Brustkrebs bei Männern: Symptome rechtzeitig erkennen und behandeln

Zuerst einmal sei gesagt, dass Männer mit Brustkrebs grundsätzlich dieselben Chancen einer Heilung haben, wie die daran erkrankten Frauen auch. Trotzdem ist die Sterberate bei den männlichen Erkrankten höher. Das liegt ganz einfach daran, dass der Brustkrebs bei Männern meist recht spät erkannt wird und dadurch erst relativ spät behandelt werden kann.

Der männliche Brustkrebs beginnt in der Brustdrüse. Diese wird auch beim Mann schon im Embryonalstadium angelegt.
Die eindeutigen Ursachen für das bösartige Wachstum von Krebszellen im Brustbereich sind noch nicht eindeutig belegt, aber die Forscher gehen davon aus, dass bestimmte Umstände die Krebszellen wachsen lassen:

Wie bei den Frauen auch, spielt die Vererbung eine Rolle. Hat es in der Familiengeschichte schon Krebserkrankungen gegeben, erhöht dies das Risiko. Weitere Faktoren sind 1. Fettleibigkeit, denn die Fettzellen sorgen dafür, dass eine Hormonumwandlung von männlichen Hormonen in weibliche stattfindet; 2. Lebererkrankungen, da die Leber am hormonellen Stoffwechsel einen großen Anteil hat, und 3. ist auch bei Männern, die in der Vorgeschichte mit Östrogenen gegen Prostatakrebs behandelt wurden, das Risiko erhöht. Auch das „Klinefelter Syndrom“ scheint ein Risikofaktor zu sein.

Wie erkennt man Brustkrebs bei Männern?

Es gibt einige Symptome, die relativ früh auftreten und sie sollten unbedingt ernst genommen werden. Dazu gehören Knoten oder Verhärtungen in der Brust, die aber keine Schmerzen verursachen. Auch geschwollene und verhärtete Lymphknoten in den Achseln können ein Symptom sein. Hat sich die Brustwarze verändert? Oder ist sie entzündet und will nicht abheilen, sondert vielleicht sogar ein Sekret ab? Dann sollte der Gang zum Arzt die naheliegendste Handlung sein.

Ein bekanntes Phänomen bei Profisportlern sind die sogenannten „Runners Nipple“. Die Brustwarzen von Läufern oder Radfahrern werden permanent durch die eng anliegenden Trikots gereizt und entzünden sich. Wenn diese Entzündungen aber nicht abheilen wollen, sollte ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

Die ersten Symptome rechtzeitig erkennen, bedeutet einen kostbaren Zeitgewinn, daher muss schnell gehandelt werden. Leider gibt es kaum Ärzte, die entsprechend ausgebildet sind. Im Normalfall werden die Erkenntnisse aus der Krebstherapie bei Frauen einfach übernommen. Das ist nicht sehr vorteilhaft, denn der Brustkrebs bei Männern ist eine eigenständige Erkrankung und die Tumore verhalten sich oft anders. Erschwerend kommt hinzu, dass meist keine Mammographie beim Mann gemacht werden kann, weil einfach nicht genug „Masse“ vorhanden ist. Zur Diagnose wird daher eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) durchgeführt.

Das Brustkrebsrisiko bei Männern ist zwar relativ gering, auf 100 erkrankte Frauen kommt nur ein Mann, trotzdem sollte es sehr ernst genommen werden. Mit steigendem Alter steigt das Risiko, aber auch jüngere Männer können durchaus erkranken.

Wie wird Brustkrebs bei Männern behandelt?

Die klassische Operation zur Entfernung des Tumors inklusive des umgebenden Gewebes ist unter Umständen schwieriger, da einfach nicht genug Gewebe vorhanden ist.

Da am Brustkrebsgeschehen fast immer Hormone beteiligt sind, gibt es die Möglichkeit einer hormonellen Therapie. Da diese aber mit einigen Nebenwirkungen verbunden ist, wird sie von etwa 20 Prozent der erkrankten Männer vorzeitig abgebrochen.

Es gibt auch schon neu entwickelte Medikamente, deren Wirksamkeit allerdings nur durch Studien mit Frauen belegt sind. Was fehlt, sind aber Erkenntnisse, die darüber Auskunft geben, wie genau sie beim Mann wirken und welche Nebenwirkungen zu erwarten sind. Das gleiche gilt auch für die Chemo- und Strahlentherapie, für die ebenfalls noch keine gesicherten Erkenntnisse im Bezug auf die Behandlung von Männern vorliegen.

Weiterfüherende Links:

  • Das Netzwerk für Männer mit Brustkrebs gibt es seit April 2011. Es wurde von der „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ (FSH) ins Leben gerufen, um den betroffene Männern und Ihren Familien eine Anlaufstelle zu bieten. Hier finden sie nicht nur den Austausch mit anderen Erkrankten, sondern auch wertvolle Informationen zum Thema.
  • ein Ratgeber für Betroffene
  • Habichtswaldklinik Abteilung Onkologie

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