Carport selber bauen: Anleitung und Tipps für den Auto-Wetterschutz

Der Carport als Wetterschutz: Ihr Auto steht dort trocken, kühl, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, Vogelkot, Hagel und Sturm, eisfrei und doch luftig. Das gute Klima unter dem Carport mit seiner steten Luftzirkulation trocknet das Fahrzeug und bewahrt es vor Rost.

Nicht so leicht wie gedacht: Carport selber bauen

Ein einfacher rechteckiger Rahmen auf Pfosten und mit Abdeckung – einen Carport selber bauen scheint deswegen eigentlich eine ganz einfache Aufgabe für den Heimwerker. Doch Vorsicht: Der Bau eines Carports ist auch mit einem vorgefertigten Bausatz nicht ohne Weiteres eine Sonntagnachmittagsaufgabe für Schreibtischtäter ohne handwerkliche Erfahrung, Können und Genauigkeit. Wer allerdings Hilfe aus der heimwerkelnden Verwandtschaft oder Nachbarschaft erhält und selbst ein gerütteltes Maß an Beharrlichkeit, Sorgfalt und Gründlichkeit besitzt, für den sollte der Selbstbau eines Carports eine lösbare Herausforderung darstellen.

Carport selber bauen: Sorgfalt erste Pflicht!

Ganz wichtig: Nicht oft genug wiederholt werden kann die Anforderung an die Exaktheit und das stetige Überprüfen der richtigen Konstruktion: Messen Sie Abstand, Ausrichtung, Höhe und so weiter der Grundkonstruktion nach den unten aufgeführten Schritten immer wieder nach, auch wenn dies unten nicht besonders erwähnt wird! Der Carport verzeiht auch nur minimal ungenaues Arbeiten nicht!

Carport selber bauen: Was wird benötigt?

Werkzeug:

  • Akkuschrauber, Bohrmaschine
  • Holzbohrer, zum Vorbohren der Schraubverbindungen 8mm-Kegelbohrer
  • Spaten
  • Rührquirl-Aufsatz für Bohrmaschine, Maurerkübel
  • Winkelmesser, Richtschnur, Wasserwaage, Schlauchwaage, Laser, Senkblei, Maßband
  • Hammer
  • Schraubzwingen
  • Steckschlüssel

Material Fundament:

  • 30 x 40 kg Beton-Estrich
  • Bretter für die Schalung von 6 Fundamenten 40×40: gehobelt, 25 mm stark, mind. 15 cm hoch

Material für Carport 3 x 5 m (wenn nichts erwähnt, Angaben in cm):

  • 6 H-Pfostenträger (Anker), Richtlatten
  • 6 Carportpfosten (Ständer), Kantholz, 120×120, Länge ja nach gewünschter Einfahrtshöhe (normal: 250)
  • 8 x Kopfband (schräge Streben) je 4 links, 4 rechts, Kantholz, 890x90x90
  • 2 x Trägerbalken (Rähme), Kantholz, 4940x180x60
  • 9 x Sparren, Kantholz, 2920x200x80
  • Spenglerschrauben mit Dichtung, Sechskantschrauben/Muttern, Sechskantholzschrauben, Unterlegscheiben, Lochplattenwinkel, Spaxschrauben
  • Dachrinne, Rinnenelement für Fallrohr, Fallrohr, Abschlussbleche
  • Je nach gewünschtem Dach: Material für die Dachbedeckung

 

Carport selber bauen: So wird's gemacht!

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Bauvorschriften

Bevor Sie anfangen, erkundigen Sie sich nach den örtlichen Bauvorschriften: Kommunale Vorschriften (Bebauungsplan) und Landesgesetze (Landesbauordnung) schreiben vor, ob, wie groß und wo man einen Carport bauen darf. Es kann, muss aber nicht sein, dass Sie eine Baugenehmigung für den Carport benötigen. Auskunft gibt es beim zuständigen Bauamt der Gemeinde.

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Fundament: Einbetonieren der Anker

  • Ebnen und glätten Sie die Fläche des Carports.
  • Markieren Sie den Standort des ersten Eckpostens und vom Standort des ersten Pfostens aus einen rechten Winkel
    • Kontrolle: Diagonale zwischen 4-Meter- und 3-Meter-Schenkel beträgt genau 5 Meter, wenn rechter Winkel (90 Grad) zwischen den Schenkeln.
  • Markieren Sie die Standorte der weiteren Eckposten
    • Kontrolle exakte 90 Grad-Winkel: Beide Diagonalen zwischen den Eckpunkten müssen genau gleich lang sein.
  • Schachten Sie die Pfostenlöcher aus: BxLxT 40x40x80 cm
    • Tipp: Ist der Boden nicht leicht und sandig, sondern schwerer und fest, ist auch ein kleineres Fundament möglich. 40 x 40 x 80 cm gilt als Norm.
  • Erstellen Sie aus Holzplatten die Schalungen für die Fundamente (alternativ: Pflanzsteine).
    • Die quadratischen Schalungen werden auf die Pfostenlöcher gesetzt.
    • Sie müssen mindestens 15 cm hoch sein, denn die Pfostenunterkanten dürfen später keinen Bodenkontakt haben.
    • Falls gepflastert wird, rechnen Sie dies hinzu!
    • Richten Sie die Oberkante der Schalung mit einer Schlauch- oder Wasserdiewaage auf die korrekte Höhe aus.
  • Carport-Gefälle (mindestens Gefälle von 1% (1 cm pro Meter), besser mehr):
    • Stellen Sie das Gefälle über die Höhe der Fundamente her oder über die Länge (Höhe) der Ständerpfosten (Ständer) (dann alle Fundamente gleichhoch).
  • Betonieren Sie die H-Anker ein
    • Der Beton darf nur erdfeucht sein, sonst versinken H-Anker im Beton und lassen sich nicht ausrichten.
    • Kennzeichnen Sie die Pfostenabstände auf einer Richtlatte, befestigen Sie die Anker mit Schraubzwingen und hängen Sie sie in Fundamentlöcher. Richten Sie die H-Anker mit der Wasserwaage aus.
    • Füllen Sie den Beton in 10 cm Lagen ein, verdichten sie ihn jedes Mal mit Hammer oder Harke.
    • Überprüfen Sie immer wieder Höhe und Abstand der Anker (legen Sie am besten Richtlatten dazwischen). Korrigieren Sie Abweichungen mit dem Hammer.
  • Aushärten: 
    • Mindestens 3 Tage, besser 7.
    • Entfernen Sie danach die Holzschalung.

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Konstruktion

  • Wenn Sie keinen Bausatz benutzen, müssen die Balken nicht nur in die entsprechende Länge geschnitten, sondern auch entsprechende Aussparungen gefräst werden:
    • Die Pfosten (=Ständer) müssen Aussparungen für die Trägerbalken (=Rähme) haben,
    • die Trägerbalken für die Querstreben.
    • Pfosten entsprechend der gewünschten Einfahrthöhe sägen. Denken Sie an das Dachgefälle!
  • Die zwei Seitenelemente der Trägerkonstruktion setzen sich aus jeweils drei Ständern zusammen. Dazu gehören je ein Rähm (=Trägerbalken) und jeweils zwei stützende Streben (=Kopfband). Letztere verbinden den Rähm zusätzlich mit den Ständern.
  • Setzen Sie die Pfosten in die H-Anker, richten Sie sie aus, fixieren Sie sie provisorisch mit Schrauben oder Zwingen.
    • Korrigieren Sie eventuelle Ungenauigkeiten der Pfostenabstände im Carport-Inneren mit dem Hammer.
  • Die Bestandteile der Seitenteile und diese selbst müssen im Lot, im korrekten Abstand und im rechten Winkel zueinander positioniert sein.
  • Montieren Sie die Pfetten (=tragende Leisten der langen Seiten) auf den mit Wasserwaage und Hammer exakt ausgerichteten Pfosten (Pfosten sollten am besten Einsparungen dafür haben), zunächst provisorisch mit Schraubzwingen, dann mit Sechskantholzschrauben oder mit Schlossschrauben und Sechskantmuttern.
  • Verschrauben Sie die Pfosten per Schlossschrauben in den H-Ankern.
  • Verbinden Sie die Pfosten über Querleisten an den Kopfseiten und zusätzlichen Querriegeln (=Querleisten) dazwischen (etwa alle 60 cm).
  • Verschrauben Sie die Kopfbänder (=schräge, stabilisierende Fachwerkständerleisten) an den Carportecken mit 2 Schrauben (am sichersten: an allen Pfosten). Für noch mehr Stabilität können die Pfosten mit waagrechten Leisten verbunden werden. Ziehen Sie alle Schrauben nach.

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Holzschutz

Streichen Sie die Holzkonstruktion mit Holzschutzlasur.

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Dach

Möglich sind je nach Geschmack ein geneigtes Pultdach oder Satteldach mit Dacheindeckung aus Schindeln, Dachpappe oder aus Plexiglas.

  • Plexi- oder Acrylglas-Platten werden auf die Konstruktion geschraubt oder eingeschoben.
    • Gefälle von mindestens 15 % (1,5 cm pro Meter) ist dann Pflicht!
    • Hochwertiges Acrylglas ist bei ausreichender Neigung selbstreinigend und kaum veralgend.
    • Drahtglas ist schöner, jedoch auch schwerer, so dass im Vorhinein überprüft werden muss, ob die Konstruktion hierfür geeignet ist.
    • Wichtig ist bei all diesen Varianten: Auf Bruchfestigkeit achten!
    • Um die Stegplatten anzubringen, müssen Sie je nach Modell noch Führungsschienen anbringen und die Platten mit Abschlussprofilen verschließen.

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Dachrinnen

Bringen Sie Dachrinnen mit Fallrohren an, um die Holzkonstruktion zu schützen

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Boden

Neben Pflasterung oder Kies ist ein Rasengittergeflecht praktisch und schön und einfach zu verlegen.

  Zeitaufwand: mind. 1500 Minuten Schwierigkeitsgrad:  

Foto: Thomas Aumann – Fotolia

3 Meinungen

  1. 15 % Gefälle sind 15 cm pro Meter. Was schreibt denn ihr für einen Mist ?!

    Wer benötigt denn 15 % Gefälle für einen Carport

  2. Hallo,

    was für einen Akkuschrauber wurde verwendet? Wie viel Amperestunden??

    Liebe Grüße
    Michel T.

    • Hallo Michel,
      vielen Dank für Ihre Frage. Leider können wir Ihnen nicht mehr sagen, was für eine Art Akkuschrauber verwendet wurde. Vielleicht haben Sie ja selbst Erfahrung und wissen, wie viele Amperestunden mindestens notwendig sind?
      Viele Grüße
      Ihr Team von GermanBlogs

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