DAB+ im Test: So gut ist das Digitalradio

Das neue Digitalradio DAB+ ist am 1. August 2011 in Deutschland gestartet. Dem Start voraus ging eine lange Geschichte des Misserfolgs für den alten Standard DAB, der in Deutschland nicht so richtig Fuß fassen konnte und deshalb sowohl bei den Sendern als auch den Hörern keine wirkliche Beachtung gefunden hat. Mit dem neuen Standard soll sich das nun ändern. Das neue Digitalradio ist derzeit für rund 53 Millionen Nutzer verfügbar. Zur Nutzung von DAB+ wird ein neues Gerät benötigt. Wir sagen Ihnen, ob sich der Kauf des Empfängers lohnt.

Bundesweite und lokale Programme in Einem

Zum Start des neuen Systems sind in Deutschland sowohl lokale, als auch bundesweite Programme gestartet. Unter den verfügbaren Sendern findet sich unter Anderem das Fußballradio 90elf, sowie religiöse Programme wie ERF Plus und alternative Musikprogramme wie AbsolutRadio. Der Empfang der bundesweiten Programme soll innerhalb der derzeitigen Sendegebiete problemlos funktionieren. Ein Test zeigt: Der sogenannte Bundesmuxx, so wird das Programmpaket der deutschlandweiten Programme auch bezeichnet, funktioniert in den Empfangsgebieten fast störungsfrei und die verfügbaren Programme bieten große Abwechslung.

Einschränkungen müssen derzeit lediglich innerhalb von Gebäuden sowie Fahrzeugen hingenommen werden. In Gebieten mit schwacher Versorgung kann der Empfang hier schonmal einknicken. Allerdings empfangen die Geräte selbst bei schwachen Signalen das Programm störungsfrei. Positiv ist jedoch hervorzuheben, dass der Empfang von Digitalradio selbst auf Zugfahrten fast störungsfrei innerhalb der Empfangsgebiete funktioniert. Auch die Klangqualität kann überzeugen. Sie entspricht etwa einem Internetradiostream mit einer Bitrate von 128 kbits bis hin zu 192 kbits. Die Übertragung selbst wird allerdings im AAC Format mit einer Bitrate von bis zu 72 kbits durchgeführt.

Der Kauf eines Digitalradios lohnt sich für den mobilen Radioempfang 

In Radiokreisen wird derzeit schon über die Zeit nach DAB+ nachgedacht. Das Internetradio soll der Nachfolgestandard zu UKW werden. Derzeit ist zwar mit HSDPA theoretisch eine ausreichende Geschwindigkeit im Datennetz vorhanden, dennoch müssen Einbußen beim Empfang besonders in Zeiten hingenommen werden, in denen das Datennetz mit sehr vielen Nutzern belastet ist. Das digitale Radionetz hingegen verwendet bei der Übertragung eine sogenannte One-to-many Technologie, bei der die Anzahl der Nutzer unerheblich ist. Das neue Radio wird somit zu einer guten Alternative für Radiohörer, die mit den derzeitigen Programmen nicht zufrieden sind oder sie in besserer Klangqualität hören wollen.

Für den Empfang zuhause empfiehlt sich derzeit allerdings mehr ein WLAN Radio, da hier bei einem dementsprechenden Internetanschluss mehr Programme in ähnlicher Qualität zu hören sind. Genutzt wird der neue Digitalradiostandard deswegen voraussichtlich die meiste Zeit im Auto oder mit einem kleinen mobilen Empfänger unterwegs. Weiterhin muss der neue Standard auch zur Standardausstattung neuer Hifigeräte gehören, da er sich sonst wohl lediglich für Nutzer der darauf vorhandenen Radioprogramme beschränkt und kaum Nutzer außerhalb dieser gewinnen kann.

  • Weiter Informationen im Internet gibt es hier

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