Das Leben ist eine Bahnstrecke

Wieder daheim, kurz bevor – nach einem überraschenden Spätsommersonnentag – der Regen einsetzte, war mir verständlicherweise erst einmal gar nicht nach dem gespeicherten Dokumentarfilm, nur noch nach ein paar Minuten zappen und glotzen. Das aber hat in der Nacht seine Tücken, viel zu oft landet man in Quizsendungen oder unerträglichen Softpornobilligproduktionen. Was noch an Filmen oder Serien läuft ist, naja… auch meistens nix für mich. Dann schon lieber ein Shopping-Kanal, wenn alles nichts hilft.

Gestern aber landete ich bei den schönsten Bahnstrecken, beim guten alten Ersten. Keine Ahnung, wo ich da entlang fuhr, bestimmt zehn Minuten lang. Nur Schienen, Büsche, und Bäume. Schlechtes Wetter, keine Sonne. Masten, Wiesen und Felder. Ab und zu eine Brücke, mehr nicht. Dazu die Zuggeräusche und ganz im Hintergrund Stimmen. Gequatsche, kaum zu verstehen. Zwei Männer, glaube ich. Unwichtig. Man will gar nicht hinhören.

Die Reihe scheint Kult zu sein, das habe ich jedenfalls schon des Öfteren gehört. Und zwar nicht nur bei eingefleischten Bahnfans. Seit gestern suche ich nach einer Erklärung. Ich lag also da, todmüde, und wartete darauf, dass etwas passiert. Vielleicht mal ein Bahnhof oder so. Außerdem dachte ich darüber nach, wie man wohl herausbringen könnte, auf welcher Reise man sich gerade befindet.

Dann war es 5.30 Uhr, die Fahrt endete abrupt. Schnitt. Keine Auflösung, kein Ziel. Einfach Schluss. Ende und aus.

Beängstigend.

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