Yeah! Def Leppard

Das neue Album gleicht einem Griff in den privaten Plattenschrank der englischen Hardrocker, denn es ist ein Coveralbum der persönlichen Lieblingslieder geworden, wobei mancher Klassiker auf der Strecke geblieben ist, was aber den Reiz der CD ausmacht. Entstanden ist eine kleine Hommage von Def Leppard an eigene Musikheroen der 1960er und 70er des Rock and Roll, wie T. Rex, David Bowie und Faces. Joe Elliot, Phil Collen, Vivian Campbell, Rick Savage und Rick Allen hatten offenbar viel Spaß mit dem Album, wie im Booklet zu sehen ist, wenn sie sich stilecht wie ihre Helden aus den Siebzigern in Pose schmeißen.

„‚Wir wollten unbedingt den Spirit der Originalaufnahmen einfangen‘, erklärt Collen. ‚Also haben Vivian und ich live und vor allem gleichzeitig gespielt, und zwar durch simpel abgenommene Gitarrenverstärker. Normalerweise gehen wir direkt ins Mischpult.
Wenn man früher `Waterloo Sunset´ von den Kinks hörte, dann war man plötzlich da, auf der Waterloo Bridge‘, erinnert sich Elliott sichtlich bewegt. ‚Ich war zehn, als ich `The Best of the Kinks´ bekam, und Phil wuchs direkt an der Brücke auf –, von daher hatte dieser Song eine ganz besondere Bedeutung für uns.
Und im Fall von Bowie hatten wir keine Lust auf `Gene Genie´ oder `Ziggy Stardust´. Bei The Kinks war `You Really Got Me´ einfach nicht der richtige Song für uns‘, fügt Collen hinzu. ‚Wir wollten etwas anderes präsentieren – unsere ganz persönliche Klassiker-Platte.'“
(Mercury Universal)

Das Album erinnert an die Zeiten, in denen die 1977 im englischen Sheffield gegründete Band überwiegend Covers von Bands wie Thin Lizzy oder David Bowie spielte, um dann später als erfolgreiche Vorgruppe bei Judas Priest, AC/DC, Rainbow oder Ozzy Osbourne zu touren. Nach ihrem Durchbruch 1983 mit Pyromania und dem erfolgreichen Hysteria 1987, spülte Mitte der 1990er der Grunge auch Def Leppard in die hinteren Ränge der Charts. 1996 sollte mit dem Album Slang das Image der neuen Zeit angepaßt werden, was gründlich mißlangt und keine neue Fans brachte, sondern alte vergraulte. 1999 dann mit Euphoria zur Freude der darbenden Fans die Rückkehr zu alten Tugenden, um 2002 mit dem soften X die Fangemeinde erneut zu spalten. Angesichts der wechselhaften letzten Alben erscheint Yeah! wie das Ziehen der Reißleine, um auf Nummer Sicher zu gehen, ein kleiner Happen für Zwischendurch, der zwar zeitweilig sättigt und gefällig anzuhören ist, aber Hunger auf das eigentlich erwartete Hauptgericht macht.

www.defleppard.com, www.leppardmania.com

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