Zum Kinostart von „Bridge of Spies“: Die Glienicker Brücke im Kalten Krieg

Zum Kinostart von „Bridge of Spies“: Die Glienicker Brücke im Kalten Krieg

Am 26.11.2015 hat ein US-Spielfilm Deutschlandpremiere, der den ersten Agenten-Austausch auf der Glienicker Brücke zum Thema hat. Niemand geringere als Stephen Spielberg und Tom Hanks erzählen diese spannende Geschichte, in der die Brücke eine tragende Rolle als Original-Drehort hat. Dabei war sie drei Mal Schauplatz und Drehscheibe für die Geheimdienste aus West und Ost.

Atomspion gegen Spionageflieger

Der von Stephen Spielberg inszenierte Film „Bridge Of Spies“ hat den ersten Agentenaustausch vor 53 Jahren in kalten Krieg zum Thema. Der Film erzählt davon, dass der US-Anwalt James B. Donovan (gespielt von Tom Hanks) eine US-Amerikanische Jury davon überzeugt, den überführten Sowjet-Atomspion Rudolf Abel nicht zum Tode zu verurteilen, sondern ihn als Faustpfand für gefangene US-Spione am Leben zu lassen. Er tritt mit dem DDR-Anwalt Wolfgang Vogel (gespielt vom deutschen Schauspieler Sebastian Koch) in Kontakt, um den Austausch zu verhandeln und durchzuführen. Am zehnten Februar 1962 ist es dann soweit: Auf der Glienicker Brücke tauschten Abels und Powers, der in einem U2-Spionageflugzeug über der Sowjetunion abgeschossen wurde, wieder die Seiten. Dieser erste Agentenaustausch machte die Brücke als Nadelöhr zwischen Ost und West auf einen Schlag weltberühmt.

Zwei weitere Austausch-Aktionen in 1985 und 1986

Der nächste große Austausch von Schlapphüten fand Jahrzehnte später statt: Erst im Juni 1985 wurde die Brücke wieder zu diesem Zweck auserkoren. Nach achtjähriger Verhandlung wartete auf der Potsdamer DDR-Seite ein Bus mit 25 Insassen, die die letzten Tage wartend in einem Stasi-Gefängnis zugbracht hatten. In der Mehrzahl waren es DDR-Bürger, aber auch ein Österreichischer Staatsbürger und sechs Polen. Sie hatten langjährige und teils sogar lebenslängliche Haftstrafen aufgebrummt bekommen, weil sie für die CIA in der einen oder anderen Form spioniert hatten. Auf der Westseite warteten lediglich vier ehemalige Ostblock-Spione: Ein als Geschäftsmann getarnter polnischer Geheimdienstoffizier, ein bulgarischer Ex-Handelsattaché, ein DDR-Physiker, der während einer Gastprofessur in Mexiko spioniert hatte und eine KGB-Kurierin, die aufgeflogen war.
Mittags um zwölf fand der Austausch statt; im Gegensatz zum ersten im Jahr 1962 waren diesmal Medienvertreter vor Ort, um das Ganze zu dokumentieren.
Nur ein Jahr später sollte es dann zum letzten West-Ost-Treffen mit Spionen an der Glienicker Brücke kommen: Drei West-Agenten und fünf Ostspione sowie der russische Menschenrechtler Anatolj Schtscharanski sind die letzten, die über die malerische Brücke in ihre jeweilige Heimat zurückkehrten beziehungsweise in eine neue Freiheit entlassen wurden.


Bild: Thinkstock, 480824267, iStock, fergregory

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