Der Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, Amos Yadlin, bestätigte Berichte, dass sich aus Sicht der Geheimdienste sowohl der Iran als auch Syrien und die mit beiden Ländern verbündete Hisbollah auf einen Waffengang der USA noch in diesem Sommer einrichten. Die relative Ruhe im Augenblick wird denn auch als ein Zeichen der Vorbereitung der Hisbollah auf einen bevorstehenden größeren Konflikt interpretiert. Gleichzeitig warnte Yadlin vor einer Spirale der Eskalation: "We need to be ready, and at the same time be careful that such steps do not cause others to get the wrong idea about our moves."
Russische Medien berichteten am Wochenende unterdessen von einem unmittelbar bevorstehenden Angriff der USA auf iranische Ziele. Als konkreter Zeitpunkt wurde der kommende Freitag genannt. Das Pentagon äußerte sich zu diesen Berichten bisher nicht.
Derweil bezichtigt Teheran die USA mit Kampfflugzeugen in iranischen Luftraum eingedrungen zu sein. Die USA dementierten dies.
Betrachtet man all diese Meldungen im aktuellen Kontext, ergibt sich ein beunruhigendes Bild. Die britischen Geiseln könnte im Fall des Falles für den Iran sogar so etwas wie eine Rückversicherung darstellen. Im Moment ist es kaum vorstellbar, dass militärische Aktionen stattfinden, solange die Briten in iranischer Hand sind. Gleichzeitig wird die Lage mit zunehmender Dauer der Gefangenschaft immer brisanter. London wird es nicht ohne weiteres hinnehmen, bis auf den Sankt Nimmerleinstag von Teheran vorgeführt zu werden. Die Iraner selbst unternehmen derzeit wiederum keine großen Anstrengungen, den Konflikt zu deeskalieren. Warum auch? Sie sind (noch) in einer komfortablen Position.
Die Frage ist nur, wie lange sich diese Position aufrechterhalten lässt. Vielleicht ist sie Ostern schon Geschichte.
