Die 10 besten Reiseberichte und Reiseromane

Gute Reiseberichte und Reiseromane sind schwer zu finden, denn nicht immer müssen sie biographisch sein, aber stilistische Hochwertigkeit erwarten wir von ihnen, immerhin wollen wir in fremde Welten entführt werden und uns dabei so fühlen, als würden wir die Abenteuer miterleben. Daher ist es kaum eine Überraschung, dass viele der besten Reiseberichte und Reiseromane bereits einige Jahre auf dem Buckel haben, Klassiker sind nun einmal Klassiker.

Reiseberichte und Reiseromane: Die Top 10

1

Wilfred Thesiger – Arabian Sands

1945-1950 reiste Wilfred Thesiger – einer der damals berühmten Abenteurer – zur arabischen Halbinsel. Seine Reise vollzog sich kurz vor der Popularisierung von Autos und Flugzeugen, beschäftigt sich daher auch kritisch mit diesen „Fortschritten“. Neben den harten Routinen des Lebens in der Wüste beschreibt Thesiger auch die Beduinen aufs Genauste und formuliert in poetischer Schönheit die Umgebung. Die wird von beeindruckenden Aufnahmen begleitet und macht „Arabian Sands“ zur Nummer 1 der Reiseberichte und Reiseromane.

2

Robert Byron – Der Weg nach Oxiana

Byron unternahm eine Reise nach Afghanistan und Persien von 1933/34 und seine Berichte haben in ihrem Stil und ihrer Sichtweise eine ganz neue Generation von Reiseautoren hervor gebracht. Humorvoll, poetisch und sehr selbstbestimmt beschreibt Byron seine Erlebnisse, geht dabei viel auf Architektur und Geschichte ein und macht sich selbst ebenso zum Hauptakteur, wie die Gegenden, durch die er reist.

3

John Steinbeck – Die Reise mit Charlie: Auf der Suche nach Amerika

Mit 58 Jahren machte sich John Steinbeck auf, zusammen mit einem Pudel namens Charlie und einer Bootshüte auf dem Rücken eines Autos, das er Rosinante nannte, um innerhalb von 11 Wochen durch Amerika zu reisen. Dass er dabei kein einziges Mal als Pulitzer- und Nobelpreisträger erkannt wurde, ist nur eine der wenigen Freuden, die diese liebevolle Ode an Amerika bereit hält.

4

Tony Hawks – Mit dem Kühschrank durch Irland

Nicht zu verwechseln mit dem Skater, ist Tony Hawks ein britischer Schriftsteller, der aufgrund einer äußerst dummen Wette zusammen mit einem Minikühlschrank (Sie haben richtig gelesen, einem Minikühlschrank) durch Irland zieht und dort weder Zerschlagenheit noch politischen Aufruhr, sondern Gastfreundschaft und fabelhafte Gespräche erlebt.

5

Hunter S. Thompson – Angst und Schrecken in Las Vegas

Dieser Drogen-durchsuppte Reisebericht durch Amerika ist wohl eher für den zynischen Reisenden gedacht. Das Leuchtfeuer des Gonzo-Journalismus schafft es, zwischen Halluzinationen und Kopfschmerzen ein bitteres, dennoch merkwürdig anziehendes Bild von Amerika zu zeichnen. Als Philantrop sollte man es jedoch nicht ins Bücherregal stellen.

6

Paul Theroux – Abenteuer Eisenbahn – auf Schienen um die halbe Welt

Theroux‘ hatte es sich zur Aufgabe gemacht, im Jahre 1975 von London aus jeden Zug zu nehmen, der ihn weiter östlich bringen würde. Und so begann eine der bekanntesten Zugreisen, die auf Papier fest gehalten wurde, auf der natürlich vor allem die Passagiere und die Unterhaltungen, die Theroux mit ihnen führt, die Hauptrolle spielen.

7

Eric Newby – Ein Spaziergang im Hindukush

Zusammen mit seinem Freund Hugh Carless machte sich Newby nach Afghanistan auf, seinem Namen entsprechend (Newby – Anfänger/Neuer) waren beide relativ unerfahren, was jedoch dem Charme seiner Aufzeichnungen eher zuträglich ist und es dadurch auch in die Top Listen der Reiseliteratur geschafft hat. Besonders ein Treffen mit Reiseprofi Thesiger macht sich sehr humorvoll aus, etwa, wenn der sich über die aufblasbaren Matratzen der beiden Reisenden amüsiert.

8

Jack Kerouac – On the Road

Kerouac war ein integraler Teil der Beatnik Generation, weshalb sein halbwegs autobiographischer Roman den Stil dieser Bewegung verinnerlicht. Auf seiner Reise durch Amerika werden die guten und schlechten Seiten gezeigt, in einer Schreibweise die sich am ehesten mit Jazz vergleichen lässt. Penibel, dennoch spontan, fließend und emotional. „On the Road“ macht Lust auf mehr, macht Lust auf Amerika.

9

John Krakauer – Into the Wild

Seit der Verfilmung und dem beeindruckenden Soundtrack von Eddie Vedder ist Krakauers elaborierte Zusammenfassung des Lebens von Christopher McCandles ein Bestseller Reisebericht, der durch die harsche Grausamkeit Alaskas führt. Ob McCandles wirklich nach dem Sinn des Lebens suchte, nach der Selbstfindung und der inneren Ruhe, sei einmal dahin gestellt, aber betrachtet man „Into the Wild“ als Fiktion, dann ist Krakauer ein beeindruckendes Werk gelungen, das zwar den Protagonisten, nicht aber die Natur romantisiert.

10

Roger Willemsen – Die Enden der Welt

Zum Abschluss, Willemsens eigenartiger Reisebericht, der die grundlegende Selbstfindung der Reisenden dekonstruiert, stattdessen die entlegenen Plätze hervor hebt, wo Einsamkeit mehr als Naturwunder die Umgebung ausmacht. An die Enden der Welt reiste Herr Willemsen und nicht zuletzt durch die rhetorische Grazie dieses Mannes bleiben nüchterne, dennoch (oder gerade darum) beeindruckende Beschreibungen auf insgesamt 542 Seiten zurück.

Weiterführende Links:

http://www.ruf-der-wildnis.de/wlindex.html – Tipps zum Überleben in der Wildnis

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