Crippled Black Phoenix: ‚(Mankind) The Crafty Ape‘ in der Rezension

Gerade mal zwei Jahre liegen zwischen dem letzten Album „Vigilante“ und „(Mankind) The Crafty Ape“, ein Doppelalbum mit klobigen Rockmonstern bestückt, die sich definitiv im Durchlauf angehört werden sollten.

Experimental Progrock – Crippled Black Phoenix gehen ambitioniert ans Werk

Mit Mitgliedern aus Uberbands wie Mogwai und Electric Wizard ist es kein Wunder, dass hier nicht nach den mittlerweile bekannten Strukturen komponiert wird, sondern dass man die alte Schule des Progressive Rock durchgehend in den schweren Songs findet, die sich hinterhältig leise durch die Tür schleichen, um sich dann in riesigen Soundwänden vor einem zu positionieren.

Wer eine Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches hat, sollte sich schnell aus dem Raum entfernen, denn „(Mankind) The Crafty Ape“ verlangt einem ein großes Stück an Geduld ab, denn wenn ich hier von Prog rede, dann meine ich nicht die im Vergleich doch sehr Hörerfreundlichen Tool oder (klassischen) Jethro Tull.

Crippled Black Phoenix vereinen den Prog mit schweren Rockklängen, Procol Harum durch den 80er Postpunk gedreht und mit einer Metal-Wumme abgeschmeckt, so ungefähr kann man sich das vorstellen – oder auch nicht.

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Ein wuchtiges Konzeptalbum

Dunkel ist es, aber wie Frontmann Justin Greaves in einem Interview mit love-it-loud gestand, „dies könnte unser Rockalbum sein“, was in Experimental Rock-Termini soviel heißt wie, dass es unter den vorherigen Veröffentlichungen am poppigsten geworden ist.

Mit 7-8 Mitgliedern ist es für Crippled Black Phoenix natürlich schwierig, alle unter einem Dach zu halten, im Laufe der Zeit hat die Band schon so einige Abschiedsfeiern gegeben und Willkommensfeten veranstaltet, vielleicht bleibt der Sound aber gerade deshalb auch so unvorhersehbar. Selbst wenn der Hauptanteil des Songwritings Justin und Karl Demata zuzuschreiben ist, ist es am Ende doch das riesige Kader an hervorragenden Musikern, die das Doppelalbum zu dem machen, was es ist.

Wenn etwa in „Laying Traps“ plötzlich 80er Rockgrandeur durch die Boxen tönt, der sich nicht zuletzt durch die Gitarrenarbeit doch wieder in düstere Metalgegenden zieht, muss man schon anerkennend nicken, wie sicher die Herren und Damen (wobei Daisy Chapman leider das Boot verlassen hat) durch die verschiedensten Genres und Stile segeln, ohne den roten Faden zu verlieren.

Treibende Drums findet man trotz des doch sehr melancholischen Sounds immer wieder, „Born a Hurricane“ gibt dann auch noch Percussion Stürme in Trommelgruppen-Art preis, die immer wieder die endlosen Weiten der Songlandschaften zurück auf einen Punkt bringen.

Drei Kapitel finden sich auf dem Album: „A Thread“, „The Trap“ und „Blues of Man“, während es mittig ein wenig konventioneller wird, wirbeln sich „A Thread“ und „The Blues of Man“ für manch einen Moment in Schwindel erregende Höhen, hier muss man dran bleiben, ansonsten verliert man das Konzept aus den Augen und sich selbst im Gestrüpp der ideenreichen Kompositionen.

„(Mankind) The Crafty Ape“ ist etwas für echte Musiknerds, diejenigen, die mit King Crimson aufstehen und mit Zappa ins Bett gehen, die sich über Van der Graaf mindestens so freuen, wie über Mike Pattons unzählige Projekte. Jeder andere wird ein wenig überwältigt werden, sollte Crippled Black Phoenix aber zumindest einen Besuch abstatten.

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