Die 10 besten Girlbands: If you wanna be my Lover

Sind nun TLC oder Destiny’s Child Girlbands, nur weil dort ausschließlich Frauen singen? Wie ist das bei den Supremes? Ein Kriterienkatalog lässt sich schwerlich erstellen und so sind wir wie folgt vorgegangen: Wenn die Band ausschließlich aus Frauen besteht (bestand) und massenkompatible und erfolgreiche Musik macht bzw. gemacht hat, so kam sie in die engere Auswahl. Das Resultat fand dann Eingang in unserer Top 10.

Einige werden Atomic Kitten vermissen, oder Wonderwall. Doch kann man sich bei einer solchen Liste nicht gänzlich von Subjektivität freisprechen. Versucht aber wurde zum einen den musikalischen sowie generationsspezifischen Einfluss der jeweiligen Band zu berücksichtigen, außerdem sollten unterschiedliche Stile und Herkunftsländer Berücksichtigung finden sowie mehrere Jahrzehnte abgedeckt werden. Viel Vergnügen mit unserer Top 10 der besten Girlbands!

Girlbands: Die Top 10

1

Spice Girls

Trotz der vergleichsweise wenigen Damen-Popbands wird diese Liste von den fünf Spice Girls angeführt. Mit Sicherheit spielt hier der europäische und explizit deutsche Blick eine Rolle, doch nicht wenige heute zwischen 20- und 30-jährige sind mit „Wannabe“, „Spice up your life“ und „Stop“ aufgewachsen. Posh, Scary, Baby, Sporty und Ginger Spice schafften zwischen 1994 und 2001 dabei etwas, das keiner der britischen Boybands je vergönnt war: Nummer Eins auch in den USA zu sein. Sowohl das Debütalbum „Spice“, als auch die erste Auskopplung „Wannebe“ führte die Charts in Amerika an. Neunmal Number One in UK – auch das eine beachtliche Leistung. Interessanterweise brachten die Spice Girls nur drei Alben heraus, letzteres sogar bereits ohne Geri Halliwell, die sich schon 1998 auf ihre Solokariere besann. Für viele bleiben die Fünf dennoch die Personifikation einer Girl-Group.
Der Ursprung der Band geht auf ein Zeitungsinserat zurück. Es wäre auch zu perfekt, hätten sich eine Blonde, eine Rothaarige, zwei Braun- und eine Schwarzhaarige, die zudem auch dunklen Hauttyps ist, zufällig zusammengefunden und beschlossen, eine Band zu gründen. Nichtsdestotrotz: Das Kalkül des Schöpfers Bob Herbert ging auf. Völlig berechtigt stehen sie auf Platz 1.
Und weil das Video einfach so großartig und kultig ist, starten wir mit einem Originalclip und keiner Live-Version:

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2

All Saints

Ein wenig in Vergessenheit geraten, wenngleich sie immer noch – mehr oder weniger – aktiv sind. Die All Saints feierten allerdings ihre größten Erfolge Ende der 90er beziehungsweise mit der Jahrtausendwende. Unvergessen ist der Titelsong zu DiCaprios wahrscheinlich schlimmsten Rolle in „The Beach“. Der Song dazu („Pure Shores“) war aber super.
Die erste Nummer eins hatten die vier Britinnen in ihrem Heimatland mit „Never Ever“, insgesamt gingen in UK fünf All Saints-Songs an die Spitze der Charts, sowie überdies zwei Alben. Jenseits der Insel blieb der Erfolg zwar aus, doch will es der subjektive Popgeschmack, dass Natalie, Melanie, Nicole und Shaznay auf der Zwei dieser Liste stehen. Das letzte Album erschien 2010. Im Jahr 2014 kann man sie wieder Live erleben. Die vier Damen begleiten die Backstreet Boys auf ihrer Tournee. Fünf gemeinsame Termine wird es geben, in Großbritannien und Irland.

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3

The Supremes

1959 gründete sich die Gruppe, bestehend aus drei Mitgliedern. Ein Jahr später gab es den ersten Tausch in der Zusammensetzung: Florence Ballard, Mary Wilson und vor allem Diana Ross blieben dann aber bis 1967 unverändert die Köpfe der Supremes und feierten riesige Erfolge in den USA der 60er Jahre. Wer Musik der Supremes kennt, wird wissen, dass sie sich nicht mit „Pop“ beschreiben lassen, sondern viel eher Soul- und R’n’B-Elemente im Mittelpunkt standen. Und natürlich sind sie keine klassische Girlband, wenn es denn so etwas gibt. Aber die Erfolge sprechen für sich und so ließ sich nicht um sie herum kommen. Dazu eine Zahl: 12 Nummer-1-Hits in den USA. Ab 1967 wurde Diana Ross vorangestellt. Mit dieser Besetzung schafften die drei Musikerinnen zwischen 1967 und 1977 zwei Alben ganz oben in den US-Charts zu platzieren. Darüber hinaus gab es ein überaus erfolgreiches Broadway-Musical sowie den 2006 fertiggestellten Kinofilm unter dem gleichnamigen Titel „Dreamgirls“, für den Jennifer Hudson den Oscar als beste Nebendarstellerin gewann, und der außerdem mit insgesamt drei Golden Globes ausgezeichnet wurde.
Schaut man sich eine Performance des ersten No.1-Hits in den USA an, dann beschleicht einen durchaus das Gefühl, dass diese Zeit etwas zurückliegt. Trotzdem – unsere Top 3!

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4

Destiny’s Child

Die Girlgroup der Jahrtausendwende, aber auch hier: Girlgroup ist nicht despektierlich gemeint, es gibt nur keinen adäquateren Sammelbegriff der hier gelisteten Gruppen. Besonders als Beyoncés, Michelle und Kelly nach dem Ausscheiden von Farrah Franklin nur noch zu dritt waren, feierten sie grandiose Erfolge. Ihr drittes Studioalbum schlug weltweit kometenhaft ein: „Survivor“ verkaufte sich über 10 Millionen Mal.
Als Gründungsmitglied war zu diesem Zeitpunkt nur noch Beyoncé Knowles dabei. Gemeinsam mit LaTavia Roberson bildete sie im Alter von neun Jahren (1990) bereits die Gesangsgruppe Girls Tyme. 1995 dann, inzwischen gab es vier Mitglieder, wurde die Band umbenannt. Dennoch dauerte es einige Zeit bis zum ersten großen Erfolg. „No No No“ stand 1997 auf Platz drei der US-Charts, die erste Number One gab es zwei Jahre später mit „Bills, Bills, Bills“ – drei weitere sollten folgen.
In Deutschland indes stand zwar auch Survivor an der Spitze, doch schaffte dies keine Single. Das holte dann Beyoncé alleine nach – mit Beautiful Liar im Jahr 2007. Als Solokünstlerin schaffte sie mit allen ihren bis dato veröffentlichten Alben auf die Eins in den Staaten. Und allein für ihr Debüt „Dangerously in Love“ kassierte sie fünf Grammys.
Nichtsdestotrotz: Ein Video, zur Erinnerung an vergangene Zeiten – how perfect!

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5

No Angels

Diese fünf Mädchen setzten im Jahr 2001 zum ganz großen Triumph an. Die No Angels waren die erste wirklich „klassische“ Girlband deutscher Macher und die allererste Combo, die im deutschen Fernsehen per Casting gesucht und gefunden wurde. Sie waren das Ergebnis der ersten Popstars-Staffel.
Lucy, Sandy, Vanessa, Jessi und Nadja legten einen furiosen Start hin, holten mit „Daylight in your Eyes“ Platin und mit dem ersten Album „Elle’ments“ zweimal Platin und einmal Gold. Insgesamt schafften es drei ihrer vier Studioalben auf die eins, außerdem vier Songs. Um die Preise aufzulisten, fehlt hier der Platz. Zumindest lässt sich festhalten, dass die Fünf außergewöhnlich populär wurden und tatsächlich eine kleine Welle der Trauer durchs Land schwappte, als 2003 bekannt wurde, dass Jessica aufgrund ihres frischgeborenen Kindes die Band verlassen werde. Endgültig lösten sich die No Angels im September 2003 auf, fanden aber 2007 (allerdings ohne Vanessa) wieder zusammen. 2010 schließlich blieben nur noch Sandy, Lucy und Jessica übrig, Nadja stieg aus. Sie wurde zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, da sie – wissentlich um ihre Aids-Erkrankung – ungeschützten Sexualverkehr mit mehreren Männern gehabt haben soll. Die Anfangszeit der Engel aber soll hier im Vordergrund stehen, daher ein Video aus jener Zeit sowie ein Medley einige Jahre später:

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6

Dixie Chicks

In Deutschland wenig bekannt, sind die Dixie Chicks gleichwohl die erfolgreichste Frauenband der USA. 10 Grammys und über 30,5 Millionen verkaufter Platten – was für Zahlen! Damit sind sie eine der erfolgreichsten Frauenband der USA. Warum der Erfolg nicht nach Europa schwappt? Ganz einfach: Sie machen indigen-amerikanische Musik – Country. Seit 1989 existiert das Trio aus Texas, der große Durchbruch gelang ab Ende der 90er, als sie unter die Fittiche von Sony BMG gelangten und ihr Album „Wide open Space“ gut 12 Millionen Mal verkauften.
So erfolgreich Emily Robison, Martie Maguire und Natalie Maines als Musikerinnen sind, so kontrovers wurden und werden sie in den Staaten aufgrund ihrer politischen und gesellschaftlichen Einstellungen und Äußerungen gesehen. Zu einem Eklat kam es 2003, als Natalie öffentlich äußerte, dass sie sich schäme, dass Präsident Bush aus Texas stamme – eine Unverfrorenheit aus Sicht der meist konservativen Country-Fans in ihrer Heimat. Boykottaufrufe gegenüber Radiostationen folgten, die Debatte beruhigte sich monatelang nicht. 2006 wurde gar ein Dokumentarfilm über die Reaktionen der Aussage Natalies gedreht.
Dennoch gelang ihnen mit ihrem bisher letzten Album 2006 erneut Platz eins der Charts in den USA und sogar Platz fünf in Deutschland. Der Hintergrund: Die Dixie Chicks versuchen seither den Wandel vom Country zu Rock und Pop.

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7

Tic Tac Toe

Eine Show-Skandal-Band oder tatsächlich gerade heraus und ehrliche „Ruhrpott-Schnauzen“, wie es die Plattenfirma stets behauptet hat? So richtig wird sich das nie klären lassen, zumindest aber waren Tic Tac Toe die erfolgreichste deutsche Girlband der 90er Jahre. Sieben Mal Platin, einmal Gold und zwei Echos verzierten am Ende die Originalzusammensetzung aus Lee, Jazzy und Ricky. „Verpiss Dich“ und „Warum“ sowie das zweite Studioalbum „Klappe die 2.“ waren auf der Eins in Deutschland. In Erinnerung sind zwar einige Songs geblieben, vor allem aber diverse Skandale um die Band. So wurden die Sängerinnen jünger gemacht, als sie eigentlich waren und Lee arbeitete vor ihrer Gesangskarriere zwischenzeitlich als Prostituierte. Der Höhepunkt war allerdings die öffentliche Trennung der Band von Ricky auf einer Pressekonferenz 1997.

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Anschließend versuchten es die verbliebenen Mitglieder in der Kombination Sara @ Tic Tac Two nochmals, aber außer der Song „Nie wieder“, der immerhin Platz 4 in Deutschland belegte, kam dabei nichts heraus. Ricky brachte es aufgrund ihrer markanten Stimme und ihrer eher naiven Art zu zweifelhaftem Ruhm in der Wochenshow auf Sat.1. Anke Engelke in ihrer Paraderolle auf dem Popsofa:

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Dennoch bleibt auch musikalisch etwas haften. Zu neu, unkonventionell und aufregend waren die Drei damals:

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8

Sugababes

Platz 2. Eigentlich. Zumindest dann, wenn es nach dem Erfolg in Europa geht. Hinter den Spice Girls, platzieren sich Keisha, Mutya und Siobhán als erfolgreichste Girlgroup Europas. Besonderheit: die Freundinnen entschieden sich mit 14 von sich aus, eine Musikkarriere zu starten – es gab also kein Casting. Ihre erste Veröffentlichung „Overload“ im Jahr 2000 brachte den Durchbruch, wenngleich sie es noch nicht an die Spitze der UK-Charts schafften. In England folgte das mit „Freak like me“ und fünf weiteren Singles, sowie dem vierten und fünften Studioalbum 2005 beziehungsweise 2007.
Aufgrund der diversen Umbesetzungen vor allem seit 2005, spätestens aber seit 2009, als auch das letzte Gründungsmitglied Keisha die Band verlies, ist ein wenig Glanz verloren gegangen. Doch der Erfolg blieb.

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9

The Bangles

The Bangles hatten Ende der 80er Jahre ihren größten Erfolg mit der absoluten Hitsingle „Eternal Flame“, die im Übrigen einige Jahre später, ebenfalls von einem Damentrio, gecovert wurde – Atomic Kitten wiederholten damit den Chartplatz 1 in England, 1981 gründeten sich die Bangles um die Schwestern Vicki und Debbie Peterson sowie Susanna Hoffs, an deren heimlichen Frontfrau-Attitüden die Band 1989 für zehn Jahre lang auseinander ging. Bis dato aber hatten die Amerikanerinnen zwei Singles auf Platz eins der Charts in ihrem Heimatland. Neben „Eternal Flame“ war dies noch „Walk like an Egyptian“ – dieser Track landete auch in Deutschland ganz oben. Seit 1999 hat sich das Trio wieder gefunden. Zwei Alben haben sie bis heute veröffentlicht und mehrere Konzerte gegeben.

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10

TLC

Zuletzt noch eine Band, die es in ihrer Ur-Besetzung gar nicht mehr geben kann, da ein Mitglied – Lisa „Left Eye“ Lopes – im Jahr 2002 bei einem Autounfall ums Leben kam.
Nichtsdestotrotz dürfen sie in dieser Liste nicht fehlen. 1992 veröffentlichten Crystal Jones, Tionne „T-Boz“ Watkins und die erwähnte Lisa Lopes ihr erstes Album, das gleichwohl zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keinen endgültigen Durchbruch bedeutete (inzwischen ist es über sechs Millionen Mal verkauft worden). Der folgte mit „CrazySexyCool“ das zweite Studioalbum mit dem Riesenhit „Waterfalls“. Der erhielt in den
USA 11-fach Platin.
Dann aber wurde es ruhig. Erst 1999 mit „FanMail“ belegten sie erstmals wieder Platz Eins der US-Album-Charts.

[youtube U2Dsrb8CI5k]

Picture. Parris Blue Productions (Fotolia)

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