Wimpern-Doping in Großbritannien

Nach der Tour de France hat nun auch die Kosmetikbranche einen Doping-Skandal. Die Werbeaufsichtsbehörden in Großbritannien machen dem Kosmetikgiganten L´Oréal den Vorwurf, die Wirkung seines neuen Mascaras Telescopic übertrieben zu haben, berichtet Focus online. Damit der Wimpernaufschlag von Filmbeauty Penélope Cruz noch verführerischer wird, hat man schlichtweg mit falschen Härchen nachgeholfen. Da versohl mir doch einer den Hintern! In der Werbung wird gemogelt, retuschiert und optisch nachgeholfen? Ach ne! Die meisten Menschen wissen längst, dass Fotos und auch Filme nicht die Realität, sondern eine schöne Illusion zeigen. Attraktive Bilder sollen beim Verbraucher Begehrlichkeiten wecken, damit die Kasse klingelt. In Hollywood haben Pixelkünstler Hochkonjuktur, die mit dem digitalen Skalpell Falten weg retuschieren oder Sixpacks entstehen lassen. Diese ästhetisch motivierte Schummelei nennt man übrigens Digital Cosmetic Enhancement (DCE), sprich digitale kosmetische Verbesserung.  

Wie auch immer, den Aufsichtsbehörden im Königreich gefällt es gar nicht, dass die feurige Spanierin Penélope Cruz mit falschen Härchen Werbung macht. Sie fordern L´Oréal auf, künftig auf ihr Wimpern-Doping hinzuweisen. Außerdem soll der Verbraucher dahingehend belehrt werden, dass Tusche die Wimpern lediglich voller und länger wirken lässt. In Wahrheit bleiben sie aber so, wie sie sind. Nachmessen ist also zwecklos. Ich frage mich, ob das nicht zu viel Verbraucherschutz ist. Frauen, die Mascara verwenden, wissen doch, dass getuschte Wimpern nicht länger werden, sondern lediglich dichter und länger wirken und die Augen insgesamt größer erscheinen lassen. Auch die L´Oréal-Aussage, dass deren neue Mascara bis zu 60 Prozent längere Wimpern macht, ändert meiner Meinung nach nichts daran. Ich hätte die monierten 60 Prozent als eine "subjektive" Zahl und nicht als ein echtes Messergebnis betrachtet. Das britische Wimpern-Watergate halte ich deshalb für etwas übertrieben.

Sollten sich die Werbehüter auf der Insel dennoch mit ihrer Meinung durchsetzen, dürfen sich britische Kunden bald auf Warnhinweise auf Cellulite-Produkten, Anti Falten-Cremes und vielen anderen Kosmetikprodukten einstellen. Was soll das bringen? Vermutlich nichts. Es wird doch wohl niemand glauben, dass ein Cellulite-Produkt Vorgänge beeinflussen kann, die sich tief in der Haut abspielen? Und wer glaubt, dass ein Produkt tiefe Falten mit einem Cremetupfer wegbügeln kann? Natürlich beeinflussen schöne Bilder unser Verhalten. Wir sind jedoch auch mit einem Verstand ausgestattet, der in der Lage sein sollte Ästhetik, Wunschdenken und Logik miteinander zu koordinieren. Ich persönlich treffe lieber einmal eine falsche Entscheidung am Kosmetikregal, als mich von irgendwelchen Behörden bevormunden zu lassen. Auf Warnhinweise in Mascara-Werbespots kann ich für meinen Teil gut verzichten. Unsere Welt ist kompliziert genug. Wir müssen nicht auch noch alltägliche Bedarfsgegenstände zu einem Fall für bestimmte Behörden machen, oder?

2 Meinungen

  1. HAHA, also wer glaubt, dass die Wimpern in den Mascara-Werbungen echt sind… naja, dem ist auch nicht mehr zu helfen! Wenn sich meine Wimpern um 60% verlängern würden, dann könnte ich sie als Fächer für mein Gegenüber benutzen!!!! Wimpern ankleben ist doch nichts neues mehr. Wenn ich am Wochenende ausgehe, dann mache ich das auch ab und zu. Als Frau darf man mit sowas schon mal ein bisschen schummeln! Falls das mal jemand ausprobieren möchte oder nach guten „fake lashes“ sucht, probiert mal die von Artdeco, die kosten so um die 8 Euro und sie halten auch gut!

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