Alleinerziehend

……..und jeden Tag auf`s Neue als Organisationstalent gefordert. Auch ich, Mutter von 3 Kindern, war nach meiner Trennung zwei Jahre lang alleinerziehend mit zwei Kindern, mein Sohn ist beim Vater geblieben.  Das Einzige was mir erspart blieb ist die aussichtslose Jobsuche. Aber der Alltag als alleinerziehender Elternteil ist alles andere als einfach. Laut dem Mikrozensus 2005 vom statistischen Bundesamt gab es im Jahr 2005 in Deutschland 2,6 Millionen Alleinerzeihende, davon sind 2,236 Millionen Mütter und 335.000 Väter. Das war im Vergleich zu 1996 ein Zuwachs von 15% und es werden jedes Jahr mehr.

Es beginnt schon mit der Vereinbarkeit von Job und Familie. Die Öffnungszeiten der öffentlichen Betreuungseinrichtungen sind kaum kompatibel mit den Arbeitszeiten und auch die Kosten sind ein ordentlicher Posten unter den monatlichen Ausgaben. Somit benötigt man einen Halbtagsjob ohne Schichtsystem oder ein sehr gut funktionierendes privates Betreuernetz, wie z.B. Großeltern, Freunde, Babysitter usw.,  für die Kinder. Aber wo findet man solch kinderbetreuungsfreundliche Jobs? Davon gibt es nur sehr wenige und nicht jeder Arbeitgeber ist bereit zur Einstellung einer alleinerziehenden Mutter oder eines alleinerziehenden Vaters. Argumente hierfür seitens der Arbeitgeber sind meist die Häufigkeit der Ausfälle wegen Krankheit. Sicher werden die lieben Kleinen auch mal krank, aber jeder der allein für die Versorgung der Familie durch seinen Job aufkommen muss, ist bestrebt dieses so gering wie möglich zu halten und motiviert alle nur denkbaren Betreuungsressourcen, um keine oder nur sehr geringe Ausfallzeiten zu verursachen.
Man muss schließlich auch alle anfallenden monatlichen Kosten decken, denn die Unterstützung seitens des Staates ist auch eher mager. Die Einkommensgrenzen für eine Beitragsminderung sind meist schon knapp am Existenzminimum und somit muss man teilweise gleiche Beiträge, wie  ein Doppelverdienerhaushalt zahlen.

Auch im Freundeskreis bekommt man diese Distanzierung zu spüren. Von den vielen Freunden und Bekannten bleibt meist nur eine handvoll übrig. Und wenn man sich dann einmal aufgerafft hat einer Einladung zu einer Party zu folgen und die Kinder untergebracht hat, dann fühlt man sich dort eher unwohl als Single unter den ganzen Paaren. Man ist wieder frustriert über seine Einsamkeit und tritt zeitig den Heimweg an. Man beginnt sich zu hause zu „vergraben“ und ist nur selten auf Party`s und anderen Veranstaltungen zu sehen. Als Ausrede schiebt man teilweise die Kinder vor und isoliert sich so von der Gesellschaft. Das eigene Selbstbewusstsein verkümmert. Eigentlich sollte man doch stolz darauf sein, die gesamte Organisation auch allein hinzubekommen. Viele der Alleinerziehenden in Deutschland sind unverschuldet in diese Situation geraten. Laut dem Mikrozensus 2005 sind bis zu 30% der Single-Mütter oder –Väter durch den Tod des Partners zu einem alleinerziehenden Elternteil geworden. Die restlichen 70% verteilen sich auf Geschiedene, verheiratet getrennt Lebende und Ledige. Leider passen diese „Singlehaushalte mit Kind“ nicht in das Bild einer heilen Familie und somit wird man oft ausgegrenzt…..und das nennt sich „FAMILIENFREUNDLICHER STAAT“.

3 Meinungen

  1. Ja, hier sind in der Tat Alternativen gefragt und dringend notwendig. Vielleicht kann ich da ja ein wenig zu beitragen, mit meinem fidikus.de, einer Networking-Plattform für Eltern und Kinderbetreuuer/innen.Nicht dass der Staat so familienfreundlicher wird, aber vielleicht schließen sich Eltern zusammen und werden gemeinsam aktiv oder vielleicht können insbesondere Alleinerziehende so ihre Kinderbetreuung flexibler und günstiger gestalten.Ist übrigens ein schönes Blog hier. Hab ich doch gleich in meinem Blogroll auf blog.fidikus.de aufgenommen. Ich werde sicherlich öfters vorbeischauen.Viele Grüße

  2. Ja, hier sind in der Tat Alternativen gefragt und dringend notwendig. Vielleicht kann ich da ja ein wenig zu beitragen, mit meinem fidikus.de, einer Networking-Plattform für Eltern und Kinderbetreuuer/innen.Nicht dass der Staat so familienfreundlicher wird, aber vielleicht schließen sich Eltern zusammen und werden gemeinsam aktiv oder vielleicht können insbesondere Alleinerziehende so ihre Kinderbetreuung flexibler und günstiger gestalten.Ist übrigens ein schönes Blog hier. Hab ich doch gleich in meinem Blogroll auf blog.fidikus.de aufgenommen. Ich werde sicherlich öfters vorbeischauen.Viele Grüße

  3. Good-bye Lenin. Ich liebe diesen Film. Ganz schön ergreifend irgendwie. Ich bin an der Grenze in Hessen, an der Grenze zu Thüringen, aufgewachsen, war vor dem Mauerfall oft in der DDR. Ich habe letzlich die DDR- Musik für mich wiederentdeckt, Karat, Puhdys. Mein Favorit ist Am Fenster von City. Das geht unter die Haut. Kennen Sie den Song?Notwendigkeit von Lügen als Diskussion. Gut.

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