Bugatti Galibier – der Bugatti Royale der Neuzeit

Der Bugatti Galibier hat diese jedoch nicht. Cadillac und Rolls sind wie Bentley und Maybach erheblich, nun ja, günstiger, der Rest ist von der Bildfläche verschwunden. Die teuerste Volkswagen Limousine wird derzeit einem ausgewählten und finanziell Publikum in Los Angeles präsentiert, zudem soll das noch als Concept Car firmierende Fahrzeug der solventen Kundschaft im mittleren Osten und in China vorgeführt werden. Am edelen Innenraum fand sich nichts zu beanstanden, die ausbaubare Analoguhr der Schweizer Manufaktur Parmigiani auch an ein Uhrenarmband fürs Handgelenk setzen zu könne, zeugt von der Innovationskrise in Wolfsburg. Wie die farbenfreude (innen braun, außen Chrom und dunkelblau) erinnert das an Straßenkreuzer der 50er und 60er Jahre, in denen man das Radio als Kofferradio mitnehmen konnte. Das gemeine Volk fand in jedem Fall keine lobenden Worte für den Viersitzer, der Kraftstoff-Verbrauch war jedoch nicht ausschlaggebend.

Bugatti 16 C Galibier zitiert Bugatti Typ 57 S Atalante

Dem Bugatti 16 C Galibier wird vor allem seine optische Plumpheit angelastet. Er ist groß und erinnert mit seinem schwülstig-fettem Heck an einen adipositären Porsche Panamera. Die Auspuffanlage mit je vier Endrohren pro Seite stieß auf besonders hohe Ablehnung, obwohl sie sich wie die durchgehend von Heck- bis Windschutzscheibe reichende Finne mit gelungen integriertem Bremslicht als optische Elemente des Bugatti Typ 57 S Atalante erklärt. Dieses leichte Coupe hat mit dem jetzigen Brummer, der trotz Carbon- und Aluminium Karosserieteilen über zwei Tonnen auf die Waage wuchtet, wenig gemein. Eher mit dem Dreitonner Royale. Die runde und abgesehen von der akzeptablen Front völlig beliebige Außenhaut trägt auf den Flanken Chrom, was die „Auto Motor und Sport“ wie folgt beschreibt: „Durch die Zweifarbigkeit gewinnt der Bugatti an Dynamik.“ Wohlmeinend verschweigt sie, dass eine solche sonst nicht mal im Ansatz vorhanden wäre.

Bugatti Veyron Motor ignoriert Wohlstandsspeck

Bugatti sollte zudem eine Erklärung für den erschreckend an den typischerweise bei BMW anzutreffenden Hofmeister-Knick der Fondtüren parat haben. Zudem scheinen sie mit ihrem engen Schnitt auch keinen optimalen Zutritt zu gewähren. Das wird die Zielgruppe – nicht unbedingt schlank und sportlich – im siebenstelligen Preisbereich sicherlich zu honorieren wissen. Der Bugatti Veyron-Motor hätte jedenfalls mit vier Wohlstandsbäuchen wenig Probleme.

Die vier Turbolader wurden ihm allerdings entrissen, vermutlich der gleichförmigeren Kraftentwicklung obliegt die Zwangsbeatmung nun einer zweistufigen Kompressor-Aufladung. Die Leistung soll bei 800 bis 1000 PS liegen, ob ein DSG oder eine Siebenstufenautomatik das Drehmoment-Gebirge an alle vier keramikgebremsten Räder weiterleiten darf, wird sich zeigen. Die Motorhaube öffnet sich übrigens hübsch längs zweigeteilt wie Anno dazumal, was bei den nun engen Platzverhältnissen zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Wartung führen dürfte. Wenn die Zündkerzen nur bei ausgebautem Motor zu wechseln sind, dürften zumindest die höheren Werkstattkosten nicht ins Gewicht fallen.

Eine Meinung

  1. Ein Traum auf vier Rädern.Aber das ist eigentlich nur ein Auto für Scheichs oder DIE Bankmanager,nichts für die „Normalos“.

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