Englische Woche: der 5. Bundesliga-Spieltag im Rückblick

Ende September nimmt die deutsche Fußball-Elite zum ersten Mal so richtig Fahrt auf. Da der 5. Bundesliga-Spieltag mitten in der Woche liegt, können innerhalb einer Woche kräftig Punkte gesammelt werden. So hatten einige Teams wie Frankfurt, Düsseldorf und vor allem die Bayern Gelegenheit, sich an der Spitze fest zu setzen. Andere Mannschaften wie Hoffenheim und der HSV befreiten sich binnen weniger Tage aus einer höchst misslichen Lage. Doch wo Gewinner sind, gibt es auch stets Verlierer. Ein Rückblick auf den Mittelspieltag der englischen Woche…

Die Bayern erobern alleinige Tabellenspitze am 5. Bundesliga-Spieltag

Nach 450 gespielten Bundesligaminuten hat der FC Bayern München eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er  in der neuen Saison unbedingt den Meistertitel zurück erobern möchte. In keiner der bisherigen Partien hatte der jeweilige Gegner eine echte Siegchance. Diesmal diente der VfL Wolfsburg als völlig überforderter Sparringspartner der „Roten“ aus München. Wie in den bisherigen Gastspielen fast immer geriet der VW-Werksklub bald schon ins Hintertreffen. Nach zwei Pfostentreffern war Bastian Schweinsteiger der erste Torschütze und blieb dies auch in der ersten Halbzeit zur großen Verwunderung der fast 70.000 Zuschauer in der Allianz Arena. Denn bei aller Spielfreude vergaßen die Bayern fast, ihre zahlreichen Chancen auch in Tore umzumünzen. Erst in der zweiten Hälfte traf Mario Mandzukic gegen seinen Ex-Klub doppelt und jeweils per Kopf. Der 3:0-Erfolg war mehr als standesgemäß und es stellt sich das große Rätsel, wann es in dieser Saison erstmals eine Mannschaft schaffen kann, dem Rekordmeister Paroli zu bieten.

So war ja auch der FC Schalke 04 am vergangenen Wochenende den Münchenern unterlegen gewesen, doch im Heimspiel gegen den FSV Mainz rehabilitierten sich die Gelsenkirchener und setzten sich mit einem 3:0-Sieg wieder im oberen Tabellendrittel fest. So souverän wie es das Ergebnis aussagt, gestaltete sich die Partie jedoch nicht. Die Rheinhessen spielten durchaus gefällig, konnten aber vor dem Tor wenig Gefahr ausstrahlen. Schalke spielte über weite Strecken nervös, hatte aber Farfans Elfmetertreffen seit der 20. Minute im Rücken. Jedoch schossen erst in den Schlussminuten Holtby und Pukki nach einer feinen Einzelleistung von Julian Draxler den schlussendlichen Erfolg für Huub Stevens' Mannschaft heraus.

Für den Reviernachbarn Borussia Dortmund scheint die englische Woche eher eine verlustreiche zu werden. Nach der 2:3-Schlappe beim Hamburger SV gab der deutsche Meister gegen Eintracht Frankfurt besonders unnötig zwei Punkte her. Zunächst lief nämlich alles nach Plan. In der ersten Halbzeit kontrollierten die Schwarz-Gelben das Spiel größtenteils und hatten mit Außenverteidiger Lukasz Piszczek den entscheidenden Spieler in ihren Reihen. Der Pole erzielte das 1:0 nach einem abgefälschten Schuss selbst und legte dann exakt für Marco Reus zum 2:0 auf. Nach der Pause offenbarte sich aber ein Bruch im Spiel der Westfalen. Frankfurt kam mit Macht auf und glich innerhalb von anderthalb Minuten durch Aigner und Inui zum 2:2 aus. Dortmund schlug noch einmal zurück, als der eingewechselte Götze einen Fehler von Anderson zum 3:2 ausnutzte. Doch eben dieser Anderson machte eine Viertelstunde vor Schluss nach einem Eckball das 3:3 und sorgte endgültig für einen denkwürdigen Abend. Dortmund liegt damit schon 7 Punkte hinter der Tabellenspitze und sollte in der nächsten Zeit kräftige Punktejagd betreiben. Frankfurt bleibt dagegen mit unglaublichen 13 Punkten nach 5 Spielen ärgster Verfolger der Bayern.

Düsseldorfs Abwehrbollwerk, Nürnbergs Geschenkfußball und Leverkusens Befreiungsschlag 

Im Duell der anderen Aufsteiger kristallisierte sich eine weitere Überraschungsmannschaft heraus. Die SpVgg Greuther Fürth unterlag Fortuna Düsseldorf mit 0:2.  Oliver Fink und Ken Ilsö stellten die Weichen mit ihren Treffern schon in der ersten Halbzeit auf Sieg. Fürth zeigte dagegen eine erschreckende Leistung, welche die Bundesligatauglichkeit in Frage stellt. Während die Kleeblätter nach drei Spielen immer noch ohne Heimtreffer dastehen, hat die Fortuna immer noch kein Gegentor hinnehmen müssen. 9 Punkte, 4:0 Tore und Platz 5 belegen die hervorragende Performance der Abwehrkünstler aus Düsseldorf.

Weniger sicher stand die Abwehr des 1. FC Nürnberg beim Gastspiel in Hannover. Drei Treffer legten die Club-Verteidiger dem Gegner direkt auf, so dass Huszti und zweimal Ya Konan eiskalt einnetzen konnten. Hinzu kam ein schön herausgespielter Treffer von Lars Stindl und ein Fernschuss von Timothy Chandler für die Nürnberger – fertig erzählt ist der Bericht dieses mittelmäßigen Spiels im Niedersachsenstadion. Der 4:1-Sieg führt Hannover aber zurück in die Erfolgsspur. Platz 3 ist die Belohnung des starken Saisonstarts, während Nürnberg nun etwas zurückfällt.

Ähnlich ungefährdet löste Bayer Leverkusen seine Aufgabe in Augsburg und sorgte damit endlich für den zweiten dreier der laufenden Spielzeit. Das Spiel war praktisch schon nach den ersten 45 Minuten entschieden, nachdem Kießling, Wollscheid und Schürrle ein beruhigendes 3:0 herausgeschossen hatten. Augsburg bäumte sich zwar mehrmals auf und kam durch Tobias Werner noch zum Anschlusstreffer, musste aber letztlich gegen die effizienten Leverkusener den Kürzeren ziehen. Während die Bayer-Elf ins sichere Mittelfeld rutscht, hält Augsburg damit weiterhin die Rote Laterne als Tabellenletzter in der Hand.

Verkehrte Welt in Baden-Württemberg, Hochspannung in Mönchengladbach und das Murmeltier in Freiburg 

Wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier…“ müssen sich die Fans des SC Freiburg bei Spielen gegen Werder Bremen vorkommen. Seit nunmehr elf Jahren konnte ihre Mannschaft nicht mehr gegen die Hanseaten gewinnen. Dies blieb auch am Mittwochabend so, obwohl die Badener die gefälligere Vorstellung gaben. Doch Neuzugang Akpala und Aaron Hunt drehten die von Freiburgs Jonathan Schmid per Freistoß herausgeschossene Führung zum 2:1. Werder konnte sich dabei in der Tat seltsam vorkommen. Zuletzt hatten die Grün-Weißen durch gute Leistungen überzeugt, aber zu wenige Punkte gesammelt. Diesmal war ein Sieg nicht verdient, doch es kam anders. Bremen zieht damit an Freiburg vorbei ins gesicherte Mittelfeld.

Eine Serie gerissen ist dagegen beim Duell Stuttgart gegen Hoffenheim. Bislang war der traditionsreiche VfB  den Emporkömmling aus dem Kraichgau in keinemPflichtspiel unterlegen. Doch an diesem Abend gelang den Stuttgartern rein gar nichts, während die Hoffenheimer nach dem ersten Saisonsieg gegen Hannover befreit aufspielten und am Ende als 3:0-Sieger den Platz verließen. Usami, Joselu und Johnsen waren die Torschützen. Während Hoffenheim mit sechs Punkten mehr als aufatmen kann, steht der VfB Stuttgart immer noch sieglos mit zwei Punkte auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Eine Wiederauferstehung wie der TSG Hoffenheim wäre am 5. Bundesliga-Spieltag beinahe auch dem Hamburger SV gelungen. Bei Borussia Mönchengladbach langte es für die Norddeutschen schließlich aber nur zu einem 2:2-Unentschieden. Der HSV war insgesamt das bessere Team versäumte aber mehrmals, das Spiel für sich zu entscheiden. Van der Vaart und Rudnevs schossen eine zweimalige Führung bei zwischenzweitlichem Ausgleichstreffer von Stranzl heraus. Als jener Stranzl jedoch in der zweiten Hälfte eine fragliche Rote Karte sah und es Elfmeter für Hamburg gab, lagen die Trümpfe komplett bei Rafael van der Vaart. Doch der Niederländer vergab den Strafstoß und die Hamburger setzten nicht eindringlich nach. So erzielte Dominguez in der Nachspielzeit noch das glückliche 2:2 und bewahrten die Gladbacher somit vor einer neuerlichen Heimpleite.

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