10 Sprachübungen für Ihr Kind: Spielerisch das Sprechen lernen

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass der Fötus im Mutterleib auf Geräusche, Musik oder Sprache von außerhalb reagiert. So ist ein Mensch an die Mutterstimme schon lange gewöhnt, bevor er auf die Welt kommt. Vielleicht ist es deshalb so wichtig, dass sich der Vater des Kindes später intensiv mit ihm unterhält. In einer Studie der Universität North Carolina wurde beobachtet, dass der Umfang des Sprachschatzes eines Kindes stark von dem des Vaters abhängt. Es scheint, als ob die Mutter für den Grundwortschatz sorgt und der Vater für das volle Ausschöpfen des Potentials. Möchten Eltern also, dass ihr Kind klar und deutlich sprechen lernt und über ein großes Reservoir von Wörtern verfügt, dann sollten gemeinsame Gespräche zum guten Ton in der Familie gehören. Spezielle Sprachübungen sind eigentlich nur bei Sprachproblemen nötig, können aber nie schaden. Stets wird empfohlen, diese spielerisch und ohne Druck auszuführen. Es gibt viele Möglichkeiten, Spiele mit der Sprache in den Alltag zu integrieren: auf langen Autofahrten, beim gemeinsamen Abwasch oder Tisch decken, beim Bücher anschauen oder auf dem Nachhauseweg vom Kindergarten.

Sprachübungen: Die Top 10

1

Sprachspielereien beim Spaziergang

Alles, was einem unterwegs begegnet, kann Anlass sein, um auf lustige Art und Weise Sprachübungen durchzuführen. Dafür brauchen Sie nur in die Rolle des Unwissenden zu schlüpfen und dem Kind Falsches erzählen. Sie sehen zum Beispiel ein Ahornblatt und sagen zu Ihrem Kind „Oh, da liegt ein B-Hornblatt“. Ein Kieselstein ist ein Rieselstein, ein Fußweg wird zum Handweg und so weiter. Ihr Kind geht gern darauf ein und wird Spaß daran haben, den Erwachsenen zu korrigieren.

2

Sprechen üben beim Buch anschauen

Es gibt mittlerweile sehr viele Bücher, die das Sprachzentrum des Kindes anregen. Die sogenannten Wimmelbücher, bei denen es ein Abenteuer ist, alles zu erfassen. Ganz leicht wird hier der Sprachwortschatz aufgefüllt und man kann an der korrekten Aussprache des Kindes basteln, ohne dass es etwas davon merkt. Einzige Voraussetzung – Sie haben selbst Spaß an diesen Bildern und freuen sich über jedes erkannte Detail.

3

Sprachübungen mit Fingerspielen

Fingerspiele sind der Klassiker! Mit ihrer Hilfe können nicht nur Feinmotorik, Geschicklichkeit und Konzentration geübt werden, auch die emotionale und sprachliche Entwicklung wird gefördert. Schon früh kann man beginnen, kleine Mäuschen (zwei Finger) die Arme des Kindes hinaufklettern zu lassen, um am Hals zu kitzeln. Das wird mit lustigen Tönen und Wörtern (piep, piep, kritze, kratze, Mäuschen klein, Mäuschen fein) begleitet. Je nach Alter kann später mit den Fingern gezählt und erzählt werden: Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der liest sie auf, der trägt sie nach Haus und der Kleine futtert sie alle auf.

4

Gemeinsam Reime finden

Kinder lieben Reime, dabei ist es oft nicht wichtig, dass die gereimten Wörter einen Sinn ergeben. Versuchen Sie einmal, mit ihrem Kind ein Endlosgedicht zusammen zu bekommen. Das Wort „Schnecken“ eignet sich hervorragend, weil es viel Reimwörter dazu gibt. (Wir finden Schnecken, die wollen an Beeren schlecken, und sich verstecken, sollen wir sie necken usw…..)

5

Grimassen schneiden

Für eine gute Aussprache sind die Gesichtsmuskeln wichtig, vornehmlich die der unteren Partie. Stellen Sie sich mit Ihrem Kind vor den Spiegel und blasen Sie die Wangen auf oder ziehen Sie sie stark ein, formen Sie Vokale übertrieben und lachen dabei kräftig über Albernheiten.

6

Gemeinsam Tisch decken

Sie können gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn Sie Ihr Kind in häusliche Arbeiten einbeziehen. In dem Sie ihm sagen, dass es die Gabeln, Messer oder Teller holen soll oder es fragen, was auf dem Tisch noch fehlt, lernt das Kind neue Wörter kennen und sie richtig auszusprechen. Lassen Sie es durchzählen, wie viel von jedem Ding Sie auf dem Tisch brauchen, um es für Zahlen zu interessieren oder arbeiten Sie mit Oberbegriffen wie „Besteck“ und „Geschirr“, so dass es sich dadurch einen Sinn für Begriffsstrukturen aneignet. Und so ganz nebenbei fördern Sie soziales Verhalten.

7

Abzählreime im Familienalltag

Viele Alltagssituationen sind geeignet, sie mit kleinen Abzählversen zu würzen. Wer darf als erstes aufstehen, wer darf als erstes ein Brötchen nehmen, wer darf als erstes ins Auto einsteigen, welcher Pullover soll angezogen werden und so weiter. Sie kennen keine Abzählreime? Buchhandlungen und Internet sind voll davon. Hier eine kleine Kostprobe:
Lirum, larum, Zwiebelkuchen
Peter muss die Katrin suchen
Eierkuchen, Tintenfleck
Eins, zwei, drei und du bist weg.

8

Ich sehe was, was du nicht siehst

Ebenfalls ein klassisches Spiel, was schon die heutigen Großeltern zu Kinderzeiten vermittelt bekamen; häufig in Wartesituationen, wie zum Beispiel beim Arztbesuch, auf langen Autofahrten oder in der Gaststätte. Beobachtungsgabe und Farbsehen werden geschult und selbstverständlich erweitern Sie auch hiermit den Sprachschatz Ihres Kindes.

9

Die ganze Welt ist ein Rätsel

Rätsel raten ist für Kinder jeglichen Alters stets eine willkommene Ablenkung für oben beschriebene Wartezeiten. Aber auch bei Kindergeburtstagen und anderen Festen kommen Rätselaufgaben gut an. Hiermit werden nicht nur Aussprache und das Sprechen allgemein geschult, auch kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit oder Gedächtnisleistung werden entwickelt. Falls Sie lange Zeit selbst keine Rätsel mehr gelöst haben, schauen Sie sich in einschlägigen Buchhandlungen um, hier wimmelt es von Rätselbüchern für jedes Alter.

10

Noch einmal Bücher

Zu guter letzt sei auf drei Bücher von Ewa Markowska hingewiesen: „Warum gähnt das Nilpferd“, „Fauchen wie ein Drache“ und „Wau, wau, miau und kikeriki“. Alle sind als Anregungen zur Sprachentwicklung entstanden und werden von Logopäden sehr empfohlen. Ansprechende Illustrationen gepaart mit interessanten Sprachübungen machen sie zu kleinen Schätzen für Eltern und Erzieherinnen.

Tipps und Hinweise

  • Zum Schluss noch eine Überlegung zum Vorteil derlei Sprachübungen: sie fördern den Familiensinn, machen den Alltag etwas bunter und fördern Ihre eigene Kreativität.

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