An zwei Händen

Darum trifft man sie und mich meistens in irgendeinem Cafe sitzen, glücklich aussehend. Wir erfüllen alle Klischees mit unserem Latte Macchiato und einer Fluppe im Mund. Das ist sowieso ungemein sexy, und dieses Freundinnen- Ding wirkt immer.
Frau hat nen riesigen, unsichtbaren Panzer dabei, wie bei einer Schildkröte, uns wachsen Flügel des Enthusiasmus, und wenn einer auch nur ein einziges negatives Wort gegen meine Freundin in die Welt setzt, werde ich mächtig böse. So richtig.
Frau tauscht Klamotten, Ohrringe und sprüht sich heimlich das Parfum der Freundin an den Hals, wenn Frau bei ihr geschlafen hat nur, um sich später noch an den schönen Morgen erinnern zu können. Und nachts: aus dem Kino kommend, barfuss die Straße lang laufend, Fantasiesprache redend und das Gefühl nichts loswerdend, dass niemand auf der Welt so viel Luft zum Atmen bekommt, wie wir uns gegenseitig geben.
Hört sich alles nach einer schönen Liebesgeschichte an. Und ist es im Grunde genommen auch. Die viel gerühmten Frauenfreundschaften, die wohlgemerkt sehr pflegebedürftig sind: füttern muss man sie und gießen, weil sie ja gedeihen soll.
Und wenn ihr Ex-Freund in einem Restaurant am Nachbartisch sitzt, werde ich in den folgenden fünf Minuten auf dem Klo verschwinden, um meiner Freundin Bericht zu erstatten, wenn es sein muss mit Foto.
Sie und ich haben echt schon mit dem Gedanken gespielt, echte Blutsschwestern zu werden. Stattdessen sind wir dann aber doch lieber Kaffee trinken gegangen.

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