Die Farbe des Ozeans: Flüchtlingsdrama von Maggie Peren

Was dem Europäer als paradiesisches Urlaubziel mit herrlichen Temperaturen gilt, ist dem Afrikaner vermeintliche Fluchtburg und doch Gefängnis. Im Melodrama „Die Farbe des Ozeans“ der Schauspielerin, Drehbuchautorin und Regisseurin Maggie Peren wird Nathalie, eine Touristin, Augenzeugin der Ankunft senegalesischer Bootsflüchtlinge am Strand der Ferieninsel. Nur zehn der 28 Flüchtlinge haben die Überfahrt überlebt. An Land winkt ihnen keine heile oder bessere Welt. Sie werden vom Grenpolizisten José in ein Auffanglager gezwungen von dem aus sie wieder zurück in die perspektivenlose Heimat abgeschoben werden sollen. Zola und sein junger Sohn Mamadou können aus dem Lager fliehen. Für 1.000 Euro bietet ein Schlepper ihnen den Transport ans spanische Festland an. Zola bittet Nathalie um Hilfe, die sie ihm nicht ausschlagen kann. Doch dadurch bringt sie die Flüchtlinge und sich unbeabsichtigt in eine prekäre Situation. Auch der Grenzploizist José befindet sich als gehorsamer Staatsdiener und gleichzeitig mitwissender Bruder einer drogenabhängigen Schwester in einer heiklen Lage.

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Maggie Peren wurde bekannt mit Drehbüchern wie „Freche Mädchen“, „Hände weg von Mississippi“ und „Napola – Elite für den Führer“, für das sie 2004 den Deutschen Filmpreis bekam. Mit „Die Farbe des Ozeans“ gelingt ihr ein fesselndes Leinwanderlebnis, das die Problematik um die „Festung Europa“ wiederspiegelt, die sich zunehmend durch Asylpolitik und scharf kontrollierte Grenzen gegen Einwanderer und Flüchtlinge abschirmt. Hotelbunker schützen sich vor lästigen Lumpengestalten. Luxus versus Armut. Die Filmemacherin zeigt in fast dokumentarischem Stil die permanente, humanitäre Katastrophe am Rande der europäischen Welt auf.

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2011 bekam „Die Farbe des Ozeans“ nicht nur den VGF-Preis für die beste Nachwuchsproduktion, sondern wurde auch auf dem Filmfest in München mit dem Bernhard-Wicki-Preis geehrt.

Die Farbe des Ozeans

Buch, Regie: Maggie Peren
Land: Deutschland, Spanien, 2011
Darsteller: Álex Gonzaléz, Hubert Koundé, Sabine Timoteo, Friedrich Mücke
Genre: Drama
Länge: 95 min.

Kinostart: 22.März 2012

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