Bei mir als alten Glashaus-Fan weckt die 29-Jährige Stuttgarter Sängerin natürlich gleich die alten Erinnerungen an Songs wie „Bis dann“ oder „Nur du„. Im Vergleich dazu erscheinen die Solopfade kommerzieller, chartkompatibler und reifer. Dennoch, der Pathos, der schon in 3p-Zeiten manchmal fast etwas zu schwer wog, aber immer zur glockenhellen Kopfstimme passte, ist auch hier wieder deutlich hör- und spürbar.
Der Song verrät uns alles über die Schönheit des Moments und macht klar, warum es zu leben lohnt. Die Botschaft wird, das werden Fans nicht anders erwartet haben, über Umwege transportiert und bezieht sich scheinbar metaphorisch auf Goethes Faust ( „Werd‘ ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!’“):
„Und ich sag zu dem Moment: geh nicht vorbei.
Bleib noch
Du bist viel zu schön“
Die schönen Augenblicke im Leben vermitteln Freude, wirkliche Offenbarung scheinen aber nur die Situationen zu enthalten, die uns im tiefsten Herzen treffen. Über das Spürbare erzählte uns Cassandras Stimme auch schon auf ihrem ersten Soloalbum aus dem Jahre 2003 mit dem Titel „Seele mit Herz“. Damals sang sie „Nichts hält mich„ in einer Kollaboration mit den Rappern Azad und Kool Savas und dieses Motto wird hoffentlich auch für das neue Album gelten. Wenn das nämlich so klingt, wie die erste Single, stehen uns in Deutschland soultechnisch endlich neue Zeiten bevor.
Am 13. Februar singt Cassandra Steen beim Bundesvision Song Contest in Potsdam für ihr Heimatbundesland Baden-Württemberg an. Ernst zu nehmende Konkurrenz wird sie meiner Meinung nach im Berliner Musiker Peter Fox finden, der 2006 mit seiner Kombo Seeed bereits den Siegerpokal Heim tragen durfte.
