Nun gibt es die Frauen, die „beim ersten Mal" schwanger werden, also praktisch in der ersten Nacht nach dem absetzen der Pille oder dem Entfernen der Spirale, auch mit Mitte dreißig. Immer häufiger vergehen jedoch Monate, in denen Frau nicht schwanger und statt dessen von Zyklus zu Zyklus immer nervöser wird. Oft steht Frau ohnehin bei ihrem Frauenarzt unter medizinischer Aufsicht. Nun kann es vorkommen, dass bei der Frau medizinische Gründe eine Schwangerschaft verhindern, wie etwa verklebte Eileiter oder besonders große Myome, um nur einige Ursachen zu nennen. Viel häufiger hört Frau jedoch von ihrem Arzt, dass bei ihr medizinisch gesehen „eigentlich" alles in Ordnung ist. Dann ist der Partner gefragt. Auch er muss sich untersuchen lassen. Die meisten Männer sind natürlich bereit zum Urologen zu gehen – zumindest, wenn auch sie den Kinderwunsch verspüren.
Oft gibt es gar keinen medizinischen Grund für die Kinderlosigkeit
Zuweilen gibt es auch beim Mann keinen medizinischen Grund, der eine Empfängnis bei der Frau verhindert. Manchmal allerdings doch. Zum Beispiel kann eine verminderte Spermienqualität der Grund für die ungewollte Kinderlosigkeit sein oder eine versteckte Krampfader am Hoden, die die Temperatur für die Spermien in ungesunde Höhe steigen lässt. Findet der Urologe auch beim Mann keine genaue Ursache für die ausbleibende Schwangerschaft hilft nur abwarten. Und wer das nicht will oder wenn eben medizinische Gründe bei ihr oder bei ihm gegen eine natürliche Schwangerschaft der Frau sprechen, bleibt noch der Weg der künstlichen Befruchtung oder eine Adoption.
Künstliche Befruchtung im Ausland
Beide Fälle bekomme ich derzeit in meinem Bekanntenkreis mit. Bei einem Paar hat die künstliche Befruchtung inzwischen geklappt. Das Paar hat die Befruchtung im Ausland durchführen lassen, weil dort, wie zum Beispiel in Österreich, die Entwicklung der befruchteten Eizellen länger als in Deutschland „beobachtet" wird. Man hat dann den Vorteil, dass man sich nur den einen Embryo einpflanzen lassen kann, der sich am besten entwickelt und umgeht somit das Risiko einer Mehrlingsgeburt. Bislang verläuft die Schwangerschaft der Freundin ganz normal. Allerdings muss sie weiterhin Hormone nehmen, damit es zu keiner Fehlgeburt kommt und sie steht psychisch stark unter Druck.
Adoption als letzter Weg ein Kind zu bekommen
Ein anderes befreundetes Paar wollte sich gerade künstlich befruchten lassen und ist dann doch auf natürlichem Wege schwanger geworden, obwohl beide nach mehreren Jahren vergeblicher Versuche davon überzeugt waren, dass es bei ihnen auf gar keinen Fall auf natürlichem Weg klappen werde. Ein echter Glücksfall also. Ein drittes befreundetes Paar adoptiert gerade ein Kind, nachdem es auch mit der künstlichen Befruchtung nach drei vergeblichen Versuchen nicht geklappt hat. Die Adoption geschieht übrigens auch im Ausland, aber das ist eine andere Geschichte. Drei Beispiele, die mich fragen lassen: Wie weit wäre ich selbst gegangen, um ein Kind zu bekommen? Eigentlich hatte ich immer getönt, dass ich auf gar keinen Fall eine künstliche Befruchtung machen lassen würde. Aber stimmt das wirklich? Zum Glück stehe ich nicht vor dieser Wahl.
