DFB-Pokal 1. Runde: Die interessantesten Spiele

Der DFB-Pokal startete in diesem Jahr mit ungewöhnlich vielen Außenseitersiegen. Unterklassige Vereine, deren Saison bereits begonnen hatte, waren mehrfach in der Lage den mit Stars gespickten Profiklubs kräftig einzuheizen und bestätigten die Prognose von germanblogs, dass die 1. Runde einige Überraschungen zu bieten haben würde. Hier nun der Rückblick auf die interessantesten Begegnungen.

DFB Pokal : Die interessantesten Partien

1

Wolfsburg unterliegt RB Leipzig

Das erste böse Erwachen gab es am Freitag Abend für den zurückgekehrten Felix Magath und seinen VfL Wolfsburg. Beim von Red Bull gesponserten Viertligisten Rasenball Leipzig unterlagen die „Wölfe“ mit 2:3. Kurios war dabei die Torfolge, denn Leipzig ging mit 2:0 in Führung, bevor Wolfsburg noch in Halbzeit 1 ausgleichen konnte. Wer nun aber gedacht hatte, dass die Niedersachsen ab jetzt den Ernst der Lage erkannt haben, hatte sich getäuscht. Der dreifache Torschütze und Kapitän Daniel Frahn erzielte fast mit dem Halbzeitpfiff die erneute Führung für RB und seine Mannschaft hielt diese dann in den zweiten 45 Minuten.

2

Heidenheim ringt Werder Bremen nieder

Sogar eine Führung verspielte Werder Bremen beim 1. FC Heidenheim. Nach dem 1:0 durch Rosenberg bekamen die Norddeutschen in der zweiten Halbzeit mit einem Elfmeter die Chance zur Vorentscheidung, doch Marko Marin scheiterte an Keeper Lehmann. Die Heidenheimer beflügelte diese Aktion derart, dass sie in den folgenden fünf Minuten zweimal trafen. Siegtorschütze Marc Schnatterer wurde daraufhin sogar kurzfristig als Gast in das ZDF-Sportstudio eingeladen und traf dort auf einen anderen Pokalhelden: Alexander Schnetzler von Dynamo Dresden.

3

Pokalsensation in Dresden

Die Sachsen sorgten für das sensationellste Spiel des gesamten DFB-Pokal-Wochenendes. Gegen Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen lagen sie scheinbar aussichtslos mit 0:3 in Rückstand. Niemand konnte 25 Minuten vor Schluss ahnen, dass sich noch eine besondere Dramatik entwickeln würde. Doch Sebastian Schuppan und zweimal Robert Koch brachten den Zweitliga-Aufsteiger völlig unerwartet noch in die Verlängerung. Hier dominierte Bayer das Spiel zwar weiterhin, doch Dynamo Dresden war an diesem Nachmittag mit einer eiskalten Chancenverwertung gesegnet. Nach einer Leverkusener Ecke konterten die Gelb-Schwarzen blitzschnell und Außenverteidiger Schnetzler lupfte die Kugel über Torwart Yelldell zum 4:3 ins Netz.

4

Freiburg scheidet in Unterhaching aus

Nicht ganz so spektakulär aber ohne Frage ähnlich unangenehm gestaltete sich das Aus des SC Freiburg bei der SpVgg Unterhaching. Die Breisgauer hatten in der Münchner Vorstadt eigentlich alles im Griff und führten nach 15 Minuten und mehreren erstklassigen Torchancen verdient mit 1:0. Doch der unerwartete Ausgleich der Hachinger verunsicherte den SC zusehends und sie gaben die Partie nach und nach aus der Hand. Obendrein hatte die SpVgg in der zweiten Halbzeit zweimal Glück bei umstrittenen Elfmeterentscheidungen. Mijo Tunjic traf jeweils sicher, so dass das zwischenzeitliche 2:2 durch Reisinger dem Team von Cheftrainer Marcus Sorg in dessen ersten Pflichtspiel nicht zum Weiterkommen reichte.

5

Weitere Underdogs schlagen sich wacker

Einige Bundesligisten kamen noch einmal mit einem blauen Auge durch die 1. DFB-Pokal-Runde. Der VfB Stuttgart war beim 2:1 gegen den starken Drittligisten Wehen-Wiesbaden noch vergleichsweise souverän, wohingegen bei der Partie VfB Oldenburg – Hamburger SV, welches ebenfalls 1:2 endete, ein Dreiklassenunterschied nie wirklich sichtbar war. Gar in die Verlängerung mühte sich 1899 Hoffenheim unter ihrem neuen Trainer Holger Stanislawski beim Sechstligisten Germania Windeck. Erst Fabian Johnson und Ryan Babel schossen schließlich den mühsamen 3:1-Erfolg heraus, bei dem die Rheinländer nach der ersten Halbzeit noch geführt hatten. Ebenfalls nachsitzen mussten der FSV Mainz 05 und der Bundesliganeuling FC Augsburg. Mainz siegte in Zweibrücken zu zehnt mit 2:1 nach Verlängerung und profitierte dabei obendrein von zwei günstigen Schiedsrichterentscheidungen. Referee Osmers hatte den tapfer kämpfenden Amateuren sowohl einen Handelfmeter als auch ein glasklares Tor wegen Abseits nicht zugesprochen. Die Augsburger waren in Oberhausen lange Zeit die schwächere Elf und siegten erst durch einen Treffer von Verteidiger Jonas de Roeck in der 120. Minute mit 2:1.  

6

Nur vereinzelt souveräne Bundesligisten

Keine Probleme hatten in diesem Jahr die „traditionellen Pokaldeppen“ Hannover 96 beim überzeugenden 6:0 in Wismar und Hertha BSC Berlin mit einem ebenso deutlichen 4:0 im thüringischen Meuselwitz. Und auch der FC Bayern München gab sich bei der schwierigen Auswärtsaufgabe in Braunschweig keine Blöße und siegte klar mit 3:0. Die Löwen aus Niedersachsen hatten hier allerdings einen gehörigen Anteil, denn sie verursachten in der ersten Hälfte auf unbeholfene Art und Weise zwei Elfmeter, durch die die Bayern frühzeitig auf die Siegerstraße gerieten.

7

Auch Zweitligisten geraten in Not

Nicht unterbleiben soll an dieser Stelle, dass sich auch Zweitligisten gehörig blamierten. Immerhin zwei Klassen standen bei den Partien Trier gegen St. Pauli, Essen gegen Union Berlin und Kiel gegen Energie Cottbus zwischen den Kontrahenten. Besonders imponierend war dabei die Leistung der Trierer, die das Spiel gegen den Kiez-Club weitgehend beherrschten und lange 1:0 führten. Der späte Ausgleich durch Saglik schien die Verhältnisse gerade zu rücken, doch Hauswald erzielte im direkten Gegenzug das nicht für möglich gehaltene 2:1 und machte die Pokalgeschichte der Eintracht damit um eine Sensation reicher. Rot-Weiss Essen verdiente sich das Weiterkommen auf ähnliche Weise. Lange Zeit führten die Westfalen mit 2:0, ehe den Berlinern in den letzten 10 Minuten der regulären Spielzeit noch zwei Treffer gelangen. Doch Essen rettete sich ins Elfmeterschießen und konnte dort triumphieren. Viel beruhigender lief es dagegen für Holstein Kiel. Der bisher in der Liga so stark aufgetretene Zweitligist Energie Cottbus enttäuschte bei den Holsteinern auf der ganzen Linie und ging mit 0:3 unter. Die Tore vor gut 7000 begeisterten Zuschauern erzielten Sykora, Kazior und Herrmann.

8

Keine Überraschung beim Pokalschreck Osnabrück

Der VfL Osnabrück verpasste dagegen eine Pokalüberraschung beim Heimspiel gegen 1860 München. Die zweimalige Führung der Osnabrücker konnten Benjamin Lauth per Foulelfmeter und Kevin Volland ausgleichen, bevor erneut Lauth in der Verlängerung der erlösende 3:2-Siegtreffer gelang und somit eine Pokalparty an der Bremer Brücke, wie es sie in den vergangenen Jahren häufiger gegeben hatte, ins Wasser fiel.

Eine Meinung

  1. nah ja Gladbach war ja glad durch

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