Donald Duck und Dr. Erika Fuchs: Wie Entenhausen nach Deutschland kam

Hinter all den Comichelden versteckt sich eine Frau

Dabei haben Donald Duck, Dagobert, Micky Maus und Co bereits Generationen von Kindern dazu gebracht, zu lesen. Und wenn man es genau betrachtet, dann kann man  nicht nur seine Lesefähgikeit, sondern tatsächlich auch sein Allgemeinwissen mit den bunten Bildchen erweitern. Eine große Rolle dabei spielte seit den Fünfzigerjahren eine Dame namens Erika Fuchs.

Sie, die sich als einziges Mädchen auf einer Jungenschule durchgesetzt hat, brauchte direkt nach dem Krieg Arbeit und zwar dringend. Doktortitel hin oder her, ließ sie sich für das „Schundheftchen“ Micky Maus anheuern und zwar als „Chefredakteurin“. Nicht erst heute würde man das als überqualifiziert bezeichnen. Doch Frau Dr. Fuchs war der Ansicht, dass man als Übersetzerin nicht qualifiziert genug sein könnte und es ist ihr gelungen, den Geschichten ihren ganz persönlichen Stempel aufzudrücken.

Als Ehrenpräsiderpel der Sache genau auf den Grund gegangen

Ernst Horst, ein Comicfan mit Leib und Seele und  nicht nur Gründungsmitglied sondern auch Ehrenpräsiderpel der Donaldisten (siehe „Weiterführende Links“), hat es sich mit seinem Buch „Nur keine Sentimentalitäten“ zur Aufgabe gemacht, der Verbindung von Dr. Erika Fuchs und seinen Comichelden Stück für Stück in akribischer Kleinstarbeit näherzukommen und so manches Mal auch auf, sagen wir, Übersetzungsbesonderheiten hinzuweisen. So genau wollten es die meisten von uns vielleicht gar nicht wissen, bisweilen wird es auch tatsächlich ein wenig langatmig, aber trotzdem ist es nicht uninteressant gemeinsam mit dem Autor zu verfolgen wie dank Donald Duck, Gustav Gans und Co kontinuierlich wieder ein wenig Farbe in die Nachkriegskinderzimmer einzog und Entenhausen seinen ganz eigenen Charakter verliehen bekam.

Liebesgrüße aus Entenhausen: „Mitten ins Herz“

Wer nicht nur mehr über die Frau dahinter erfahren möchte, sondern auch die weiblichen Comichelden den männlichen vorzieht, für den ist „Mitten ins Herz“ genau das Richtige. Ausgewählt wurden viele schöne Geschichten rund um die Liebe und man darf auch den Oberknauser Dagobert mal so richtig verliebt erleben, ein Comic, das mindestens so schön und romantisch ist wie das der jungen Dorette zu Zeiten, als Oma noch auf dem Tisch tanzte.

Ernst Horst: „Nur keine Sentimentalitäten – Wie Dr. Erika Fuchs Entenhausen nach Deutschland verlegte“, erschienen im Oktober 2010 bei Blessing, gebunden zu haben für 22,95 Euro unter ISBN 978-3896674067

Disney Enthologien 08: „Mitten ins Herz – Liebesgrüße aus Entenhausen“, erschienen im Januar 2011 bei ehapa, gebunden, Preis 15 Euro. ISBN 978-3770434008. 

Weiterführende Links

Zur Homepage der Donaldisten: http://www.donald.org/

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