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    Start » 10 Gewinner der Frauenfußball-WM in Deutschland
    Fussball

    10 Gewinner der Frauenfußball-WM in Deutschland

    18. Juli 20116 Minuten Lesezeit

    Ja, es stimmt! Wir sind leider frühzeitig ausgeschieden, und somit war das ganz große schwarz-rot-goldene Freudenfest über zwei Wochen nicht drinnen. Trotzdem waren es zwei tolle Wochen, die dank des „Frauen-Sommermärchens“ für das sportliche Großereignis in Deutschland gesorgt haben. Im ersten von drei Teilen des Weltmeistertschafts-Rückblicks stellen wir ohne Wertung der Reihenfolge zehn Gewinner des Turniers vor. Es sind Spieler, Mannschaften und andere Akteure, die der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 auf besondere Weise ihren Stempel aufgedrückt haben. Viel Spaß damit!

    Frauenfußball-WM: Die Top 10

    1

    Bruno Binis Französinnen

    Im Kreis der Geheimfavoriten war Frankreich zwar ab und zu erwähnt worden. Aber richtig ernst wurde die Equipe Tricolore nicht genommen. Dem charismatischen Trainer Bruno Bini war das erst nicht recht, doch seinem Team tat es gut, dass der Fokus in Gruppe A allein auf der deutschen Mannschaft lag. Frankreich überzeugte das ganze Turnier hindurch mit gutem Kombinationsspiel und teilweise bedingungsloser Offensive: die Schussstatistik fiel regelmäßig klar zugunsten von „Les Bleus“ aus. Leider fehlte in den entscheidenden Partien die Effizienz, sonst wäre auch ein Finaleinzug möglich gewesen. Dennoch belohnten sich die Französinnen mit der überraschenden Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012.

    2

    Monica Ocampo

    30 Minuten lang war das Match England gegen Mexiko ein ziemlich lahmes Vorrundenspiel. Wie erwartet führten die Engländerinnen und hatten die Außenseiter aus Mittelamerika sicher im Griff. Doch dann kam die kleine, kräftige Monica Ocampo und zog aus gut 35 Metern einfach mal ab. Der harte und platzierte Schuss schlug fast punktgenau im Winkel des englischen Tores ein und wurde somit einer der schönsten Treffer des Turniers. Mexiko hatte sich damit auf der Frauenfußball-Landkarte verzeichnet und verdiente sich am Ende der Partie den allerersten Punktgewinn der WM-Geschichte. Dank Monica Ocampos Geniestreich!

    3

    Neuseeland

    3 Spiele, 1 Punkt, letzter Gruppenplatz. Was hat Neuseeland angesichts dieser Bilanz in der Liste der Gewinner zu suchen? Nun, die Leistungen eines der größten Außenseiter des Turniers waren dennoch höchst ansehnlich. Von wegen Schießbude – trotz recht beschränkter spielerischer Qualitäten konnten die „All Whites“ in jedem Spiel mithalten und kämpften wie die Löwinnen. Die Engländerinnen und den späteren Finalisten Japan hatte Neuseeland jeweils nahe am sensationellen Punktverlust. Und im letzten Spiel gegen Mexiko rackerten die Spielerinnen aus dem entferntesten WM-Teilnehmerland bis in die Nachspielzeit und schafften in dieser tatsächlich 2 Treffer zum 2:2-Ausgleich. Danach feierten sie, als wären sie gerade Weltmeister geworden.

    4

    Das japanische Fußballmärchen

    Trotz Weltranglistenplatz 4 hatten auch Experten den Ostasiatinnen nicht viel mehr als das Überstehen der Vorrunde bei dieser Frauenfußball-WM zugetraut. Und als nach zwei guten Leistungen gegen Neuseeland und Mexiko eine Niederlage gegen England im letzten Gruppenspiel erfolgte, schien das Aus Nippons besiegelt. Wie sollten sie gegen das übermächtige Deutschland bestehen? Doch der Abend in Wolfsburg geriet zum Desaster für die Gastgeber und katapultierte die ballsicher, defensiv souverän und unspektakulär agierenden Japanerinnen endgültig in die Weltspitze. Gegen Schweden im Halbfinale zirkulierten sie die Kugel dann in Perfektion und spielten die Nordeuropäerinnen an die Wand. Und im Endspiel langte es dann gar zum ganz großen Wurf. Zwar mit viel Glück aber auch durch nimmermüden Einsatz und den Glauben an die eigene Stärke. Ein Riesenerfolg für Japans Fußballfrauen, die ihrem Land endlich einmal wieder positive Nachrichten bescheren konnten.

    5

    Steffi Jones

    Wie vor 5 Jahren hat Deutschland 2011 zu einem fröhlichen Fußballfest eingeladen – und Wort gehalten. Die Spiele der Frauenfußball-WM waren perfekt organisiert und die Zuschauer strömten in die Stadien. Keine Frage, dass ein gebührender Anteil dieses Erfolgs der OK-Chefin Steffi Jones gehört. Die frühere Abwehrchefin der deutschen Nationalelf wehrte wie früher auf dem Platz alle Angriffe und Zweifel in Bezug auf den Eventumfang des Turniers ab. Deutschland war erneut ein hervorragender Gastgeber und Jones vertrat diesen Status von Anfang an souverän. Dass die Heimelf so früh die Segel streichen musste, ist wohl der einzige Wermutstropfen, für den sie allerdings nichts konnte.

    6

    Powersoccer made in USA

    Japan, Brasilien und Frankreich waren die Künstlerteams der WM. Doch es geht auch anders: Die USA boten Powersoccer von der ersten bis zur notfalls 123. Minute. Ihr Spiel war nicht gerade schön anzuschauen, sondern erinnerte teilweise an das berühmte, aber mittlerweile rückständige Kick& Rush. Doch lange Bälle brauchen auch Abnehmer, und da Abby Wambach und Co. vielfach sehr kräftig gebaut, zweikampf- und kopfballstark sind, ging die Taktik von Trainerin Pia Sundhage am Ende meist auf. Bis zum Finale…

    7

    ARD, ZDF und Eurosport

    Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender haben sich für die Frauenfußball-WM nicht lumpen lassen und vom Live-vor-Ort-Studio bis zum Expertenteam alles aufgefahren, was mittlerweile zum Standard der Sportberichterstattung gehört. Die Hintergrundreportagen waren sehr informativ, wenn auch die deutsche Mannschaft dabei zu sehr im Vordergrund stand. Eurosport bot, abgesehen von der kompakten World Cup Show, wie gewohnt den reinen Livesport. Die Reporter reichten bei ARD/ZDF von dilettantisch krampfhaft bis mitreißend emotional. Bei Eurosport war der Kommentar nüchterner, fachlich aber insgesamt mal wieder eine Klasse höher angesiedelt. Alles in allem wurden die deutschen Fernsehanstalten mit starken Quoten für die Übertragung einer gelungenen Veranstaltung belohnt.

    8

    Australien

    Die Ausgangssituation in Gruppe D war klar: Brasilien und Norwegen würden sicher in die K.O.-Runde durchgehen. Kaum einer hatte mit den kampfstarken Australierinnen gerechnet. Schon gegen Brasilien zeigten sie bei der knappen 0:1-Niederlage, dass sie den Favoriten ein unangenehmer, wenn nicht ebenbürtiger Gegner sein können. Dann folgten ein 3:2 gegen Äquatorialguinea und ein sensationelles 2:1 im „Entscheidungsspiel“ gegen Norwegen und prompt standen die Frauen aus „Down Under“ im Viertelfinale. Hier zeigte Schweden ihnen klar die Grenzen auf. Dennoch hat Australien neben dem großen Erfolg auch viele Sympathien geerntet.

    9

    Bruna

    Die Verteidigerin aus Äquatorial-Guinea sollte man eigentlich eher unter die Kategorie „Glückspilze“ zählen. In der Partie gegen Australien nahm sie zur Überraschuing aller einen vom eigenen Torpfosten zurückprallenden Ball in beide Hände. Der fällige Elfmeterpfiff blieb jedoch aus und das Spiel lief trotz berechtigter Proteste der Gegenspielerinnen regulär weiter. Bruna soll einen Pfiff gehört haben. Australien gewann schließlich mit 3:2 und der unglaubliche Fauxpas der ungarischen Schiedsrichterin hatte so keine nennenswerte Auswirkung. Bruna aber wurde mit dieser Aktion weltbekannt. Dass sie auch gut spielen kann, zeigte sie im Spiel gegen Brasilien, als sie Marta über weite Strecken nicht zur Entfaltung kommen ließ…

    10

    Das Niveau des Frauenfußballs

    Vorbei sind die Zeiten hoher Ergebnisse und großer qualitativer Unterschiede in den Vorrundenspielen. Wie bei der letztjährigen Männer-WM mussten sich die Favoritenteams im Frauenfußball 2011 ganz schön anstrengen, um die sich mit allen Mitteln wehrenden Außenseiter in die Knie zu zwingen. Dies resultierte in mancher Überraschung bis zum Ende des Turniers. Das Niveau im Frauenfußball hat sich angeglichen, ohne das die Qualität in der Spitze verloren gegangen ist. Eine begrüßenswerte Entwicklung, weil dadurch der Ausgang des Spiels vor dem Anpfiff nicht nur theoretisch völlig offen ist.

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