Die 10 größten Medizin-Mythen: Was ist dran?

Medizin-Mythen betreffen viele Aspekte der Gesundheit, vor allem aber Dinge, die man angeblich nicht tun sollte/darf. Meistens aus irrigen Vorstellungen der Altvorderen geboren und meist auf Moral, Ethik, Anstand oder Benimmregeln basierend, haben sie sich heute zu Gesundheitsannahmen entwickelt, die als medizinischer Fakt hingenommen werden.

Dabei fehlt den meisten jegliche logische Grundlage oder es handelt sich um Fehldeutungen und Missverständnisse. Neben den angenommenen Ursachen für Krankheiten beinhalten Medizin-Mythen aber auch komplett falsche Auslegungen von Körperfunktionen.

Ein beliebtes Beispiel hierfür ist auch der Mythos von den gerade einmal 10 Prozent, die wir von unserer Hirnkapazität angeblich nutzen. Tatsache hierbei ist, dass jeder Mensch zu jeder Zeit sämtliche Ressourcen und Bereiche im Gehirn nutzt. Weitere Medizin-Mythen finden sich hier in der Top Ten dessen, was uns Großeltern, Eltern, Lehrer und sogar Ärzte erzählen wollen, da sie es genauso selbst einmal erzählt bekamen.

Medizin-Mythen: Die Top 10

1

Gerade sitzen, sonst droht ein Buckel

Wer kennt nicht die Mär davon, gerade sitzen zu sollen, da man ansonsten einen Buckel bekommt? In der medizinischeren Variante werden dadurch die Bandscheiben stärker belastet. Tatsächlich aber werden genau durch das Geradesitzen Bandscheiben und Wirbelgelenke beansprucht – am Besten, man wechselt die Position häufig. Auch leicht zurück gelehnt ist für den Rücken entspannend.

2

Krebs durch Handy

Da fliegen Strahlen wie aus der Mikrowelle durch die Luft und wir halten das Endgerät ständig ans Ohr – da muss doch einfach ein Gehirntumor und andere Krebsarten im Kopf drohen! Stimmt aber nicht, denn abgeschirmte Handys richten sich nach den Grenzwerten der Strahlenbelastung.

3

Fingerknacken verursacht Arthritis

Klar, mit den Fingern zu knacken ist nicht für jedes Ohr angenehm. Ebenso klar ist aber auch, dass dadurch kein Wasser in die Gelenke eintritt, sie die Gelenkschmiere verbrauchen oder sonstige Vorstellungen zum tragen kommen, die Arthritis durchs Fingerknacken auslösen könnten. Arthritis ist eine Gelenkentzündung, die durch Rheuma, Gicht oder Infektionen durch Bakterien zustande kommt. Beim Fingerknacken werden lediglich Gaspartikel aus der Schmiere gedrückt – es kann aber sein, dass man beim Dauerknacken irgendwann den festen Griff einbüßt.

4

Kaugummi herunterschlucken ist gefährlich

Kaugummis können nicht verdaut werden, soweit ist die Annahme richtig. Falsch hingegen ist, dass der Magen verklebt wird, sich die Kaugummis ablagern oder dergleichen. Unverdauliche Stoffe werden innerhalb weniger Tage aus dem Körper über den regulären Stuhlgang ausgeschieden. Was für Zellulose (bei Tomatenschalen etwa) gilt, ist auch für Kaugummis gültig.

5

schlechtes Licht, schlechte Augen

In einem abgedunkelten Raum mit nur einen kleinen Funzel lesen oder außer dem Fernseher keine weitere Lichtquelle zu haben, soll die Sehkraft angeblich vermindern. Interessanterweise sagt kein Mensch gleiches über das Kino oder das Theater, wo doch hier ähnliche Umstände auftreten. Außer, dass man in genau dem Moment schlechter sieht, braucht man sich keine Gedanken über Folgeschäden zu machen: Tatsächlich ist der direkte Lichteinfall auf den Fokus (bei einem Buch) oder davon ausgehend (beim TV-Gerät) für das Auge der angenehmste.

6

Luftheilung anstelle von Pflastern

Bloß kein Pflaster auf eine Wunde machen, die heilt sonst nicht – weiß so mancher Amateurmediziner. Ist aber leider nicht richtig, denn der Verband auf einer Wunde schützt vor Schmutzeinfall, Keimen, Bakterien und damit vor Infektionen. Auch ist die Wundheilung feucht besser als trocken, da hierbei für den Heilprozess wichtige Sekrete transportiert werden können, die ausgetrocknet nicht zur Heilung beitragen.

7

2 Liter Wasser täglich

Angeblich braucht der Mensch mindestens 2 Liter Wasser am Tag, besser mehr. Hier wurde etwas verwechselt: Es geht nicht ausschließlich um Wasser, sondern um Flüssigkeit im Allgemeinen und die nimmt man auch durch Obst, Gemüse und andere Nahrungsmittel, sowie die regulären Getränke auf ohne darüber groß nachdenken zu müssen. Wer hingegen übermäßig viel trinkt kann auch Gefahr laufen, seinem Körper zu viel Salz zu entziehen.

8

Schleim „hochziehen“ ist ungesund

Die Nebenhöhlen werden verstopft, Bakterien verteilen sich etc. – Fakt ist, dass es vielen Menschen unangenehm ist, wenn jemand seinen Schleim durch die Nase hochzieht und ausspuckt. Allerdings ist genau dies die gesündeste Art, ihn loszuwerden. Die dieser Methode angelasteten, eben genannten Medizin-Mythen gelten so aber auf das deutlich beliebtere Naseputzen mittels eines Taschentuchs.

9

Schongang ist besser

Sich zu schonen ist ein natürlicher Reflex: Wer sich die Hand gebrochen hat, möchte besser nicht die Finger bewegen, eine üble Verspannung in der Schulter führt spontan zur Schonhaltung. Manchmal ist es auch angebracht, Körperteile zur Heilung zu fixieren, doch meistens macht man es dadurch nur schlimmer: Sehnen, Nerven, Muskeln und Knochen können nicht zusammen wirken, können verkleben, sich verkürzen und alles in allem die Beschwerden stärker machen, wenn man den Schmerzen nachgibt und sich nicht bewegt. Den Rahmen der zugelassenen Bewegung muss man aber nach wie vor mit dem Arzt oder einer Krankengymnastin besprechen.

10

Masturbation hat Folgeschäden

Welche Krankheiten nicht alles dem Onanieren zugesprochen werden: Rückenmarksschwund nebst Haltungsschäden, man könne davon blind werden, Haarausfall, Krebs, Warzen, Impotenz, Wahnsinn – die Liste kann so lange weitergeführt werden, wie es Moralaposteln gefällt, die gerne Angst machen. Neben der Erkenntnis, dass Selbstbefriedigung zur menschlichen Sexualität gehört (der männlichen wie der weiblichen), sind aber gerade bei Männern einige besonders gesundheitsfördernde Faktoren bei der Masturbation zu beachten: Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken wird geringer, da die sich hier ansammelnden Karzinogene durch häufige Ejakulationen entfernt werden, außerdem steigt der Testosteronspiegel und die Ausschüttung von Glückshormonen.

Weiterführende Links:

http://www.urbanelegenden.de.pn/

2 Meinungen

  1. „Tiere, Menschen und Pflanzen können Cobalamine übrigens nicht selbst erzeugen, sondern müssen sie über die Nahrung aufnehmen.“
    Angenommen wir essen das Fleisch einer Kuh, die Kuh bekam das Coenzym durch pflanzliche Nahrung. Woher bekommt die Pflanze das B12, und ist es „begrenzt“ auf der Erde verfügbar?

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