusammentun und regelmäßig austauschen. Das kann beispielsweise bei Schreibblockaden mitunter hilfreich sein. Auch Foren im Internet, die sich mit dem Schreiben befassen, sind meistens empfehlenswert zum Austausch.

  2. Aber auf jeden Fall ist auch eine Weiterbildung von Nöten. Sprich, seine Schreibe zu verbessern. Die Theorie will genauso gelernt werden, wie die Praxis. Es gibt unendlich Bücher da draußen zu dem Thema und noch viel mehr Artikel im Netz. Nur wenn man weiß, was möglich ist, kann man es auch anwenden.Ansonsten schöner Artikel.Grüße

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