A Touch of Greatness

Der Film fängt mit einem Ausschnitt aus dem (schwarz-weiß) Originalfilm an, den Cullum selbst hat machen lassen: Kinder, ca. 10 Jahre alt, befinden sich auf dem Schulhof, auf dem mit Kreide die Bundesländer der Vereinigten Staaten aufgemalt sind. Jeder Bundesstaat hat seine eigene Form, die jeweiligen Namen sind allerdings nicht eingetragen. Die ganze Schulklasse legt Papier von einer riesigen Papierrolle auf die Landkarte. Das soll der Fluss Mississipi sein; sie sind voll bei der Sache, krabbeln schließlich auf dem Papierteppich, machen Schwimmbewegungen, ERLEBEN den Fluss. Das ist nur eines der vielen Beispiele, die die Dokumentation von den Lehrmethoden Cullums präsentiert.

A Touch of Greatness bietet Interviews mit Cullum (1920-2003) selbst und ehemaligen Schülern. Regisseurin Leslie Sullivan organisierte ein Klassentreffen der mittlweile 40 bis 50 jährigen mit ihrem ehemaligen Lehrer. Liebe, Achtung und Bewunderung für Cullum leuchtet in ihren Augen, er hat jeden Einzelnen von ihnen erreicht. Zwischen 1956 und 1960 arbeitete er als Lehrer der 5. Klasse. Das bedeutet, er unterrichtete die Schüler in jedem Fach, verbrachte den ganzen Tag mit ihnen. Cullum gelang es mit unkonventionellen Methoden diesen Kindern Spaß am Lernen beizubringen. Zum Beispiel gründete er einen Theaterklub und ließ die Kids Shakespeare aufführen. Die Schauspielerei machte aus jedem einen Star, gab ihnen Selbsvertrauen. Er nahm ihnen die Angst vor den Klassikern als etwas unnahbarem, schwer verständlichem. Cullum glaubte, dass in jedem Kind ein „Stück Bedeutung" stecke, die geweckt werden könne durch die Erfahrung mit klassischer Literatur, Musik und Kunst. Durch das frühe Heranführen an die Klassiker werden Shakespeare, Sophokles & Co. Freunde und Teil ihres Lebens.

Der Film ist voller Bewegung. Es war oft laut in Cullums Klassenzimmer, die Kinder engagiert in ihren Projekten, rannten durch den Raum, malten gemeinsam Häuser auf einer Papierrolle auf dem Boden – der Mann hatte wirklich viele gute Ideen. Ich bin auf ihn gestossen, als ich für meinen eigenen Unterricht forschte, um herauszufinden, wie ich Literatur und Kunst in den (Fremdsprachen-) Unterricht integrieren kann. Das Lehrbuch bietet Gedichte von Rose Ausländer, Goethe und Brecht, aber diese nur zu besprechen ist so trocken wie Grammatik. Auf einer CD werden die Gedichte, Balladen und mehr von Muttersprachlern vorgelesen. Ich lese sie auch nocheinmal vor, dann abwechselnd die Studenten, damit sie ein Gefühl für die Sprache, für Reim, für die Strophen bekommen.

Wie können sie das Gedicht aber ERLEBEN? Indem sie selbst eins schreiben, mit neuen Wörtern experimentieren, ihre Erfahrungen verarbeiten können.

Foto der DVD von: http://www.shoppbs.org/sm-pbs-independent-lens-a-touch-of-greatness-dvd–pi-2161637.html

2 Meinungen

  1. Wir hatten mal in der Jugendhilfe allerdings unfreiwillig eine ähnliche Situation: eine Klasse musste in einem Raum im Stall vorübergehend evakuiert werden. Die Lehrer machten das toll: sie verkauften es als Projekt bewegtes Klassenzimmer und aus Sicht der Beteiligten war diese Zeit die tollste ihrer Schulzeit! Der Unterricht wurde gelebt. Aus den Materialien die man in einem alten Stall auf der Alp findet fand improvisierter Unterricht statt. Ich denke, man kann große Lehrer überall finden. Meist sind sie Helden des Alltags, die keiner so richtig würdigt.

  2. Also ich finde es sehr wichtig, dass sich vor der Anmeldung auch Gedanken über die Kosten gemacht werden. Oftmals schließen die User einen Premium-Vertrag ab ohne sich die AGBs durchzulesen und sind dann überrascht, dass der Anbieter ein zweites Mal vom Konto abbucht. Daher sollten sich die Konditionen immer sehr genau durchgelesen werden. Die Kosten haben natürlich auch Vorteile, dadurch dass zum Beispiel solche User rausgehalten werden, die nur Fake- oder Spaßprofile anlegen wollen.

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