Das Topspiel der Woche: Hannover 96 gegen Borussia Dortmund

Hannover 96 gegen Borussia Dortmund ist ein Duell zwischen den großen Gewinnerteams der letzten beiden Bundesligasaisons. Wer noch 2010 dem BVB eine zweifache Meisterschaft zugetraut hätte, wäre zum damaligen Zeitpunkt nur mitleidig belächelt worden. Noch ungläubiger wäre wohl nur die Prognose aufgenommen worden, dass sich der Abstiegskandidat Hannover zweimal in Folge für die Europa League qualifizieren würde. Heute sind beide Mannschaften jedoch große Hoffnungen für Deutschland auf internationalem Parkett. Und am kommenden Sonntag treten sie im direkten Spitzenduell des 7. Bundesligaspieltags in der niedersächsischen Landeshauptstadt gegeneinander an.

Hannover 96 gegen Borussia Dortmund: Die Aussichten des BVB

Borussia Mönchengladbach, Manchester City und demnächst Real Madrid – der Spielplan der Dortmunder hält derzeit einige höchst attraktive Teams bereit. Ein Auftritt in Hannover wirkt da zwischendurch schon eher gewöhnlich und fast langweilig. Doch der akribisch arbeitende Jürgen Klopp wird alles andere tun, als diese Partie nicht ernst zu nehmen. Vielmehr gilt es, den Formanstieg der letzten Spiele mit hinein zu nehmen in die schwere Auswärtspartie. Offensiv läuft es ohnehin seit Saisonbeginn rund. 16 Treffer in 6 Spielen sind eine ordentliche Bilanz. Die Punktverluste in Nürnberg (1:1), Hamburg (2:3) und Frankfurt (3:3) deuten jedoch nicht nur auf gewisse Probleme bei der defensiven Abstimmung hin, sondern vor allem auf eine latente Auswärtsschwäche. Zuhause läuft es dagegen wie beim 3:0 gegen Leverkusen und vor allem beim 5:0 gegen Gladbach. Die anschließende Champions-League-Begegnung bei Manchester City war allerdings noch eine Stufe höher einzuschätzen. So lobte Jürgen Klopp die Einhaltung der taktischen Vorgaben und die Fülle der herausgespielten Torchancen zu Recht. Und doch sprang auch beim englischen Meister schlussendlich „nur“ ein 1:1 heraus. Der damit bestehende Platz 2 in der Champions-League-Gruppe und Platz 3 in der Bundeligatabelle sind daher nicht schlecht, aber auch noch keine ideale Ausgangsposition. Es wird also Zeit, dass sich der Titelverteidiger darauf besinnt, auch wieder einmal auf fremdem Platz einen Dreier einzufahren.

Hannover 96 gegen Borussia Dortmund: Die Situation bei den „Roten“

Die Ballermänner der Liga erlebten am vergangenen Samstag in Hamburg (0:1) eine unschöne „Premierenerfahrung“ in der laufenden Saison. Erstmals gab es keinen eigenen Treffer zu bejubeln. Es mag sein, dass man dem befreundeten Club aus dem Norden nicht die 125-Jahr-Feier vermiesen wollte, doch tatsächlich wurmte die unnötige Niederlage die Verantwortlichen gewaltig. Nun droht der gelungene Saisonstart durch das schwere Spiel gegen Dortmund relativiert zu werden. Bisher begeisterte man die Fans in vielen atemberaubenden Partien sowohl in der Liga als auch in der Europa League. Der Kader der Niedersachsen ist abwechslungsreicher geworden. Auf fast jeder Position lauert ein gleichwertiger Ersatz. Im Sturm ist Toptorjäger Mame Diouf wieder fit. Dagegen schmerzt der erneute Ausfall des Dänen Leon Andreasen, der nach 28 Monatn Pause wieder in phantastische Form gekommen war. Durch einen Kreuzbandriss wird der defensive Mittelfeldpieler jedoch wieder weit zurück geworfen. Vor 96 liegen nun also entscheidende Wochen, um die Ziele in Richtung Liga und Europacup festzulegen.

Bisherige Bilanz und Fazit

Die Auswärtsschwäche Dortmunds wurde bereits thematisiert, doch auch Hannover hat seit einem Jahr große Probleme in der Fremde. Daheim sind die Rorten dagegen eine Macht, haben seit Ende der vorletzten Saison nur ein einziges Pflichtspiel in der AWD-Arena verloren, in der Bundesliga überhaupt kein einziges. Unabhängig vom noch nicht betrachteten Spiel am Donnerstag abend gegen UD Levante sprechen diese Fakten also zunächst einmal für die mit breiter Brust auftretenden Jungs von Mirko Slomka.

Parallelen gibt es in der Ausrichtung der taktischen Konzeption. Dortmund hat sich daran gewöhnt, ein Spiel dominieren zu müssen und dennoch genügend Chancen heraus zu spielen. Kontern können beide Teams ohnehin prächtig, doch auch Hannover ist mittlerweile in der Lage, auf verschiedenste Arten zu Möglichkeiten zu kommen. Besonders gefährlich sind seit der Rückkehr des Ungarn Huszti auch die Standardsituationen. Fakt ist, dass in Partien mit Hannoverscher und Dortmunder Beteiligung meist viele Tore fallen.

Auch in den letzten Aufeinandertreffen beider Kontrahenten ging es kräftig zur Sache. Dabei hatten allerdings die Borussen meist das bessere Ende für sich. Im Meisterjahr 2010/2011 fertigten sie die Roten mit 4:0 und 4:1 zweimal deutlich ab. In der letzten Spielzeit lief es hingegen deutlich knapper. Im Heimspiel siegte Dortmund 3:1, auswärts musste es allerdings eine spektakuläre Niederlage hinnehmen – die bis Saisonende die letzte bleiben sollte. Bis zur 87. Minute hatten die Schwarz-Gelben mit 1:0 geführt, dann drehte Hannover das Ding sensationell auf 2:1…

Prognose: Die Fans dürfen sich auf eine packende Partie auf Augenhöhe gefasst machen. Dortmund ist Favorit, wird aber wieder nicht zum ersten Auswärtssieg kommen. Hannover trotzt dem Meister ein 2:2 ab.

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