Die unsichtbare Krankheit…es geht weiter

ich habe in meinem ersten Artikel eine kleine Geschichte erzählt, die ich auch weiter fortsetzen möchte. Diese Geschichte ist meine Geschichte und sie ist keineswegs zu Ende, sie ist auch heute noch täglich präsent. Aber ich habe auch versprochen, von allgemeinen Dingen zu dieser Krankheit zu erzählen. Von Dingen zum Beispiel, die uns vor Augen halten, woher und warum solche Krankheiten kommen…können. Damit will ich sagen, der Körper schlägt Alarm, wenn der Kopf nicht hören will. Manche Krankheiten schlummern in uns, brechen aber nie aus, andere  sind plötzlich da. Aber…!so plötzlich sind Krankheiten nicht da, außer vielleicht ein Arm oder Beinbruch, aber die meisten Krankheiten schlummern in uns, wir müssten nur öfter auf unseren Bauch hören, wir hätten die Chance dagegen zu steuern, aber wer tut das, wer kann sich das erlauben, wer ruht aus und hört auf seinen Körper noch bevor er blutige Knie hat…

Ich berichte Ihnen heute von der Kraft der Widerständigen. Ich habe diesen Artikel in dem Spiegel Ausgabe 15/09 gelesen und möchte Ihnen darüber berichten.

Es geht um Prominente, bekannte Persönlichkeiten, die die meisten von uns kennen und um deren Kindheitsgeschichten. An Beispielen dieser Menschen können wir am Besten beobachten, welche Vergangenheit diese Kinder hatten und was sie daraus gemacht haben, bzw. was sie daraus machen konnten. Der Bericht verdeutlicht was wirklich  im Leben  zählt, was der Mensch braucht und vor allem was Kinder brauchen, die gesund groß werden wollen. Ein misshandeltes Kind, lernt nicht nur zu laufen, es lernt auch das Misshandlung zum Leben gehört. Es wird sich ein Leben lang daran erinnern und nicht nur das, es wird vielleicht selbst einmal zum Mißhandler, oder es richtet die Misshandlungen gegen sich.  Der  Spruch: die Zeit heilt alle Wunden, meint die aufgeschlagenen Kinderknie und selbst die bleiben als Narben zurück. 

Aber lassen sie mich, von guten Ereignissen berichten. Was macht ein Kind stark?  Was hat der Starke, was dem Schwachen fehlt? Warum schafft der eine es zum mächtigsten Mann der Welt, wie Bill Clinton, dessen Stiefvater einen Revolver auf ihn hielt und der andere, nennen wir ihn Sam landet im Gefängnis.

„Resilienz “ nennen Forscher Menschen die sich wie Bill Clinton auszeichnen: psychische Widerstandsfähigkeit- eine strapazierfähige Verfasstheit der Seele. Dieser Begriff kommt aus der Werkstoffphysik und bezeichnet ursprünglich die Eigenschaften elastischen Materials wie Gummi, nach Momenten extremer Spannung unversehrt zurückzuschnellen. Forscher, Psychologen, Genetiker spüren einem Menschheitsrätsel nach: dem Wesen der Widerständigen.

Aber auch resiliente Kinder können scheitern. Kein Mensch ist ein stählerner, unverwundbarer Märchenheld. Je öfter der Mensch/ das Kind eine Situation erlebt, je nachhaltiger wird dieser Eindruck verankert. Daher gilt die Überzeugung der Forscher, dass sich bereits im frühen Kindesalter seelische Robustheit systematisch stärken lasse. Ein Kind psychischen Widerstand zu lehren, bedeutet ihm Geborgenheit zu geben. Den psychisch robusten schützen zwei Kräfte, solche die sich erwerben lassen und jene die angeboren sind. Beide können sich wechselseitig verstärken. Eine größere Rolle spiel dabei der Botenstoff Serotonin, soll jedoch nicht bedeuten, dass dieser Zusammenhang zwischen einem Botenstoff  und der Widerstandskraft eines Menschen schon alles ist, was diese Kraft ausmacht. Typische Schutzfaktoren sind die frühen zuverlässigen Erfahrungen von Liebe, Zuneigung und Zutrauen. Eine enge sichere Beziehung zu mindestens einer Person steht ganz oben auf der Liste der Dinge, die einem Menschen die Kraft und Zuversicht geben. Wer früh die Sicherheit erfährt dass er sein Leben positiv gestalten kann, entwickelt ein stärkeres Gefühl von Selbstvertrauen. Zuverlässige Bezugspersonen zähen zu den bedeutendsten äußeren Schutzfaktoren im Maschewerk einer gesunden Psyche. Jedes Kind braucht verlässliche Menschen um einen Platz im Leben zu finden. Die Psychotherapeutin Anna Freud beobachtete im Zweiten Weltkrieg während der Luftangriffe die Gelassenheit der Säuglinge, solange die Mütter ruhig blieben änderte sich für die Babys in den Armen der Mütter nichts. Eine sichere Bindung zu einer Bezugsperson kann selbst jenen Widerstandskraft verleihen die von der Natur mit eher ungünstigen Erbanlagen ausgestattet sind. Die größte Überraschung an der Resilienz sei das Gewöhnliche, die Fähigkeit zu denken, zu lachen, zu hoffen, zu handeln, um Hilfe zu bitten. Nur das Gewöhnliche ist eben oft nicht die Normalität.  Geben wir unseren Kindern das Beste mit auf den Weg was wir tun können, Liebe, Zuversicht, Verläßlichkeit, Geborgenheit, dass sind wir ihnen schuldig, auch wenn wir es selbst nicht erfahren haben.  

 

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