Kategorie: Bücher

Von Thriller bis Liebensroman: Mit einem guten Buch lässt es sich so richtig gut entspannen und dem Alltag entfliehen. Hier werden die neusten Schmöker präsentiert.

Der Erfolg der „For Dummies“-Reihe zeigt zweierlei: Konzept geht vor Inhalt. Und: Es gibt eine Menge Dummies da draußen


Bild: Dusan Petricic

Wozu sich durch ein dickes Buch quälen? Gibt doch ShortBooks. Das Rätsel, was bei Kollision hohler klingt, Kopf oder Buch, löst du dann spielend

Früher war alles besser. Es gab keine Pisa-Katastrophen oder Telenovela-Fluten. Dafür Raider und Schallplatten. Und die D-Mark. Bundeswehrsoldaten gab?s nur in Deutschland. Und der Duden war ein sicherer Fels in den Stürmen der deutschen Rechtschreibung. Das wahre Buch der Bücher. Unfehlbar. Er hat unser schriftliches Leben diktiert. Im Schutze des Dudens hatte alles einen angenehmen roten Faden. So wie ein deutsches Wort darin nachgeschlagen wurde, war es richtig. Hundertpro!

Kann sich noch jemand außer mir erinnern, wie alles angefangen hat? Ende 1984 flutete der noch junge Greno Verlag die Buchhandlungen mit zwei Werbebroschüren: Eine zur Ankündigung einer neuen Buchreihe, der »Anderen Bibliothek«, die zweite speziell für den ersten Band der Reihe, Lukian von Samosatas »Lügengeschichten«. Und im Januar 1985 erschien dieser erste Band: Blauer Einband und ein Pappschuber, rotes Rückenschildchen, Fadenheftung und rotes Lesebändchen und ? wichtigster handwerklicher Punkt der Ideologie der Reihe ? im Bleisatz gesetzt; Preis: 25 Deutsche Mark (so hieß bei uns das Geld damals). Und ein Wunder geschah: Lukian von Samosata, der seit vielen Jahrzehnten nur noch einige Altphilologen zu einem zurückhaltendem Grinsen gebracht hatte, verkaufte sich so gut wie vielleicht niemals zuvor in der Geschichte des Buchhandels. Ein weiterer Sieg des Marketings über die Trägheit des Publikums!

Mit dem Demographie-Gespenst lässt sich ja derzeit alles verkaufen. Mal wieder hat jemand sich aufgeschwungen, markige Thesen dazu an Kirchentüren, pardon zwischen Sachbuchdeckel zu nageln. Wir lernen: wenn Frauen ein Nest bauen, die Männer vor der Hausarbeit beschützen und auch mal ihren Mund halten, dann klappt?s auch mit dem Geburtenanstieg.

Am 28. April 1789 kam es auf der HMAV Bounty unweit der Küste der Südseeinsel Tofua zu einer Meuterei, in deren Folge der Kapitän des Schiffes, Leutnant William Bligh, zusammen mit 18 weiteren Mitgliedern der Besatzung im Longboat der Bounty auf See ausgesetzt wurde. Das Schiff übernahm einer seiner Unteroffiziere, Fletcher Christian, der sich mit diesem Akt der Auflehnung einen ewigen Platz in der Geschichte der britischen Navy sicherte. Der Fall erregte in England viel Aufsehen, sowohl nach der Rückkehr Blighs und seiner Leute, die dieser beinahe vollzählig in einem seemännischen Bravourstück über eine Strecke von 5.800 Meilen in einen sicheren Hafen brachte, als auch bei dem Prozess gegen eine Gruppe von Meuterern, die 1791/92 ebenfalls auf abenteuerlichste Weise nach England zurückgebracht wurden.

Der Hamburger Frank Schulz, geboren 1957 in Hagen bei Stade, veröffentlich 10 Jahre nach seinem Debüt ?Kolks Bräute? (1991) seinen zweiten Roman: ?Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien? (2001). Der Roman ist neben dem diesjährig erschienenen ?Ouzo-Orakel? (2006) Teil der so genannten ?Hagener Trilogie?.

»Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen«, schreibt der sehr große Lichtenberg, »und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?« Dieser kleine Satz sollte allen Literaturkritikern ganz zu Anfang in ihr Stammbuch geschrieben werden, denn die Grundannahme der Literaturkritik ist im Normalfall, dass es sich um ein schlechtes Buch handeln muss, wenn der Kritiker mit dem Werk nichts Rechtes anzufangen weiß. Dass es aber ? auch unter Kritikern! ? prozentual mindestens ebenso viele schlechte Leser wie schlechte Bücher gibt, wird selten mitbedacht und noch seltener thematisiert. Nur hier und da erscheint einmal ein Beweis solcher Ignoranz, und es müssen schon ganz besondere Umstände zusammenkommen, damit nach über 100 Jahren ein solches Dokument noch einmal veröffentlicht wird.