Alben-Rundumschau KW27: Dan le Sac, Dirty Projectors und Lost Lander

Dan le Sac – Space between the Words

Da sein bester Kumpel Scroobius Pip ja derzeit auf Solopfaden wandert, hat es sich auch Electro Guru Dan le Sac nicht nehmen lassen, solo zu kreiseln. Dabei hat er sich jedoch so viele Gäste auf sein Album eingeladen, dass die Bude trotzdem voll wird.
Das fängt mit dem Opener „Long Night of Life“ ruhig genug an, zwirbelt sich dann jedoch fix zu aggressiven Trip Hop Höhen, bekommt mehr als einmal paranoid anmutende Einschläge (etwa in „Tuning“ ft. Joshua Idehen) und zeigt eindrucksvoll, dass ein Electroalbum mit illustrer Gästerunde nicht nur von den Gästen lebt, sondern auch von den Künsten des DJs dahinter.
Und so ist „Space between the Words“ punktgenau das, was uns Dan le Sac hier bietet, interessante Stimmen, die jedoch viel interessanteren, tickenden, flimmernden, drückenden, drängelnden und rotierenden Beats Platz machen, und um ein weiteres beweisen, dass die aggressiven Tanzflächenstampfer immer noch am erfolgreichsten in Great Britain zusammen geschustert werden.

[youtube PzPBD69UI3g]

Dirty Projectors – Swing Lo Magellan

Sie sind wieder zurück, die kruden Indiepopper, die sich 2009 so erfolgreich in die amerikanischen Albumcharts einschlichen, dass die gesamte Indiecommunity von einer Renaissance der guten, anspruchsvollen, kreativen Musik ausging.
3 Jahre später hat sich dann doch nicht so viel geändert und auch die Dirty Projectors sind weiterhin genauso sprunghaft kreativ wie zuvor.
Vielleicht war es nicht meine Zeit, aber ich gebe es zu, „Bitte Orca“ wurde von mir zwar respektiert, aber nicht direkt geliebt (und damit stehe ich glücklicherweise auch nicht alleine da, wie Kommentator HartFordTheWhale beweist).
Doch der neue, entspannte Auftritt der Dirty Projectors schafft es mit ausgezeichneter Gitarrenarbeit und den bereits bekannten Harmonien, sich flatternd in mein Herz zu spielen.
Das gelingt beispielsweise mit dem sexy Rock-A-Capella Monster „Offspring are blank“ ganz hervorragend und erreicht bei „Dance for you“ äußerst charmante Höhen.
Gerade weil man nicht ständig mit weiteren, ach so verrückten Ideen überfordert wird, sich einzelne Ideen auch einmal ausspielen dürfen bevor der Rhythmusbreak kommt, hat man Zeit, die einzelnen Elemente zu genießen.
Das sechste Studioalbum wird so zu einem Experiment in angebrachter Ruhe, die natürlich oft genug von stürmischen Zappa und Ween Momenten überrannt wird, keine Sorge.
Die Indie Community hat lange gewartet, lange gebangt und kann sich nun erleichtert zurück lehnen und genießen, ach, wäre es nur immer so einfach.

[youtube 9CR-S29PNlo]

Lost Lander – DRRT

Ein Fundstück aus Portland präsentiert sich mit Lost Lander, die sich nicht zuletzt dadurch hervor tun, dass sie von dem einzig wahren Brent Knopf (Ramona Falls, Menomena) produziert wurden. Kopf der Band ist jedoch Matt Sheehy, der neben der großartigen Musik auch noch eine der besten Ideen hatte, um eine echte physische CD zu kaufen, da man das Albumcover in ein kleines Planetarium verwandeln kann.
Lost Lander spielen diese Art großzügig emotionalen Indiepop, der mit dem typischen Brent Knopf Piano versüßt wird und ein paar fantastische Lieblinge präsentiert, etwa das magische „Afraid of Summer“ oder auch etwas poppiger „Belly of the Bird/Valentina“, das sogar zum Tanzen einlädt.
Und so richtig großartig wird es dann mit dem Zwischenstück „The Sailor“, das sich trotz gerade mal 3:40 Minuten geradezu episch ausmacht.
Und so gehört „DRRT“ nach Tu Fawnings „Monument“ und Ramona Falls' „Prophet“ zu einem weiteren Höhepunkt Portlands in Sachen Musik. Weiter so.

[youtube ruqsgpOu-Ro]

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