AKK-Nachfolge: Sonderparteitag der CDU wird wahrscheinlicher

Ursprünglich wollte die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer die Wahl ihres Nachfolgers im Amt bis zum Sommer mitgestalten. Doch schon jetzt fordern Unionspolitiker einen Sonderparteitag, um möglichst zeitnah über einen neuen Parteivorsitzenden zu entscheiden.

Termin noch vor der Sommerpause

Durch den Verzicht von Kramp-Karrenbauer auf CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur wegen des Wahldebakels in Thüringen muss die CDU einen neuen Parteivorsitzenden finden. Geplant war ursprünglich, im Sommer einen neuen Kanzlerkandidaten aus den Reihen der Partei ausfindig zu machen. Der sollte dann auf dem traditionell im Dezember stattfindenden CDU-Parteitag zum Parteivorsitzenden gewählt werden.

Doch schon jetzt werden in der CDU Stimmen laut, die einen vorgezogenen Sonderparteitag fordern, um die Suche nach einem AKK-Nachfolger zu forcieren.

CDU-Stimmen für einen schnelleren Wechsel an der Spitze

Unionspolitiker wie die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza wünschen sich möglichst schon bis zu den Osterfeiertagen Klarheit über die Vorgehensweise und den Personenkreis potenzieller Kandidaten. Allerdings ist dieser kurze Zeitraum eher unrealistisch, da ein Sonderparteitag immer einen Vorlauf von acht Wochen hat.

Auch Sachsen-Anhalts CDU-Landeschef Holger Stahlknecht sprach sich in den Medien für einen Sonderparteitag noch vor der Sommerpause der Partei aus. Laut Stahlknecht müsse ein neuer CDU-Chef vor allen Dingen auf transparente Weise ins Amt kommen.

Grünes Licht aus der Parteizentrale

Laut Aussagen aus dem Konrad-Adenauer-Haus gibt es im Prinzip keine Gründe, die gegen einen Sonderparteitag sprechen. Termin und Ort stünden aber noch offen. Das kann sich aber ändern, wenn die Noch-Parteichefin Kramp-Karrenbauer in der kommen Woche erste Gespräche mit potenziellen Nachfolge-Kandidaten führt.

Nach einer Präsidiumssitzung mit ihr am 24. Februar werde es dann Neues zum Thema Sonderparteitag geben.

Mögliche Kandidaten

Friedrich Merz wird wohl als erster seine Kandidatur bekanntgeben. Der 64-jährige Rechtsanwalt aus dem Saarland ist in letzter Zeit wieder sehr oft auf der politischen Bühne unterwegs und weiß als Konservativer große Teile der Parteibasis hinter sich. Der frühere Unionsfraktionschef Merz war Kramp-Karrenbauer im Dezember 2018 in einer Stichwahl um den Parteivorsitz knapp unterlegen.

Ein weiterer Kandidat ist Armin Laschet. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westphalen und CDU-Vize gehört zum liberalen Flügel der CDU.

Dritter im Bunde ist der 39-jährige Gesundheitsminister Jens Spahn. Der jüngste Minister im Kabinett Angela Merkels hat sich in letzter Zeit mit seiner Gesundheitspolitik gut profiliert. Er steht dem konservativen Flügel der CDU nahe.

Bildnachweis: Pixabay, 3402594, haraldmk


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