Demenz: Symptome, Verlauf und Tipps für Angehörige

Die Demenz wird von vielen als eine der schwerwiegendsten Krankheiten im Alter erlebt: Während zunächst die körperliche Verfassung gut zu sein scheint, verabschiedet sich das Kurzzeitgedächtnis, die Fähigkeit, sich Ereignisse, Personen oder Aktionen merken zu können, wird gestört, andere erlernte Fertigkeiten werden vergessen. Dabei gibt es mehr als einhundert Demenzerkrankungen, bei denen die irreversiblen, wie zum Beispiel Alzheimer, eine Steigerung der Funktionsstörungen begünstigen können, bis auch die Körperfunktionen aus Antriebslosigkeit oder durch das Vergessen nicht mehr ausgeführt werden können. Der Demenz Verlauf ist von Patient zu Patient unterschiedlich, wenn auch Gemeinsamkeiten festgestellt werden können – auf Partner kommt die schwierige Arbeit zu, sich nicht nur der Seniorenpflege widmen zu müssen, sondern auch mit Geduld den Umgang und das Einfühlen in die gestörte Gedächtnislage zu üben.

Demenz: Das sollten Sie bei der Krankheit beachten!

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Demenz Symptome

Je nach Art der Demenzerkrankung können sich die Symptome anders ausgestalten, doch gibt es einige Faktoren, die auf eine Demenz hindeuten können:

  • Vergesslichkeit, besonders in Bezug auf das Kurzzeitgedächtnis
  • Orientierungslosigkeit, selbst in bekannter Umgebung
  • Verlegen von Gegenständen
  • Sprachschwierigkeiten/Wortverlust
  • Depressionen
  • Halluzinationen können auftreten, wenn nicht mehr zwischen wachem Zustand, Traum und Erinnerungen unterschieden werden kann
  • Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus und Unruhe
  • gesteigerte Aggressivität und Misstrauen, bis hin zu verbalen und physischen Angriffen

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Demenz Verlauf

Nicht jede Demenz verläuft wie die Alzheimererkrankung, doch da allgemeine und spezielle Ursachen, Symptome, Verläufe und persönliche Erfahrungen aufeinander einwirken, sich wiederholen oder davon abweichen, soll sie hier exemplarisch für einen möglichen Demenz Verlauf dienen:

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Frühstadium

Die Fähigkeit zum logischen Denken, zur Abstraktion, zum Planen, sich Dinge zu merken und sich zu konzentrieren lässt nach und wird häufig vom Partner und von Angehörigen nicht ganz ernst genommen oder auf das Alter geschoben. Oftmals fallen den Patienten Namen nicht mehr ein, sie haben Schwierigkeiten, die richtigen Wörter und Bezeichnungen zu finden und wiederholen gerade geäußerte Sätze. Im Frühstadium bekommt man den eigenen Zustand noch ziemlich genau mit, als Folge können Depressionen drohen, Minderwertigkeitsgefühle oder Versagensängste. Da der Zustand auch oft nicht eingestanden werden will, werden Angehörige oder Pflegepersonal beschuldigt, Dinge zu verlegen oder zu verwirren. Beides führt in vielen Fällen zur Isolation.

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Mittleres Stadium

Im mittleren Stadium sind Patienten in fast allen Belangen auf die Seniorenpflege angewiesen, das Gedächtnis ist so angegriffen, dass engste Verwandte, wie Ehepartner und Kinder, nicht mehr erkannt oder erinnert werden und sogar die eigene Identität scheint nicht gewiss. Sowohl die Sprachkapazität als auch die Fähigkeit, die Sätze anderer zu verstehen, sind äußerst eingeschränkt, die Orientierungslosigkeit weiter ausgeprägt. Halluzinationen und Wahnvorstellungen können auftreten und die Kontrolle über Körperfunktionen geht verloren, wie eigenständiges Schlucken oder die bewusste Wahrnehmung des Harndrangs und damit verbundene Inkontinenz.

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Spätstadium

Die Symptome prägen sich im Spätstadium noch weiter aus, bis die Störung des Gehirns zu völligem Gedächtnisverlust führt, die Sprachfunktion ebenfalls bis auf rudimentäre Wörter reduziert ist. Gleichzeitig geht aber die Gefühlswelt nicht verloren, sodass für Außenstehende zwar nicht immer nachvollziehbare, aber doch intensiv erlebte Gefühle von den Patienten kommuniziert werden. Kontrolle kann nunmehr kaum noch über den Körper ausgeübt werden und die Kräfte schwinden, sodass Patienten oftmals dauerhaft bettlägerig und auf permanente Hilfe angewiesen sind.

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Behandlung

Demenz ist nicht heilbar. Mit Antidementiva kann der Verfall der Hirnfunktionen hinausgezögert werden und ebenso gibt es Medikamente, die die Nebenerscheinungen behandeln können. Prinzipiell ist es aber vor allem die Seniorenpflege und die Förderung der Patienten durch die Angehörigen, mit denen bei der Krankheit geholfen werden kann. Im Frühstadium bedeutet dies zum Einen mit Geduld und Verständnis auf die Erkrankten zu reagieren und nicht selbst aggressiv werden. Gedächtnistraining und Biografieübungen können nicht nur für Beschäftigung sorgen, sondern auch das Erinnerungsvermögen fördern.

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Tipps für Angehörige

Der Umgang mit Demenzerkrankten ist schwer. Liebe Verwandte verhalten sich auf einmal völlig untypisch und häufig auch unsympathisch, die eigene Belastung muss hinter den Bedürfnissen der Patienten, die auch zu Undankbarkeit neigen, zurücktreten – viele Partner und Angehörige verzweifeln an der Pflege. Damit dies nicht geschieht, sollte man sich selbst nicht vergessen und für sich sorgen. Man muss sich vor Augen halten, dass die Erkrankten nichts dafür können, ihre Krankheit nicht ändern können und weder die eigenen Reaktionen noch die ihrer Umgebung verstehen können. Wenn man die Patienten nicht überfordert, schont man sie nicht nur, sondern sorgt auch für eine ruhigere Pflegesituation. Neben der direkten Pflege und dem richtigen Umgang (zum Beispiel in Form von kurzen und klaren Sätzen), ist es in erster Linie das Verständnis, einen lieben Menschen vor sich zu haben, der in seiner eigenen Welt lebt, das bei der Situation entlastet. Das Grüne Kreuz hat hierzu eine Broschüre herausgegeben, die man sich als PDF herunterladen kann.

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