Wohnen mal anders: Die ungewöhnlichsten Studentenwohnungen

Umzugskartons

Wenn der Zulassungsbescheid für den ersehnten Studienplatz im Briefkasten gelandet ist, geht der Stress erst so richtig los: Eine geeignete Bleibe muss her – doch das Angebot an bezahlbarem Wohnraum ist knapp. Findige Köpfe haben dieses Problem erkannt und stellen Studenten außergewöhnliche Unterkünfte zur Verfügung.

Schlafen im Eisenbahnwaggon

Das Basecamp in Bonn ist eigentlich ein Hostel, das seinen Gästen Übernachtungsmöglichkeiten der besonderen Art zur Verfügung stellt. Auf dem Areal stehen zwei ausrangierte Schlafwagen der Deutschen Bahn, 16 Wohnwagen im Retro-Stil, zwei US-Airstreams sowie diverse Trabbis und VW-Busse. Damit Studenten, die bei der Suche nach einem Zimmer erfolglos geblieben sind, nicht auf der Straße übernachten müssen, hat die Universität Bonn eine Vereinbarung mit dem Basecamp getroffen: Die beiden Schlafwaggons sollen für Erstsemesterstudenten zur Verfügung gestellt werden, und das für 70 Euro pro Woche inklusive Frühstück. 80 angehenden Studenten kann auf diese Weise aus der Klemme geholfen werden – eine dauerhafte Lösung ist es jedoch nicht: Die Bewohner haben bis Ende Oktober Zeit, eine andere Unterkunft zu finden. Viele Studenten nehmen das Angebot dankbar an, bietet es ihnen doch die Möglichkeit, ihr erstes Semester an der Uni entspannter anzugehen und für die Wohnungssuche etwas mehr Zeit zu gewinnen.

Tausche Wohnraum gegen Mitarbeit

Im Projekt „Wohnen für Hilfe“ haben sich deutschlandweit 26 Initiativen zusammengeschlossen, die Wohnpartnerschaften zwischen Studenten und Senioren vermitteln. Pro Quadratmeter Wohnraum sollen die Studenten den Senioren eine Stunde im Monat behilflich sein – etwa beim Einkaufen, bei der Gartenarbeit oder im Haushalt. Auch gemeinsame Unternehmungen wie Spaziergänge oder Theaterbesuche gelten als Hilfeleistung. Ähnliche Projekte, zum Beispiel in Kiel und Saarbrücken, bieten Studenten Zimmer in Seniorenwohnheimen an. Die ohnehin schon geringe Miete kann hier durch Mitarbeit im Haus noch einmal beträchtlich reduziert werden. In Duisburg-Marxloh hingegen geht man das Problem Wohnungsnot noch anders an: Hier erhalten mehrere Studenten einen Platz in einer WG und müssen im Gegenzug 20 Stunden monatlich bei sozialen Projekten helfen.

Ein System, von dem alle profitieren können

Wer bei der Suche nach einer Studentenwohnung oder einem WG-Zimmer leer ausgeht, muss nicht verzweifeln: In immer mehr Städten gibt es die Möglichkeit, in Altenheimen, Problemvierteln oder Privatwohnungen von Senioren kurzfristig unterzukommen, um hier Hilfsbedürftige tatkräftig zu unterstützen. Da so die Miete gemindert wird und niemand auf der Straße schlafen muss, profitieren am Ende alle von diesem System.


Bildurheber: Dieringer Media – Fotolia

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