Der Deutsche Comedypreis 2006: Witzigkeit kennt Grenzen

Zur Verleihung des Deutschen Comedypreises 2006 am 13. Oktober (21.15 Uhr, RTL) versammelt sich wieder die Elite der heimischen Humoristen im Kölner Coloneum. Die "lustigste Preisverleihung im deutschen Fernsehen" wird zum mittlerweile fünften Mal von Atze Schröder moderiert, zu den Laudatoren gehören u.a. Hape Kerkeling, Otto Waalkes, Helge Schneider und Dieter Nuhr. Nominiert sind in acht Kategorien u.a. Anke Engelke, Mirja Boes, Oliver Pocher und Ralf Schmitz. Kurz: alles, was Rang und Namen hat in der deutschen Comedyszene, ist bei der Preis-Gala zugegen. Einige der Nominierten haben in den letzten Monaten tatsächlich preiswürdiges im TV geleistet. Christoph Maria Herbst als "Stromberg" – genial, Bastian Pastewka als "Pastewka" – top.

Wenn man sich aber die Webauftritte der Groß-Komiker ansieht, vergeht einem ganz schnell das Lachen. Von Witz und Kreativität ist bei den Homepages unserer Stars keine Spur. Bastian Pastewka bietet online eine endlos lange, allen Ernstes sachliche Vita und versucht seine aktuelle DVD zu verkaufen, Atze Schröder hat gleich einen ganzen Shop auf seiner Seite: außer "Atze Stuff" und ollen Sprüchen ist bei dem Minipli-Mann aus Essen-Kray nichts zu holen.

Die Seite von Hape Kerkeling macht einen arg konventionellen Eindruck – das mag zu Horst Schlämmer passen, das gute Dutzend Fotos, veraltete Tourtermine und Werbelinks zu einem Online-Buchhändler reißen es nicht raus. Optisch pfiffiger die Site von Oliver-lasst-euch-nicht-verarschen-Pocher: aber auch hier gibts außer einer launigen Kurz-Bio, Tourdaten und dem obligatorischen Shop nichts zu bestellen für den Spaß suchenden Surfer. Mirja Boes hat viel investiert in ihre Seite – aber leider nur in nervig-zappelige Flash-Animationen, nicht in Inhalte. Eine Bio in PR-Schreibe, Screensaver-Download, das wars. Auch Kollege Ralf Schmitz hat einen Webdesign-Profi rangelassen. Ergebnis: eine hübsche interaktive Grafik, die ein bisschen zum Spielen einlädt, dazu gibts fünf Clips zum Anschauen, einen aktuellen Terminalender und – immerhin – ein Fan-Forum. Das ist aber alles nicht halb so komisch wie Schmitz im TV. Aber doppelt besser als das, was die anderen Narren im Netz treiben.

Witzigkeit kennt sehr wohl Grenzen – im Web hört der Spaß bei den deutschen Comedy-Größen nämlich auf. Sonst um keinen Spruch verlegen und keine Pointe auslassend, aber online fühlst du dich als Comedy-Fan verdammt allein. Wäre die Verleihung des Deutschen Comedypreises ähnlich spaßgebremst, Hape, Pocher und Co. müssten vor leeren Rängen spielen.

Eine Meinung

  1. das ist hart, was da gesagt wurde! kommt es wirklich darauf an, welche seiten die komiker im web haben? ich weiß die gründe dafür, warum hape kerkelings homepage nicht regelmäßig aktualisiert wird. die comedypreise haben sich alle verdient jawohl ohne fleiß kein preis. aber die komiker haben gearbeitet.gruß jean

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