50plus in den Tagesthemen

Völlig unverständlich war für mich dabei, dass eine
kritische Reflexion der Inhalte nahezu vollständig fehlte. Vielmehr war man
medial bemüht, dem Vorhaben des Müntefering ein großes Zukunftspotential zu
bescheinigen. Beispiele aus dem Niedriglohnsektor, den man allerdings niemals
mit älteren Arbeitnehmern wird auffüllen können (geschweige denn sollen), waren
schnell gefunden und wurden stolz vorgeführt. Dass die so präsentierten
Fördermöglichkeiten schon seit Jahren unter anderem Namen  und in teils lukrativerer Ausprägung für
Arbeitgeber und Arbeitnehmer existieren, wurde geflissentlich verschwiegen.

Der Zuschauer hätte dies allerdings daran merken können,
dass bereits VOR Umsetzung der Initiative 50plus für deren Erfolgsaussichten Beispiele
gezeigt werden konnten. Wahrscheinlich haben sich die Tagesthemen-Macher
gedacht, dass das gesprochene Wort und das gesendete Bild flüchtig genug sind,
um dies nicht weiter rechtfertigen zu müssen.

Höhepunkt der gruseligen Berichterstattung dann der
Kommentar. Der Kommentator hatte sich ganz offensichtlich absolut nicht mit der
Materie beschäftigt. Auch er sang ein Loblied auf die Innovationen des Herrn
Müntefering und stellte die Potentiale in den Vordergrund. Potentiale übrigens,
die sich seit Jahren bei besseren Bedingungen nicht realisieren.

Einziger Lichtblick war das Schlussfazit des Sprechers.
Dieser merkte an, dass nicht klar sei, inwieweit die älteren Arbeitnehmer  letztlich von dem Programm nachhaltig
profitieren könnten. Klar sei hingegen, dass die Arbeitgeber wieder einmal mit
Sicherheit ihren Gewinn daraus ziehen würden.

Denn die Nutzung von Mitnahmeeffekten hat in der deutschen
Wirtschaft mittlerweile höchste Priorität (Anmerkung des Autors).

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