Die Kulturmetropole Moskau kurz vorgestellt

Mit über 15 Millionen Einwohnern ist  Moskau das politische, wirtschaftliche und auch kulturelle Zentrum Russlands. Neben den zahlreichen Kirchen, Theatern, Museen und Galerien ist man besonders stolz auf die weltberühmte Kulturszene: Vom Moskauer Konservatorium, das unter anderem mit dem Tschaikowski-Wettbewerb internationale Standards setzt, bis zum Bolschoj-Theater mit seinen legendären Schwanensee- und Nussknacker-Ballettvorstellungen.

Wer bei seiner nächsten Moskau-Reise aber auf Nummer sicher gehen will, dass er nichts verpasst, für die hat Katerina Novikova, Pressesprecherin des Bolschoj-Theaters, die wichtigsten Highlights zusammengetragen.

City of Modern Art

Wer russische Kunst vor allem mit Ikonenmalerei verbindet, sollte sich unbedingt die florierende Szene für moderne Kunst anschauen, die in den letzten Jahren immer neue Galerien und Kunst-Zentren hervorgebracht hat:

  • Allen voran das Areal der ehemaligen Schokoladenfabrik auf der Bolotny-Insel. Hier ist nach dem Auszug der Fabrik „Roter Oktober“ ein Zentrum für junge Kreative entstanden: Designer, Galerien und Cafés lassen Beobachter schon vom „Moskauer SOHO“ sprechen – auch Nachtschwärmer sind hier gut aufgehoben.
  • Auf keinen Fall entgehen lassen sollte man sich auch den leicht verwahrlosten Charme des „Garden of Fallen Monuments„. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden über 700 Sowjet-Statuen und Denkmäler aus der Stadt entfernt und hier deponiert. Stalin, Lenin, Breschnew und all die namenlosen Bauern und Arbeiterdenkmäler als Sinnbilder des gestürzten Regimes und Beispiele sowjetischer Propaganda.
  • Und wenn man schon mal da ist, sollte man auch der an den Park anschließenden neuen Tretjakov Galerie für Moderne Kunst einen Besuch abstatten: eine beeindruckende Sammlung (nicht nur) russischer Avantgarde des 20. Jahrhunderts – unter anderem findet sich hier Malewitsch‘ berühmtes „Schwarze Quadrat.
  • Gleich gegenüber der Tretjakov-Galerie ist auch der sogenannte „Gorki-Park“ – der Central Park Moskaus. Hier lässt sich es nach dem Museumsbesuch bestens entspannen und das bunte Treiben der Moskauer beobachten. Wer immer noch nicht genug Kunst hatte, kann aber auch in die „Garage„, die mitten im Park liegt: Ein Zentrum für zeitgenössische, internationale Kunst, gegründet von Dasha Zhukova, das auch ein sehr nettes Café beherbergt.

Auf den Spuren Bulgakovs

Das inoffiziell „Patriarchenteiche“ genannte Stadtviertel liegt sich im historischen Zentrum. Hier befindet sich auch ein knapp 10.000 m² großes und zwei Meter tiefes, künstliches Gewässer. Das bereits im 19. Jahrhundert bekannte Viertel zog als Naherholungsgebiet schon so berühmte Gäste wie Leo Tolstoj, Alexander Puschkin oder Nikolaus Gogol an.

Besondere Bekanntheit erlangte Patriarchenteiche allerdings durch Michael Bulgakovs Roman Der Meister und Margarita, der zum Großteil in der Gegend rundum den Teich spielt. Er wurde so berühmt, dass viele Moskauer versuchen,  einen Platz auf einer Bank mit dem Rücken zur Malaya Bronnaya Straße zu bekommen – eben so wie die Charaktere im Roman.

Kirchen, Kirchen, Kirchen

Wer in Moskau ist, sollte sich mindestens eine der zahlreichen Kirchen, die mit ihren goldenen Türmen das Stadtbild prägen, anschauen. Die Christ-Erlöser Kathedrale beispielsweise ist eine der wichtigsten russisch-orthodoxen Kirchen und eine sehr imposante Erscheinung – und Schauplatz des inzwischen berühmt-berüchtigten „Punk-Gebets“ der Punkband Pussy Riot.

Auch einen Ausflug wert ist das Nowodewitschi Kloster, das zahlreiche typische Moskauer Kirchen aus verschiedenen Epochen beherbergt und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Hinter den dicken Mauern lässt sich in einem sehr charmanten Park auch die Smolensker Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert bestaunen.

Wer genug Kirchen gesehen hat, kann sich eine Pause am Ufern des an das Kloster angrenzenden Sees gönnen und dabei die vielen Brautpaare beobachten, die hierher kommen, um stimmungsvolle Hochzeitsfotos mit Klosterkulisse zu machen.

Moskau ist immer einen Besuch wert

Wer Moskau abseits von Touristenschwärmen und Regierungspropaganda kennenlernen will, sollte auch die sogenannten Tours by Locals in Betracht ziehen. Bei diesen Führungen werden die kleinen Gruppen von Einheimischen geleitet. Sie erhalten bei diesen Touren Einblicke wie beispielsweise eine russische Mahlzeit zubereitet wird oder auch, wie es sich in einer echten sowjetischen Datsche so lebt. Noch authentischer lässt sich Moskau selten erleben.

Artikelbilder
Gorki-Park: serjek – Fotolia.com
Patriarchen-Teiche: Thinkstockphotos, iStock, rogkoff
Christ-Erlöser Kathedrale: Thinkstockphotos, iStock, boonsom

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