Anonym surfen im Internet: Welche Tools und Strategien sind am sinnvollsten?

Wer das Internet nutzt, muss sich darüber im Klaren sein, dass seine Schritte dort nachvollzogen werden können. Und das bedeutet in der letzten Konsequenz: bis zum eigenen Namen und bis zu ihm nach Hause.

Avatare oder erfundene Nutzernamen und Konten sollen die Privatsphäre schützen, in Wirklichkeit helfen sie dabei wenig, denn das Internet vergisst nichts. Internetdienste und Internetanbieter können jeden Klick, den Sie im Internet machen, auf Sie zurückführen. Und zusammen ergeben die vielen kleinen Mosaiksteinchen ein vollständiges Online-Profil von Ihnen. An erster Stelle steht natürlich die Krake schlechthin: Google speichert für Ihre Suchanfragen Cookies zwei Jahre lang – zwei Jahre lang kann Ihre Suchanfrage also direkt mit Ihnen und Ihrem Internetzugang und PC in Verbindung gebracht werden. Aber natürlich kann man die Arbeit der Datensammler im Internet erschweren – allerdings leider fast immer auch auf Kosten der Bequemlichkeit. Wir zeigen Ihnen hier, welche Möglichkeiten und Tools es gibt, wie Sie möglichst anonym surfen.

Anonym im Internet surfen: So wird's gemacht!

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Der erste und wichtigste Tipp: Daten sparsamst online angeben

Sorgen Sie selbst dafür, dass nicht unnötig persönliche Daten von Ihnen in der virtuellen und wirklichen Welt herumschwirren. Kundenkarten dienen nicht dazu, Ihnen Rabatte zu gewähren, sondern zu nichts anderem, als Ihre Vorlieben und Ihr Kaufverhalten zu sammeln und auszuwerten. Lassen Sie sich bei möglichst wenigen Internet-Anbietern registrieren und wenn dies unumgänglich ist, achten Sie darauf, dass es möglichst seriöse, in Deutschland ansässige sind, die sich an deutsche Datenschutzbestimmungen halten. Geben Sie möglichst nie Ihre Bankverbindung online weiter.

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Spuren verwischen

Damit Sie anonym surfen, melden Sie sich nicht bei der Suchmaschine, insbesondere Google, an und löschen Sie nach jedem Internetzugriff alle Spuren. Ab Firefox Version 3.5 finden Sie dies im Menü Extras – „Neueste Chronik löschen“. Oder FoxyProxy-Addon nutzen: Mit dem Addon können freie Proxy-Server genutzt werden, die die IP-Adresse des eigenen Rechners verschleiern, aber auch den Zugriff auf solche Webserver ermöglichen, die bestimmte Herkunftsländer sperren. Für Firmennetzwerke ist dies ebenfalls interessant, wenn sie die Arbeitsplatz-Rechner vom direkten Internet-Zugriff abkoppeln wollen.

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Deaktivieren Sie Javascript

Für Firefox gibt es dafür kostenlos Noscript. Für Google Chrome auf den Schraubenschlüssel klicken und unter „Optionen, Details, Content-Einstellungen, Ausführen von Javascript für keine Webseite zulassen“ auswählen. Da sehr viele Webseiten nur mit Java funktionieren, kann die Sperrung über ein Icon in der Adressleiste für eine einzelne Webseite aufgehoben werden.

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Anonym surfen mit Tor

Noch mehr Sicherheit gibt es mit dem kostenlosen Anonymisierungsdienst Tor. Das Tor-Tool ist nicht hundertprozentig sicher, erschwert aber das Sammeln und Zusammenführen Ihrer Daten – allerdings gibt es auch gravierende Nachteile: Zum einen wird Surfen dadurch sehr langsam und zum anderen können viele Seiten dann nicht mehr erreicht werden, darunter so unverfängliche wie die Online-Übersicht der Kunstwerke des Museum of Modern Art in New York. Viele Firmen lassen zudem den Zugriff mit Tor auf die eigenen Webseiten nicht zu, denn Tor macht den Zugriff anonym – und das kann natürlich auch durch Hacker oder für Wirtschaftsspionage genutzt werden.

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Nutzen Sie kostenpflichtige Anonymisierungs-Tools

Wer etwas Geld in den eigenen Datenschutz investieren will, kann zumindest das Geschwindigkeits-Problem von Tor umgehen. Anonymisierungsdienste wie Cyberghost VPN oder Hotspot Shield, die über VPN arbeiten, gibt es als (langsame) Free-Version oder ab 4,17 im Monat.

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Für die Katz:

Übrigens: Die Einstellungen „Private Browsing“ (Firefox, Safari), „Inkognito“ (Google Chrome) oder „InPrivate Browsing“ (Microsofts Internet Explorer) hören sich zwar danach an, dass Sie mit ihnen anonym surfen – das gilt aber nur für den eigenen PC. Nur dort werden mit diesen Einstellungen die Spuren des Surfens gelöscht, den Datensammlern im Internet ist diese Option herzlich egal.

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