Arto Paasilinna: Der Sohn des Donnergottes

Finnischer Autor mit humorvoller Gesellschaftskritik

Herzhaftes Lachen, amüsiertes Kopfschütteln und ungläubiges Sauerstoff zuwedeln. Wie das in der Reihenfolge geht? Ganz einfach. Man nimmt einen der erfolgreichsten finnischen Autoren in Form eines von ihm verfassten Romans in die Hand. Arto Paasilinna zu lesen ist eine Reise, die einen mit den eigenen Lachmuskeln vertraut macht.
Wo der beliebte Schriftsteller seinen oft schwarzen Humor hernimmt, ist nur zu erahnen. Aufgewachsen in Lappland, musste er schon von Kindheitsbeinen an, der Realität des Lebens in die Augen sehen: Sein Vater verstarb und seine Mutter musste allein für acht Kinder sorgen. Arto Paasilinna lernte schnell, mit spitzer Kritik dem Leben Positives abzugewinnen. Er machte eine Ausbildung bei einer Zeitung und arbeitet heute vor allem als Journalist.
Arto Paasilinna ist Träger zahlreicher finnischer und internationaler Literaturpreise. Er schrieb bisher circa 40 Romane, von denen einige sogar verfilmt wurden. Artos Stil ist einzigartig. Seine Sprache ist einfach und  erzielt dadurch direkte Wirkung. Finnische Eigenarten beschreibt er wie kein anderer. Sein Humor ist schwarz, geprägt von Fantasie und den Kern jedweder menschlicher Wahrheit treffend. So auch in seinem Roman „Der Sohn des Donnergottes“.

Von Göttern und Menschen

Die Geschichte klingt merkwürdig, ist sie auch. Beim Lesen enthält sie allerdings so viel Charme, dass man sich ihr nicht entziehen kann oder möchte. „Der Sohn des Donnergottes“ handelt von Rutja Obergott, der auf die Erde geschickt wird, um die Finnen zu bekehren. Der christliche Glauben hat nämlich nach und nach die Götter aus den Köpfen der finnischen Bevölkerung vertrieben. Rutja Obergott trifft auf Sampsa, einem Antiquitätenhändler aus Helsinki. Sampsa gehört zu denjenigen Finnen, die ihren Göttern noch die Ehre erweisen. Rutja tauscht also mit ihm den Körper, schließlich kann er nicht in seiner behaarten Göttergestalt die Finnen zu ihrem alten Glauben zurück führen.
Eine fantasievolle Geschichte entspinnt sich: Rutja muss lernen, wie Menschen gewöhnliche Dinge im Alltag erledigen: Ein Gott muss nämlich weder essen, noch seine Notdurft erledigen. Immer mehr Jünger werden durch Rutja Obergott gewonnen. Doch oft ist es gar nicht so leicht, den gewöhnlichen Menschen aus seiner undankbaren Lethargie zu befreien. Komik und Gesellschaftskritik auf unterhaltsamen Niveau.

„Der Sohn des Donnergottes“ von Arto Paasilinna erschien 1984 unter dem Titel Ukkosenjumalan poikaund wird in Deutschland als Taschenbuch im „Bastei Lübbe“ Verlag publiziert. Das Buch umfasst 304 Seiten.

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