Dresden sagt Nein zu Flüchtlingsheim

Kreuzkirche in Dresden

Hotel „Prinz Eugen“ im Dresdner Stadtteil Laubegast: Hier war die Unterbringung von 94 Flüchtlingen geplant. Da der Eigentümer immer wieder in sozialen Netzwerken bedroht und sein Hotel mit feindlichen Sprüchen beschmiert wurde, zog er seine Zusage jetzt zurück. Seinen Schritt begründete er mit dem „massiven Widerstand der Bevölkerung“.


Alternativloser Rückzug

Ende 2014 lebten in Dresden 2093 Asylbewerber, für dieses Jahr wird mit etwa 1740 Neuzugängen gerechnet. Nachdem die Bauaufsicht kurz vor Weihnachten die Genehmigung für die Unterbringung der 94 Flüchtlinge in Laubegast gegeben hatte, rief die Stadtteilinitiative „MeinLaubegast.de“ eine Internetpetition ins Leben, die sich gegen die Umwidmung des Hotels aussprach. 5700 Menschen unterschrieben den Antrag – mehr als die Hälfte von ihnen stammte nach Angaben der Gegeninitiative „Laubegast ist bunt“ gar nicht aus Dresden. In der Petition wird unter anderem beklagt, dass in dem Hotel die Unterbringung alleinstehender Männer geplant gewesen sei, womit das Konfliktpotential überproportional ansteige. Zudem sei der Wahlkreis Leuben/Laubegast ein „politisches Risikogebiet“: Er habe die zweithöchste NPD-Wählerrate und sei deshalb „prädestiniert für Konflikte“. Weiterhin wird kritisiert, dass die Stadt Dresden mit „der Zurverfügungstellung eines 4-Sterne-Hotels mit Raumgrößen von 33-40 qm für Asylsuchende das Ziel der Angemessenheit deutlich überschritten habe“.

Keine Lösung in Sicht

Die Absage hatte eine zweite Petition zur Folge, die sich für die Einberufung einer Einwohnerversammlung einsetzte. Diese wurde sowohl von „MeinLaubegast.de“ als auch von „Laubegast ist bunt“ unterstützt. „Man wolle mit den Gegnern des Flüchtlingsheims ins Gespräch kommen“, so deren Koordinator.
Der migrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Stadtrat kritisierte in der „Leipziger Volkszeitung“ den Rückzug des Hotelbesitzers. So sei es „kein gutes Signal, dass verantwortungsvolle Bürger auf Grund von Druck und Angst ihre Unterstützung zurückziehen. Gerade vor dem Hintergrund der Pegida-Bewegung müsse die Gesellschaft positive Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz setzen.“
An der Dresdner Pegida-Kundgebung am vergangenen Montag hatten mit 25.000 Menschen so viele teilgenommen wie noch nie.

Foto: Thinkstock, iStock, luchschen

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