Besucht: IFA-Treffen Herzfelde 2019

Ost-Autos im Allgemeinen und DDR-Autos im Speziellen tummelten sich beim IFA-Treffen Herzfelde 2019. Allerdings nicht immer, wie wir verwundert feststellen durften.

Samstag, 8. Juni, morgens um zehne: Wo sind denn all die Autos hin? Immerhin wurde das nunmehr elfte IFA-Treffen Herzfelde als enorm groß angekündigt – 5000 Fahrzeuge am Pfingstwochenende hob ein Kenner der Szene heraus, doch wir sahen vielleicht 150, 200 Pkw und Nutzfahrzeuge sowie eine nicht näher zu beziffernde Anzahl Zweiräder. Der Rest? Weg, längst abgereist, dozierte ein Dagebliebener mit Sitzfleisch. Am Freitag habe man kaum gehen könne, so voll war das attraktive, angenehm grüne Areal vor den Toren Berlins. Nach einem Abend Party kann man dann ja auch los, befanden offenkundige so manche, denn ein Rahmenprogramm wie Ausfahrten oder Leistungsprüfungen hatten die Oldtimer-Freunde Herzfelde als Organisator nicht vorgesehen.

Das IFA-Treffen Herzfelde hatte Konkurrenz

Womöglich ging es für den einen oder andern noch weiter, immerhin fand am gleichen Wochenende in Pütnitz, Beierfeld und Leisnig noch weitere größeres Oldtimer-Treffen für DDR-Autos statt, zudem die regional bekannte Oldtimer-Show im MAFZ Paaren/Glien. Doch was hilft‘s Rumlamentieren? Schauen wir lieber, was es beim IFA-Treffen Herzfelde 2019 so alles zu bestaunen gibt! Na klar, zahlreiche Trabanten – nicht nur 601er, auch wenige der Vorgängermodelle wie P50 und P60. Viele im Originalzustand, manche quietschebunt und voll umgebaut, wie es in den 90er- und Nuller-Jahren Mode war, andere dezent optimiert. Schöne Wartburg waren freilich auch vor Ort, vornehmlich wenig überraschend 353er, aber auch einige 311er. Als echter Hingucker erwies sich ein traumhaft restaurierter 313 Roadster.

Oldtimertreffen nicht nur für DDR-Autos

DDR-Nutzfahrzeuge fehlten beim IFA-Treffen Herzfelde natürlich auch nicht; diverse Robur LO und LD, IFA W50 und L60 sowie zwei- und dreiachsige Barkas illustrierten eindrücklich den Gütertransport im ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat. Auch ein Trio Fortschritt-Traktoren hatte sich eingefunden. Bemerkenswert war die schlanke drei Euro pro Person kostende halbstündige Ausfahrt mit einem historischen H6-Reisebus durch einen nahen Tagebau. Unerwartet indes kam die verschwindend geringe Menge anderer Produkte des RGW-Raums: ein Moskwitsch 2140, ein Zastava, ein Wolga M24, ein Skoda-Liaz, ein GAZ 69, wenige Lada, aber gleich drei Saporoshez. Jedoch Mopeds, Roller und Motorräder in allen erdenklichen Ausführungen – selbst die Kleinsten knatterten auf motorisierten Bierkisten oder selbstgebauten Minibikes über den Platz. Störte exakt: keinen.

Daumen hoch für die Oldtimer-Freunde Herzfelde!

Auch sonst war das IFA-Treffen Herzfelde 2019 gut aufgestellt: großes Festzelt, saubere Toiletten, viel Platz zum Campen. Wer den Boden verabscheute, zog in die Pension Sachsenruh, das spätestens durch den Film „Go Trabi Go“ unsterblich gemachte Dachzelt. Kaltgetränke flossen angesichts der Hitze erwartungsgemäß reichlich, und hungern musste ob des üppigen Angebots an Burgern, Bratwurst und Suppen auch keiner. Zur Soljanka aus der Feldküche nur dieses: Super! Einige Händler hatten Teile, Automobilia und Antiquitäten im Angebot; quengelnden Kindern beugten Hüpfburg, Riesenrad und Karussell vor.

Das Ost-Auto-treffen hinterließ einen guten Eindruck

Die Musikbeschallung eines Großteil des Platzes mochte in Ordnung gehen, allein der unablässig redende und nicht sonderlich gut zu verstehende Moderator war subjektiv indes kein Gewinn. Sei‘s drum, angenehm war der Besuch allemal, und die Gespräche mit diversen (Zeit) Genossen brachten etliche feine Menschen zutage. Von daher gerne wieder – und vielleicht schon am Freitag!

Bilder: ©Arild Eichbaum

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