David Nicholls: One Day (Zwei an einem Tag)

Emma Morley und Dexter Mayhew lernen sich am letzten Tag ihres Studiums kennen und sind von da an wie durch ein unsichtbares Band miteinander verbunden. Die Romanze lässt jedoch auf sich warten, denn während Emma idealistisch nach einem Beruf und einer Zukunft sucht, die kreative Freiheit bietet, genießt der reiche Dex einfach sein Leben und verkommt so schnell zum scheiternden Hedonisten. Aber Em und Dex, Dex und Em kann man nicht trennen…

David Nicholls: Zwei an einem Tag – One Day

David Nicholls ist bereits durch „Keine weiteren Fragen“ (auch verfilmt im Original als „Starter for Ten“) und „Ewig Zweiter“ als Schriftsteller bekannt, seine Bücher zeichnen sich durch Charaktere aus, die realistisch charakterliche Mängel aufweisen und im Laufe des Buches nicht immer über sich hinauswachsen, sondern einfach nur wachsen – egal in welche Richtung.

In allen Lebensabschnitten kann man mit Em und Dex mitfühlen, erscheinen sie so lebendig, als würden sie zum Bekanntenkreis gehören und nicht selten erkennt man die ein oder andere Macke an sich oder Freunden wieder. Ebenso die Lebenskrisen der Mittzwanziger werden inklusive Jobprobleme und existenzieller Überlegungen so dargestellt, wie man sie selbst erlebt, bzw. erlebt hat. Auch wenn beide Protagonisten Ideale haben, diverse Male müssen sie erkennen, dass sie diese unmöglich im „wahren Leben“ aufrecht halten können, vielmehr sind es immer wieder Kompromisse, die sie von ihren Vorstellungen fort treiben.
Und auch die Freundschaft und Liebe zwischen Emma und Dexter ist nicht so einfach und unbescholten, wie sie in romantischen Komödien gerne mal verschönert wird. Streit und Frustration, Zurückweisung und große Krisen in ihren Leben machen das Miteinander schwierig und streckenweise unmöglich.

„Zwei an einem Tag“ ist ein wunderbares Buch, das humorvoll, ehrlich und melancholisch ist, was das Weglegen sehr schwer macht.

Die Verfilmung enttäuscht

Der Film wurde von David Nicholls persönlich in ein Drehbuch umgeschrieben (wie auch sein „Starter for Ten“), Lone Scherfig („An Education“) führte Regie. Für Em und Dex wurden Anne Hathaway (zumindest visuell etwas fehl-gecastet) und Jim Sturgess herangezogen. Obwohl Deutschland noch auf den Kinostart wartet, konnte sich die britische und amerikanische Presse schon enttäuscht darüber äußern, dass der Film viel zu oberflächlich ist, um auch nur annähernd mit dem Buch verglichen zu werden. Daher – wie so oft, die Kaufempfehlung für das Buch. 
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