Der kniepige Kniftenkönig mit dem Form(fleisch)problem

Öfter schon habe ich seitdem durch die Fenster gelinst und auch schon mal auf die Karte draußen an der Tür geschaut. Drinnen ist eigentlich so gut wie immer keiner, also fast nie jemand. Mein Ding ist es auch nicht. Da gibt´s ja nur Kniften. Noch dazu zu Stückpreisen, die einem vollen Einkaufswagen beim örtlichen Aldi entsprechen. Nee, Leute. Kniften mit Schinken belegen kann ich mir auch selbst. Cheeseburger stellen mich da schon vor ganz andere Herausforderungen. Burgerrestaurants können deshalb auch auf meine mehr oder weniger häufigen Besuche vertrauen. Aber 'ne Stullenbude?

Die Stullenbude heißt übrigens Subway und ist international betrachtet fast so groß wie Mc Donald´s und ganz ähnlich strukturiert. Auch bei Subway handelt es sich um ein Franchisesystem mit allen potenziellen Vor-, insbesondere aber wohl auch mit allen Nachteilen. Wie der Spiegel in seiner Ausgabe 11/2007 berichtet, hat die Kette in Deutschland mit allerlei Problemen zu kämpfen.

Nach Schätzungen des Präsidents des deutschen Franchisenehmer-Verbands krebsen mindestens 30 Prozent aller Subways am Existenzminimum herum. Etliche Subway-Gründer sind dem Vernehmen nach bereits in der Insolvenz gelandet. Woran liegt´s denn bloß? Der Einstieg bei Subway ist viel günstiger als beim McD und man darf schneller an die Futtertröge, will sagen, man muss kein jahrelanges Traineeprogramm hinter sich bringen. Klingt doch recht positiv.

Nach dem, was ich seit dem Spiegel-Bericht gelesen und gehört habe, liegt das Hauptproblem der Subways alles in allem wohl daran, dass der Kniftenkönig DeLuca, der praktisch Mr. Subway und Herrscher der Franchisezentrale ist , einerseits fürchterlich kniepig (hochdeutsch: geizig) und andererseits fürchterlich gierig zu sein scheint. Hier die Highlights:

  • Die Subway-Stores erhalten keinen Gebietsschutz. Wer die Lizenzgebühr von 10.000 Dollar zahlen will, kann schon fast die Eröffnung planen. Folgen: Subwaystores kannibalisieren sich teilweise gegenseitig. Ist dem Kniftenkönig vordergründig aber anscheinend erstmal egal, solange die Expansion insgesamt weiterläuft. Und 10 Tausend Dollar pro Store vorab ist doch nicht schlecht. Schließlich muss er das Geld nicht etwa zurückgeben, wenn der Laden den Bach runtergeht.
  • Die 16 Menschen, die den Aufbau der Kette in Deutschland vorantreiben sollen, erhalten kein Gehalt, sondern müssen sich über den Verkauf der Lizenzen über Wasser halten. Klar, dass man da als sogenannter Gebietsentwickler nicht besonders wählerisch sein kann und sein wird.
  • Es gibt keine Traineeprogramme, sondern lediglich 14tägige Schulungen, nach dessen Ende man die Subway-Mütze aufsetzen kann.
  • Der Kniftenkönig kauft gern sehr günstig ein, weshalb in der Vergangenheit bereits Ärger mit den staatlichen Lebensmittelkontrolleuren aufkam. Eine Untersuchung sprach dem verwendeten Schinken gar das Recht ab, sich überhaupt als Schinken zu bezeichnen. Da kommt doch direkt Appetit auf…
  • Die laufenden Gebühren liegen bei 8 Prozent vom Brutto(!)umsatz für die Systemleistungen, sowie weiteren (!) 4,5 Prozent Werbekostenbeteiligung. Der Subwaystore muss also demnach 12,5 Prozent seines Bruttoumsatzes an die Zentrale abgeben. In der heutigen Zeit ist das eine gewaltige Summe. Hinzu kommt noch, dass offenbar die Gegenleistungen der Franchisezentrale Zweifel an der Rechtfertigung der hohen Abgaben aufkommen lassen.
  • Beispiel Werbung: Der Kniftenkönig greift nicht etwa in die Tasche und startet eine werbliche Anschubkampagen mit Fernsehspots and what not. Haben Sie schon mal einen Subway-Spot gesehen? Eben. Nein, der Werbeetat muss von den Lizenznehmern über die 4,5 %ige Werbeabgabe quasi zusammengespart werden. Eine ganz heikle Nummer, diese Vorgehensweise. "Hoffentlich überlebe ich lange genug, um dann irgendwann in den Genuss umsatzsteigernder Maßnahmen zu gelangen", zittern die Lizenznehmer tonlos unter der Dusche vor sich hin. Für Deutschland soll es wohl im April so weit sein.

Mal abwarten, ob die Stullenbude in meiner Stadt im April noch existiert. Für die Lizenznehmer hoffe ich darauf. Und wenn dann professionell für die Kniftenstrategie geworben wird, kommen vielleicht auch ein paar Kunden. Auf mich braucht ihr aber nicht zu zählen. Ich mache mir immer so leckere Stullen mit Salami und Chesterkäse selber. Das kann ich echt gut. Und einen Brotbackautomaten habe ich auch…

(Foto: www.pixelquelle.de / Fotograf: Brandtmarke)

2 Meinungen

  1. Hallo,wir haben in unsere Stadt (ca 100.000 Einwohner) auch ein SubWay. Ich muss sagen es ist nicht brechend voll, dennoch sind Leute da, die auch was kaufen. Ich denke für SubWay spricht eindeutig die gesunde Kost. Die Zutaten sind Frisch und gesund. Viel Salat und mageres Fleisch. In der Summe denk ich schon, dass sich das Konzept langfristig behaupten wird.

  2. woho^^ wieder jemand der dem spiegel glaubt^^

    sehr geehrter herr petereit… aus eigener erfahrung kann ich nur sagen.. der spiegel ist nich besser als die bild.. wird nur anders verkauft.

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