Die Praktikantengesellschaft – auch in der Hotellerie

Um junge Leute für sich zu interessieren, greifen zuweilen auch große Hotelketten in die Trickkiste. Mit dem "Check-In-Day" am 20. Januar wollen rund 40 Hotels in ganz Deutschland neue Praktikanten gewinnen. Natürlich, es geht schon um Jobs, aber halt erst später. Daher vergeben die Personalleiter von großen Hotelketten, die sich im sog. Hotel Human Resources Circle zusammen geschlossen haben, rund 1.000 Praktikumplätze…

Wahr ist, dass man oftmals ein Praktikum absolvieren sollte, um eigene Neigungen (und Abneigungen) bei Berufen festzustellen. Wahr ist aber auch, dass dies Arbeitgeber gern (ein wenig?) ausnutzen und auch Studienabgänger zu mehr oder weniger schlecht oder gar nicht bezahlten Praktika drängen. Eindeutiges Qualitätsmerkmal ist, wenn ein Arbeitgeber nach einer Frist von ca. acht bis zehn Wochen zu erkennen lässt, ob eine Anstellung oder ein freier Job in Aussicht steht. Wie dieser dann bezahlt wird – in Hamburg wurde erst jüngst wieder offenbart, dass frei arbeitende Zimmermädchen für gerade einmal 2,48 Euro je Stunde in Fünf-Stern-Hotels malochen müssen – ist dann die nächste Gretchenfrage.

Grundsätzlich ist die Initiative der großen Hotelgruppen nach einem koordinierten Praktikumangebot zu begrüßen. Doch wer etwas auf sich hält, bietet den jungen Leuten auch Ausbildungspltze und Trainee-Programme an. (Carsten Hennig)

4 Meinungen

  1. Hi,habe Deinen Artikel gelesen und muss Dir in Bezug Praktika auf Ausbildungsplätze zustimmen. Doch von ausbildenen Kollegen habe ich gehört, das die Rahmenvoraussetzungen nicht mehr stimmen. Wenn ich höre, das ein Azubi schon im ersten Ausbildungsjahr fast € 500,00 (Lehrgeld) bekommt kann ich ihnen nur zustimmen, denn es kommen noch Berufsschule, Urlaub und Fehltage hinzu, die auch bezahlt werden wollen.Ich selber habe meine Lehren als Koch und Hotelkaufmann vor ca. 20-25 Jahren gemacht. Als Kochlehrling hatte ich Kost und Logis und ein monatliches Taschengeld von 50-150 DM bei einer 6 Tagewoche mit 10 Std. täglich. Während meiner Ausbildung zum Hotelkaufmann habe ich zusätzlich ein vier monatiges unentgeltliches Praktikum in einem großen Hotel absolviert, mit dem Erfolg das ich nach meiner Lehre direkt übernommen wurde und die Position eines Direktionsassistenten übernahm. Wenn Studenten ein Praktikum brauchen, sollten sie sich nicht zu schade auch für kleines Geld zu arbeiten, denn schließlich handelt es sich um eine Art Lehre und Lehrjahre sind keine Herrenjahre, da muss schon mal eine Faust in der Tasche gemacht werden.Als Studienabgänger in einem Hotel ein Praktikum machen um evtl. einen Job zu bekommen? Wie dumm bin ich denn als studierter Kopf? Da würd ich als Kellner oder Nachtportier arbeiten gehen und meine Qualitäten zeigen und somit auf mich aufmerksam machen. Zudem kann ich als Studienabgänger nicht erwarten direkt ins Management übernommen zu werden, denn zwischen Theorie und Praxis besteht immer noch ein himmelweiter Unterschied.

  2. „Generation Praktikum“ wäre fast Wort des Jahres geworden, wobei es aus meiner Sicht das Unwort werden sollte.

  3. Sehr gut! Es gibt doch noch Unternehmen – besonders die Hotels, die Personal ausbilden – alle Entlassen Mitarbeiter und bilden nicht aus. Das wird unser kleiner Aufschwung wieder bremsen. Aber immer weiter so. econciergehttp://www.e-concierge.de

  4. Dieser Post ist ja schon etwas älter, aber es ist schon interessant zu sehen, wie sich die Jobsituation innerhalb weniger Jahre verändern kann. Hatten die Unternehmen 2007 noch eine große Auswahl an Bewerbern, haben heute die Bewerber den Vorteil sich die Jobs auszusuchen 🙂 Habe mal in einer Jobbörse nach Ausbildungen in der Hotellerie gesucht und aktuell gibt es dort fast 500 Angebote für eineAusbildung als Hotelfachfrau.So schnell kanns gehen!

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